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Viele Smartphones erhalten kein Update mehr auf Android 7 Nougat.
Viele Smartphones erhalten kein Update mehr auf Android 7 Nougat.(Foto: Google)
Donnerstag, 20. Juli 2017

Weitere Nougat-Updates: Die letzten Smartphones erhalten Android 7

Von Klaus Wedekind

Aktuell erhalten einige Smartphones endlich das Update auf Android 7. Viele Geräte werden ihnen nicht mehr folgen. Ein Handy, das in diesem Sommer kein Nougat-Update mehr bekommt, wird es wahrscheinlich gar nicht mehr kriegen.

Auch wenn Google die Hersteller drängt, bittet oder ihnen sogar ein bisschen droht, hat sich bisher wenig daran geändert, dass sie Android-Updates meistens sehr langsam und oft überhaupt nicht an ihre Geräte verteilen. Aktuell läuft die vor fast einem Jahr veröffentlichte Version 7 (Nougat) weltweit nur auf 10,6 Prozent der Geräte. Dazu kommen 0,9 Prozent, die bereits mit Android 7.1 ausgestattet sind. Zieht man die Smartphones ab, die schon mit Nougat ausgeliefert wurden, bleiben nur ein paar traurige Prozent über, die Android 7 oder 7.1 per Update bekommen haben. Unter ihnen wiederum befinden sich größtenteils Geräte, die weniger als zwei Jahre alt sind und zur teuren Oberklasse gehören. Ältere und günstigere Androiden werden bei Systemupdates nach wie vor von den Herstellern vernachlässigt.

Nicht mehr lange und Google wird Android O veröffentlichen und Smartphones, die dann noch kein Update auf Nougat bekommen haben, dürfen wohl kaum noch damit rechnen. Aktuell erhalten noch ältere Flaggschiffe wie das LG G4 oder das Samsung Galaxy S6 Edge Plus Aktualisierungen. Auch das LG V10 aus dem Januar 2016 und Motorolas acht Monate altes Mittelklasse-Handy Moto M kommen jetzt in den Nougat-Genuss. Ein paar Nachzügler werden noch dazu kommen, aber im Großen und Ganzen war's das.

Langwierige Update-Prozedur

Dass Android-Aktualisierungen erst nach Monaten weitergegeben werden, ist verständlich. Denn zwischen Fertigstellung des Betriebssystems bei Google und dem Update des Empfängergeräts müssen die Chipsatz-Hersteller Treiber veröffentlichen, bevor die Smartphone-Produzenten loslegen können. Dann folgen noch Tests und Abnahmen. Am Ende steht Googles finale Zertifizierung, auf die die Hersteller oft lange warten müssen, ohne schuld zu sein. Ärgerlich ist aber, dass sich die Produzenten bei günstigeren und älteren Geräten diese Mühen und Kosten gerne sparen und gar kein Android-Update mehr veröffentlichen. Und verspätete Sicherheitsupdates sind eigentlich gar nicht entschuldbar.

In einem Test von "Connect" haben sich neben Apple und Google die Hersteller BQ, Sony, Samsung und Huawei im Test mit der Gesamtnote "Gut" am besten geschlagen. Die Update-Politik von Wiko, Acer, Alcatel und Archos wurde als "ungenügend" eingestuft, die anderen Hersteller schnitten "befriedigend" ab.

Die Liste der Nougat-Smartphones

Letztendlich ist die Liste der Nougat-Empfänger seit Dezember zwar etwas länger geworden, aber eigentlich standen die Update-Kandidaten bereits zu diesem Zeitpunkt fest. Verglichen mit der großen Zahl der Android-Smartphones ist die Anzahl der Android-7-Empfänger enttäuschend (Stand: 20. Juli 2017). Und bei nicht wenigen Geräten dürfte dieses Update die letzte größere Aktualisierung des Betriebssystems sein. Aber es gibt Hoffnung für die Zukunft: Google will die traurige Update-Bilanz mit Android O verbessern. "Project Treble" soll es Herstellern dann ermöglichen, Betriebssysteme zu aktualisieren, ohne auf Treiber der Chipsatz-Hersteller angewiesen zu sein.

 

Quelle: n-tv.de

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