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Nicht dauerhaft zuverlässig ADAC: Diesel-Nachrüstung läuft nur bedingt

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Der nachgerüstete VW T5 im Allltagstest des ADAC.

(Foto: ADAC)

Im Dauertest des ADAC stoßen Dieselfahrzeuge mit entsprechend nachgerüsteter Hardware zwar weniger Stickoxide aus, es fehlt aber an lang anhaltender Zuverlässigkeit. Hinzu kommt ein erhöhter Diesel-Verbrauch vor allem im Winter.

Ältere Diesel-Fahrzeuge mit einer Hardware-Nachrüstung stoßen einem ADAC-Test zufolge auch auf Dauer deutlich weniger Stickoxide aus. Wenn es draußen kühler wird, halten die Systeme die mittlerweile von der Bundesregierung vorgegebenen Grenzwerte für solche Nachrüstlösungen jedoch trotzdem noch nicht ein, wie der ADAC Württemberg als Organisator eines Langzeit-Alltagstests in Stuttgart mitteilte.

Die grundsätzliche Wirksamkeit der Nachrüstungen hatte der ADAC schon vor gut einem Jahr per Test belegt. Bei der neuen Untersuchung mit drei verschiedenen Fahrzeugen und Systemen unterschiedlicher Hersteller ging es nun um den Langzeit-Effekt bei einer Fahrleistung von 50.000 Kilometern.

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Emission im winterlichen Realbetrieb.

(Foto: ADAC)

Dabei wurde die Funktionsstabilität der Systeme unter verschiedenen klimatischen Bedingungen wie Hitze, Kälte, Regen und Schnee untersucht. Um die NOx-Emissionen regelmäßig zu ermitteln, mussten sich die Testwagen alle 10.000 Kilometer auf den Abgasprüfstand einer Untersuchung nach WLTC unterziehen. Zum Untersuchungsumfang des Projekts gehörten auch mehrere Emissionsmessungen im realen Straßenverkehr.

Neben dem von der Firma Twintec Baumot umgerüsteten Opel Astra 1.7 CDTI waren zwei leichte Nutzfahrzeuge (VW T5 von Oberland-Mangold und Fiat Ducato von HJS) im Test. Nach fünf Monaten Dauertest stellte der ADAC fest, dass die prinzipielle Leistungsfähigkeit der SCR-Katalysatoren auch nach mehr als 50.000 Kilometern Laufleistung nicht nachgelassen hat.

System nicht dauerhaft zuverlässig

Allerdings zeigten sich sie Systeme nicht dauerhaft zuverlässig in ihrer Funktion. Ablagerungen und ein ineffizientes Energiemanagement führten dazu, dass die Anbieter der Katalysatoren mehrfach nachbessern mussten. Wenn die Systeme funktionierten, zeigten sie aber selbst bei Temperaturen ab 23 Grad Celsius, dass mit Hilfe der Katalysatoren und des Harnstoff AdBlue die Emissionen deutlich verringert werden konnten. Der unangenehme Nebeneffekt ist aber, dass alle getesteten Fahrzeuge mehr Diesel verbrauchen. Insbesondere im Winter, wenn die Katalysatoren auf eine Betriebstemperatur von mehr als 200 Grad erwärmt werden müssen.

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ADAC-Testanlage in Landsberg.

(Foto: ADAC)

So lag die gemessene Reduktionsrate im RDE-Test zwischen 64 und 80 Prozent und drückte den NOx-Ausstoß der getesteten Fahrzeuge so auf oder unter den Grenzwert von 270 mg/km, der laut Nachrüstrichtlinie im Temperaturbereich von plus 5 Grad bis plus 30 Grad unterschritten werden muss. Bei winterlichen Temperaturen, so das Testergebnis des ADAC, nimmt die Leistungsfähigkeit der SCR-Nachrüstsysteme deutlich ab, dennoch ist die NOx-Reduktion weiterhin ausreichend.

Doch während die Systeme die NOx-Werte ausreichend reduzieren, bleibt der hohe Stickoxidausstoß, den die Fahrzeuge vor dem Umbau aufweisen. Bis zu 2000 Milligramm Stickoxide pro gefahrenem Kilometer registrierten die Sensoren, bevor die Abgase in den nachgerüsteten SCR-Kat einströmten. Der Grenzwert für Euro-5-Fahrzeuge liegt bei 180 Milligramm, gemessen nach offiziellem Verfahren auf dem Prüfstand.

ADAC fordert ausreichende Garantien

Bei Temperaturen zwischen 5 und 13 Grad Celsius schaltet die Software auch bei den Nachrüstkatalysatoren die Abgasreinigung weitgehend ab. Das ist dann der Punkt, wo die recht wirkungsvollen Systeme die Serienemission nicht mehr in den Griff bekommen. Am Ende lasse der Test mit Blick auf den Kunden einige Fragen offen. "Der Autofahrer muss sich darauf verlassen können, ein zuverlässiges und dauerhaltbares Produkt zu erwerben, das ohne Sorge vor Folgekosten die Mobilität in den kommenden Jahren sichert", resümiert der ADAC in seinem Bericht.

Die wichtigste Forderung des Automobilklubs an die Hersteller ist, dass sie, bevor die Nachrüstsysteme im Herbst auf den Markt kommen, entsprechende Verbesserungen vornehmen und ausreichende Garantien von den Nachrüstfirmen einholen.

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Quelle: n-tv.de, hpr

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