Wissen
220.000 Soldaten sollen in Brasilien Informationsmaterial zum Zika-Virus verteilen.
220.000 Soldaten sollen in Brasilien Informationsmaterial zum Zika-Virus verteilen.(Foto: AP)

USA empfehlen Enthaltsamkeit: Zika-Virus: 15 Infizierte in Deutschland

Das Zika-Virus ist sexuell übertragbar und vor allem für schwangere Frauen gefährlich. Auch in Deutschland gibt es Infizierte. Die Gesundheitsbehörden der USA raten Risikogruppen derweil zu Kondomen - oder zur Enthaltsamkeit.

In Deutschland haben bereits 15 Menschen das Zika-Virus aus Lateinamerika eingeschleppt. Das teilte das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin mit. Das Institut in Hamburg ist das Zika-Referenzlabor in Deutschland. Am Mittwoch waren erst 5 Fälle aus Deutschland bekannt.

Um die Verbreitung in den USA einzudämmen, hat die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC derweil Rückkehrern aus betroffenen Gebieten geraten, Kondome zu benutzen oder ganz auf Sex zu verzichten. Die Empfehlung richtet sich vor allem an Männer, deren Partnerinnen schwanger sind. Anfang der Woche hatten Behörden in Texas erstmals einen Fall bestätigt, bei dem das Zika-Virus durch Sexualkontakte weitergegeben wurde.

Virus verursacht Fehlbildungen und Lähmungen

Der Erreger des Virus steht im Verdacht, bei einer Infizierung von Schwangeren Fehlbildungen bei Babys im Mutterleib auszulösen (Mikrozephalie). Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt. Inzwischen sind in Rio de Janeiro aber auch mehrere schwere Fälle der Lähmungskrankheit Guillain-Barré bekannt geworden. Wie die Zeitung "O Globo" berichtet, behandelt das Hospital Universitário Antônio Pedro seit Januar 16 Fälle. Zwei Patienten, die sich mit Zika infiziert hatten, befänden sich in sehr ernstem Zustand. In Kolumbien sollen nach Angaben der Regierung bereits drei Menschen infolge der Lähmung gestorben sein.

Typische Symptome dieser entzündlichen Erkrankung der Nerven sind Lähmungen, die meist an den Händen oder Füßen beginnen. Auch die Atemwege können lahmgelegt werden. Bei den meisten Patienten bilden sich die Symptome später wieder zurück.

Das Zika-Virus grassiert derzeit in Süd- und Mittelamerika. Betroffen ist vor allem Brasilien, dort wird die Zahl der Infektionen auf 1,5 Millionen geschätzt. Nach Angaben der Behörden sind seit Oktober über 4000 Babys mit Verdacht auf Mikrozephalie auf die Welt gekommen, 404 Fälle sind bislang bestätigt.

UN fordern Recht auf Abtreibung

Einige Behörden in Lateinamerika hatten Frauen nach Ausbruch der Epidemie geraten, nicht schwanger zu werden. Bei den Vereinten Nationen stieß der Ratschlag auf Unverständnis: Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad Al-Hussein, sagte, in mehreren betroffenen Ländern sei sexuelle Gewalt gegen Frauen ein weit verbreitetes Problem. Da genüge der Ratschlag nicht, Schwangerschaften zu vermeiden. Al-Hussein will infizierten Frauen stattdessen medizinisch sichere Schwangerschaftsabbrüche ermöglichen.

Übertragen wird das Zika-Virus von der Mückenart Aedes aegypti, aber möglicherweise auch durch Speichel. Das brasilianische Institut Fundação Oswaldo Cruz teilte mit, man habe das Virus in Speichel- und Urinproben nachgewiesen. Es empfahl Schwangeren, bis auf weiteres niemanden mit Zika-Symptomen zu küssen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen