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Es muss nicht immer Silikon sein. Brustvergrößerungen sind auch mit Eigenfett möglich.
Es muss nicht immer Silikon sein. Brustvergrößerungen sind auch mit Eigenfett möglich.(Foto: imago stock&people)

Trends in der Schönheits-Chirurgie: Brustvergrößerungen immer beliebter

Ein voluminöser Busen steht ganz oben auf der Wunschliste, wenn Frauen einen Schönheitschirurgen aufsuchen. Bei Männern sind die Ziele naturgemäß andere. Welche, verrät eine Umfrage. Sie zeigt auch, worum es den Patienten bei den Eingriffen eigentlich geht.

"Der Implantateskandal konnte das Vertrauen der Patientinnen nicht dauerhaft erschüttern", sagt Sven von Saldern, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästethisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC), als er in Berlin die Ergebnisse der diesjährigen DGÄPC-Patientenbefragung präsentiert. 1005 Patienten der Schönheitschirurgie hatten daran in der Zeit von Januar bis Ende Juni 2015 teilgenommen. Brustvergrößerungen sind demzufolge nach wie vor die häufigste Schönheits-OP in Deutschland. Erstmals seit dem Skandal um Brustimplantate mit Billigsilikon erfreuen sie sich noch dazu wachsender Beliebtheit.

(Foto: DGÄPC-Patientenbefragung 2015)

20,4 Prozent der befragten Frauen gaben an, eine Brustvergrößerung mit Implantat vornehmen lassen zu wollen. "Allerdings greifen immer mehr Frauen auf Brustvergrößerungen mit Eigenfett zurück", sagt von Saldern. Mit 4,4 Prozent nahmen deutlich mehr Patientinnen diese Alternative zum Silikon-Implantat wahr als noch 2014. Da waren es 3,2 Prozent. Bruststraffungen und Nasenkorrekturen hingegen waren in diesem Jahr weniger gefragt als im vergangenen.

Das Ende des Männertrends?

Wenn sich Männer einer Schönheits-OP unterziehen, wollen sie – das zeigt die Umfrage – meist straffe Lider oder weniger Fett. Mit einem Anteil von 20,6 Prozent ist die Lidstraffung bei männlichen Patienten sehr viel beliebter als bei Frauen; dort erreicht sie nur 12,2 Prozent. Fettabsaugungen wurden bei 18,3 Prozent der befragten Männer vorgenommen. Intimkorrekturen und Schweißdrüsenabsaugungen dagegen fanden weniger Anklang unter den männlichen Patienten als noch 2014.

Insgesamt liegt der Anteil der schönheitschirurgisch behandelten Männer heute bei 13,5 Prozent, 2008 waren es nur 9,6 Prozent. Schönheits-OPs haben inzwischen eine größere Bedeutung bei Männern erlangt. Dennoch betont von Saldern: "Von einem Männertrend können wir nicht mehr sprechen." Denn im Vergleich zu 2013 (17,1 Prozent) und 2014 (14,7 Prozent) ging der Anteil männlicher Patienten 2015 deutlich zurück.

Es geht um Aussehen und Wohlbefinden

Der Altersdurchschnitt der Patienten, die einen ästhetisch-plastischen Chirurgen in Deutschland aufsuchen, ist seit 2010 um etwa vier Jahre gestiegen. Heute sind die behandelten Menschen im Schnitt 42 Jahre und 6 Monate alt. "Beim Alter setzt sich ein bestehender Trend mit großer Deutlichkeit fort", sagt von Saldern. "Wir haben immer mehr ältere Patienten." Während die 18- bis 30-Jährigen mit 24,5 Prozent einen kleineren Anteil darstellen als noch im Vorjahr (27,8 Prozent), nehmen Altersgruppen über 40 Jahre deutlich zu. Laut der aktuellen Erhebung sind männliche Patienten mit 44,4 Jahren durchschnittlich gut zwei Jahre älter als weibliche (42,2 Jahre).

Erstmals fragte die DGÄPC in diesem Jahr auch nach den Hoffnungen, die für die Patienten hinter der jeweiligen Behandlung stehen. Am häufigsten wurde das veränderte Aussehen genannt. 15,3 Prozent der Befragten antworteten mit diesem Begriff. Aber auch Schlagworte wie Wohlbefinden, Selbstsicherheit und ein besseres Körpergefühl tauchten auf. Über mögliche Risiken der Eingriffe waren sich die Patienten meist schon vor dem Besuch des Facharztes bewusst. 71,8 der männlichen und 80 Prozent der weiblichen Patienten gaben an, sich im Vorfeld über etwaige Komplikationen informiert zu haben. Ein ermutigendes Zeichen, finden die Ärzte. Denn eines muss klar sein: Ästhetisch-plastische Operationen sind medizinische Eingriffe mit allen damit verbundenen Risiken.

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Quelle: n-tv.de

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