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Bester Film: Das "Spotlight"-Team feiert seinen überraschenden Triumph bei der Verleihung der Oscars.
Bester Film: Das "Spotlight"-Team feiert seinen überraschenden Triumph bei der Verleihung der Oscars.(Foto: REUTERS)

DiCaprio bekommt endlich einen Oscar: "Spotlight" ist bester Film - "Mad Max" räumt ab

Eine kleine Überraschung gibt es am Ende der 88. Oscar-Verleihung. Gerade noch hatte "The Revenant" zwei der wichtigsten Preise erhalten, da holt sich "Spotlight" den Preis für den besten Film. Die meisten Auszeichnungen erhält aber ein anderer Streifen.

Bei der 88. Verleihung der Academy Awards ist "Spotlight" als bester Film ausgezeichnet worden. Das Drama um Missbrauch in der katholischen Kirche in Boston wurde außerdem für das beste Originaldrehbuch geehrt. Der Gewinn des wichtigsten Oscars kam überraschend, da "The Revenant - Der Rückkehrer" als Favorit galt. Der Film erhielt aber die Preise für Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio und Regisseur Alejandro G. Iñárritu.

Iñárritu und DiCaprio feiern ihre beiden Oscars.
Iñárritu und DiCaprio feiern ihre beiden Oscars.(Foto: REUTERS)

Nach "Birdman" im vergangenen Jahr war es der zweite Regie-Oscar in Folge für Iñárritu. Noch besser machte es allerdings sein mexikanischer Landsmann Emmanuel Lubezki: Er wurde zum dritten Mal nacheinander für die beste Kameraarbeit geehrt. Nach "Gravity" und "Birdman" erhielt er den Preis diesmal für "The Revenant", der zwölf Nominierungen erhalten hatte. Als beste Hauptdarstellerin wurde Brie Larson für "Raum" geehrt.

Der Actionfilm "Mad Max: Fury Road" bekam sechs Academy Awards. Er erhielt die Preise in technischen Kategorien wie Ton, Schnitt und Kostümdesign. Insgesamt war der Film zehn Mal nominiert. Den Preis für die beste Filmmusik erhielt Ennio Morricone für "The Hateful Eight" von Regisseur Quentin Tarantino. Morricone wurde mit zahlreichen Soundtracks berühmt, etwa für "Mission" und "Spiel mir das Lied vom Tod" sowie andere europäische Western.

Es ist nicht der erste Oscar für Ennio Morricone - er hatte ihn bereits für sein Lebenswerk erhalten.
Es ist nicht der erste Oscar für Ennio Morricone - er hatte ihn bereits für sein Lebenswerk erhalten.(Foto: REUTERS)

Als bester Song wurde "Writing's On The Wall" aus dem Bond-Abenteuer "Spectre" ausgezeichnet. Damit ging Sängerin Lady Gaga leer aus, die zuvor mit ihrer berührenden Darbietung für Standing Ovations gesorgt hatte. Ihr Song "Till it Happens to You" handelt von sexuellem Missbrauch und wurde von ehemaligen Opfern auf der Bühne begleitet. Lady Gaga war zuvor von Vizepräsident Joe Biden angekündigt worden, der zum Kampf gegen Missbrauch aufrief.

Kein Oscar für Stallone

Als beste Nebendarstellerin wurde die Schwedin Alicia Vikander ausgezeichnet - für ihre Rolle in dem Drama "The Danish Girl" um einen transsexuellen Künstler. Mark Rylance erhielt den Oscar als bester Nebendarsteller. Er spielt in der deutschen Co-Produktion "Bridge of Spies - Der Unterhändler" von Regisseur Steven Spielberg einen sowjetischen Spion, der von den Amerikanern gefangen genommen auf der Glienicker Brücke ausgetauscht werden soll.

Alicia Vikander aus "The Danish Girl" wurde als beste Nebendarstellerin geehrt.
Alicia Vikander aus "The Danish Girl" wurde als beste Nebendarstellerin geehrt.(Foto: AP)

Damit ging Sylvester Stallone erneut leer aus - in "Creed" spielt er wohl zum letzten Mal seine legendäre Rolle des Boxers "Rocky". Stallone war bereits vor 40 Jahren für den ersten Teil der Reihe für zwei Oscars nominiert gewesen, erhielt aber keinen.

KZ-Drama geehrt

Bester fremdsprachiger Film wurde "Son of Saul" von László Nemes. Er handelt von einem deportierten ungarischen Juden, der im Konzentrationslager Auschwitz in einem Krematorium arbeiten muss. Als er dort seinen toten Sohn entdeckt, will er ihm eine würdige jüdische Beerdigung ermöglichen. Der Film kommt am 10. März in die deutschen Kinos.

Moderator Chris Rock kritisierte zu Beginn der Show, dass nur weiße Schauspieler nominiert sind.
Moderator Chris Rock kritisierte zu Beginn der Show, dass nur weiße Schauspieler nominiert sind.(Foto: REUTERS)

Die Gala wurde zum zweiten Mal von Chris Rock moderiert. Gleich zu Beginn übte er scharfe Kritik daran, dass nur weiße Schauspieler nominiert sind - im zweiten Jahr in Folge. In Anlehnung an andere Preise nannte er die Academy Awards "White People's Choice Awards", also die "Preise der Weißen". Ihm sei mehrfach gesagt worden, er solle die Moderation absagen, sagte Rock weiter. Darüber habe er lange nachgedacht. "Aber dann habe ich mir gesagt: Sie werden die Oscars eh abhalten."

Deutsche ohne Preise

Rock forderte die gleichen Möglichkeiten für schwarze Darsteller, die im Hollywood-System nach wie vor stark benachteiligt sind. Auch im weiteren Verlauf der Show wurde die viel kritisierte Nominierungspolitik der Academy durch den Kakao gezogen. So wurden etwa schwarze Darsteller in nominierte Filme eingebaut.

Das beste adaptierte Drehbuch stammt von Charles Randolph und Adam McKay für den Börsenfilm "The Big Short". Die besten visuellen Effekte stammen aus dem Film "Ex Machina", der damit auch "Star Wars: Das Erwachen der Macht" aus dem Feld schlug. Den Academy Award für den besten Animationsfilm erhielt wenig überraschend "Alles steht Kopf" von Pixar. Bester animierter Kurzfilm wurde "Bear Story" aus Chile - es war der erste Oscar für das Land überhaupt. Als bester Dokumentarfilm wurde "Amy" geehrt. Er handelt von der 2011 gestorbenen Sängerin Amy Winehouse. Beste Kurz-Doku wurde "A Girl in the River: The Price of Forgiveness".

Die deutschen Nominierten gingen leer aus. Regisseur Patrick Vollrath war mit dem Kurzfilm "Alles wird gut" dabei. Film-Ausstatter Bernhard Henrich war für seine Arbeit an "Bridge of Spies" nominiert.

Quelle: n-tv.de

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