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Smarte Sportwagenwelt App für Porsche-Carsharing

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Über eine App einen Porsche im Carsharing. Unmöglich?

Mal kurz einen Porsche von Privatpersonen mieten, um den Kunden oder die Freundin zu beeindrucken? Kein Problem. Jedenfalls in den USA. Mithilfe einer App kann der Besitzer dort seinen Porsche für ein gewisses Entgelt unter das Volk bringen.

Wer lässt schon gerne wildfremde Menschen ans Lenkrad seines nagelneuen Porsche und sitzt selbst nicht als Aufpasser daneben? Tatsächlich gibt es eine Menge Porsche-Besitzer, die bereit sind, ihr wertvolles Auto gegen eine Gebühr zu teilen. Mit einer speziellen App fürs Smartphone will der Sportwagenhersteller jetzt das Ausleihen von Privatwagen professionell organisieren. "Porsche Host" heißt die App, die die Stuttgarter mit dem US-amerikanischen Start-up Turo in Los Angeles präsentierten.

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Was braucht es einen eigenen Porsche, wenn man jederzeit einen aus Privathand sharen kann?

"Partnerschaften wie mit Turo sind der Schlüssel dafür, dass wir unsere Vision in die Realität umsetzen können, unseren Kunden völlig neue Porsche-Erlebnisse zu bieten", sagt Thilo Koslowski, Chef der Porsche Digital, Inc., einer Tochterfirma, die Dienste rund ums Auto anbietet. Turo wurde vor neun Jahren gegründet und vermittelt seither erfolgreich das Leihgeschäft zwischen Besitzer und Interessenten. Alles erinnert an ein wenig an Airbnb, das inzwischen mehr als fünf Millionen Privatwohnungen in 191 Ländern an Kurzzeitmieter vermittelt.

Bereits 5000 Porsche im Pool

Zahlen, die Porsche und Turo sicher nicht erreichen können und auch nicht wollen. Aber inzwischen locken in den USA schon fast 5000 Porsche, vom 911 über den Panamera bis zum Cayenne per App zum Ausleihen. Der Besitzer eines 911 erklärt, warum er bereit ist, sein Auto immer wieder mal zu teilen: "Ich habe meinen Porsche geleast und kann durch das Vermieten meine monatlichen Raten locker decken. Gleichzeitig kann ich mein Auto immer noch selbst nutzen".

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Routenplanung für Kurvenliebhaber über die App "Porsche Road Trip", die übrigens nicht an einen Porsche gebunden ist.

Bevor das Auto in das "Host"-Programm aufgenommen werden kann, müssen die potentiellen Vermieter eine Schulung durchlaufen. Da geht es um den Zustand des Wagens, aber auch um Fragen der Versicherung und Sicherheit des teuren Mietautos. So werden die Fahrzeuge mit GPS-Technik ausgestattet, damit sie nicht irgendwo auf der Welt verschwinden. Nach und nach wollen Porsche und Turo das Programm auch außerhalb der USA anbieten.

Weitere Apps am Start

Noch haben die Apps, die in Deutschland, Österreich, die Schweiz und natürlich auch den USA angeboten werden, eher Unterhaltungswert. Die kostenlose App "Porsche Road Trip" zum Beispiel funktioniert im Prinzip wie ein Navigationssystem, sucht aber den Weg zum Wunschziel nicht auf der schnellsten, sondern der schönsten Route. Ist der Nutzer ein Fan von kurvenreichen Strecken, schlägt das Programm entsprechende Touren vor, zeigt Bilder von Sehenswürdigkeiten, listet Hotels oder Restaurants auf, die dann auch direkt reserviert werden können. Der neue Porsche 911 wird das erste Modell sein, das "Road Trip" direkt im bordeigenen Infotainmentsystem zur Verfügung stellt. Übrigens kann die App auch von Nutzern anderer Marken genutzt werden, ist also nicht an den Besitz eines Porsche gebunden.

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Fast schon dekadent für 99 Euro im Monat, die App "Porsche 360+".

Zunächst nur für den neuen Elfer ist eine weitere App verfügbar. "Porsche 360+" ist eine Art Privatsekretär, der sich rund um die Uhr auch um ausgefallene Wünsche der Kunden kümmert. So kann das Programm versuchen, noch Karten für ein eigentlich ausverkauftes Konzert zu ergattern, bei der Suche nach einem passenden Geschenk helfen oder die perfekte Reise zum Hochzeitstag planen. Diesen Service lässt sich Porsche mit monatlich 99 Euro allerdings auch fürstlich honorieren.

Quelle: n-tv.de, s-px