Wirtschaft

Wut-Video von Manuela SchwesigNeue Bahnchefin Palla hat ersten großen Ärger am Hals

17.02.2026, 19:47 Uhr
00:00 / 02:54
Ein-Intercity-Express-der-Deutschen-Bahn-faehrt-bei-Schneetreiben-in-den-Hauptbahnhof-Hamburg-hinein-St
Zwischen Berlin und Hamburg dauert es aktuell mindestens 45 Minuten länger. (Foto: IMAGO/Hanno Bode)

Die Modernisierung der Strecke Berlin–Hamburg wird laut Deutscher Bahn nicht Ende April abgeschlossen. Nur wenige Tage zuvor klingt das noch anders - auch gegenüber Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Die zeigt sich verärgert.

Nachdem die Bahn mitgeteilt hat, dass sie aufgrund des Winterwetters mit Frost und Schnee den Termin zur Fertigstellung der Streckensanierung Berlin–Hamburg Ende April nicht einhalten kann, sieht sich der Konzern massiver Kritik ausgesetzt. Und das nicht nur wegen der Verzögerung beim Bau, sondern auch wegen der Kommunikation.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig veröffentlichte auf Facebook ein Video, in dem sie ihren Ärger über die Bahn Luft machte. In der Woche vor der Verkündung habe sie noch bei einem Treffen mit Konzernchefin Evelyn Palla gefragt, ob der Termin eingehalten werden könne. "Und ein paar Tage später ist wieder alles anders". Genau das sei das Problem der Deutschen Bahn, so Schwesig: "Dass die Bürgerinnen und Bürger sich einfach nicht drauf verlassen können."

Auch dem rbb hatte ein Bahnsprecher einige Tage vor der Verkündung der Hiobsbotschaft mitgeteilt, dass die Strecke wie geplant Ende April fertig werden soll. "Ich finde den Frust über die Deutsche Bahn sehr berechtigt", sagte Schwesig.

Am 13. März will der bundeseigene Konzern mitteilen, wann auf der Strecke wieder Züge fahren können. Am Dienstag hieß es, es gehe um eine Verzögerung von "wenigen Wochen, nicht von Monaten". Die Lage habe in den vergangenen Tagen neu bewertet werden müssen, die Öffentlichkeit sei "umgehend" informiert worden.

"Herber Rückschlag"

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder forderte die Bahn auf, "so schnell wie möglich" ein belastbares Konzept vorzulegen, "damit die wichtige Verbindung zwischen Berlin und Hamburg wieder in Betrieb gehen kann". Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert sprach von einem "herben Rückschlag für die Menschen in unserer Region, gerade wenn ich an die Pendler denke".

Die Arbeiten sind der DB zufolge seit sechs Wochen in Verzug, weil Frost und Schnee Kabeltiefbauarbeiten für die Signal- und Stellwerksanlagen nahezu unmöglich machten. Schwierig gestalten sich der Bahn zufolge aufgrund der Kälte auch Arbeiten an den Oberleitungen.

Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin ist seit Anfang August 2025 für die Sanierung gesperrt - zunächst war mit neun Monaten Bauzeit geplant worden. Die 280 Kilometer lange Strecke führt durch fünf Bundesländer und ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken in Deutschland mit täglich rund 30.000 Fahrgästen im Fernverkehr und insgesamt 470 Zügen pro Tag.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

HamburgBerlinBrandenburgSachsen-AnhaltDeutsche BahnMecklenburg-VorpommernPatrick Schnieder