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Zeckenbisse können gefährlich werden.
Zeckenbisse können gefährlich werden.(Foto: dpa)
Mittwoch, 19. Juli 2017

Polizist im Einsatz: Ist der Zeckenbiss ein Dienstunfall?

Der Beruf des Polizisten ist mit einigen Risiken verbunden. Doch manchmal lauern die Gefahren an anderen Stellen als vermutet. Zum Beispiel in Form eines kleinen, braunen Krabbeltiers, welches mit dem Kopf voraus in der Haut steckt.

Nein, Zecken und Menschen werden wohl keine Freunde mehr. Was vor allem daran liegen dürfte, dass die Spinnentierchen auch für gefährliche Krankheiten wie Borreliose und - noch schlimmer - Gehirnentzündung verantwortlich gemacht werden können.

Menschen tun also gut daran, sich vor den Tieren in Acht zu nehmen. Sei es durch entsprechenden Schutz oder eben, indem man um Gebiete, in denen man vermehrt Zecken antrifft, einen großen Bogen macht. Allerdings gibt es Berufsgruppen, die sich nicht immer aussuchen können, mit wem und in welcher Form sie in Kontakt treten. Dies ist zum Beispiel bei Polizisten der Fall.

Vor dem Oberverwaltungsgericht Münster wurde nun ein Fall verhandelt, bei dem ein Polizist während eines Einsatzes von einer Zecke gebissen wurde. Zumindest behauptete dies der Beamte. Und forderte deshalb das Bundesland Nordrhein-Westfalen auf, den Biss als Dienstunfall anzuerkennen.

Das war passiert: Der Polizist hatte Nachtschicht. Vor dem Beginn des Dienstes duschte er. Dabei stellte er an seinem Körper keine Besonderheiten fest. Während der Schicht wurde er Zeuge, wie ein Auto von der Fahrbahn abkam und erst in einem dicht bewachsenen Gebiet zum Liegen kam. Der Beamte eilte dem Fahrer zu Fuß durch den Bewuchs zu Hilfe. Beim Duschen nach dem Nachtdienst stellte der Kläger eine Verdickung im hinteren Steißbeinbereich fest, die sich später als Zeckenbiss herausstellte. Das Polizeipräsidium Köln lehnte die Anerkennung des Zeckenbisses als Dienstunfall ab.

Der Streit kam vor Gericht. Aber auch hier hatte der Polizist keinen Erfolg. Nach Auffassung des Gerichtes ist das Ereignis Zeckenbiss nicht örtlich und nicht zeitlich bestimmbar, wie es für eine Anerkennung als Dienstunfall erforderlich ist. Demnach trägt der Beamte die Beweislast für den von ihm behaupteten Vorfall. Zudem besteht in dem verhandelten Fall die Möglichkeit, dass sich der Biss des Tieres vor oder nach dem Einsatz ereignet hatte, befand das Gericht. 

Quelle: n-tv.de

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