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Hübsch abgerüstet Bentley Bentayga - Aristokrat mit Downsizing

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Die Modellpflege des Bentley Bentayga umfasst unter anderem einen gewachsenen Kühlergrill.

(Foto: Bentley)

Bentley bringt den Bentayga für Europa auf Kurs. Während bei Lack und Leder aufgerüstet wird, treten die Briten bei der Leistung fest auf die Bremse. Zumindest, um in unseren Breiten nicht anzuecken.

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Eine markante Neuerung sind die elliptischen Heckleuchten beim Bentley Bentayga.

(Foto: Bentley)

Von wegen, genug ist nicht genug. Weil offensichtlich selbst Sehr-Viel-Besser-Verdiener so etwas wie ein Gewissen haben, und weil sich auch Luxusmarken in Zeiten wie diesen nicht mehr alles leisten können, wird jetzt sogar Bentley vernünftig und fängt damit ausgerechnet beim Bentayga an.

Wenn der luxuriöse Geländewagen, der mit über 20.000 Exemplaren in rund vier Jahren zum bis dato größten Erfolg in der Geschichte der VW-Tochter avanciert ist, in diesen Tagen zu Preisen ab 182.000 Euro in die zweite Halbzeit geht, gibt es deshalb zwar noch mehr Lack und Leder und jede Menge neuen Luxus, doch nicht mehr Leistung. Im Gegenteil: Mit Blick auf den ökologischen Fußabdruck, die CO2-Bilanz und die drohende Bußgeld-Rechnung aus Brüssel stecken die Briten unter der Haube sogar zurück und nehmen den konkurrenzlosen W12-Motor aus dem Programm.

Nur noch ein V8 für Europa

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Statt eines 12-Zylinders werkelt jetzt nur noch ein Achtzylinder unter der Haube des Bentley Bentayga.

(Foto: Bentley)

Hinter dem noch größeren Grill, der von künftig etwas schnittigeren und vor allem filigraneren Scheinwerfern flankiert wird, gibt es deshalb zunächst nur noch den V8-Benziner aus dem Vorgänger, der obendrein nahezu unverändert ins Rennen geht. Das mag den Glanz des Bentayga subjektiv ein wenig trüben. Doch objektiv kann man dem Dickschiff auch mit acht Zylindern keinerlei Mangel unterstellen. Wie auch, wenn das Triebwerk aus vier Litern Hubraum 550 PS und 770 Newtonmeter maximales Drehmoment schöpft?

Selbst knapp 2,5 Tonnen fühlen sich dann ganz leicht an, und die linke Spur leert sich wie von selbst, wenn man den Koloss in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 katapultiert hat und danach mit bis zu 290 km/h dem Horizont entgegenjagt. Kein Wunder, dass sich die Designer hinten jetzt mehr Mühe gegeben und die Rückleuchten neu modelliert sowie die Heckklappe geglättet haben – schließlich ist das die Perspektive, aus der man einen Bentayga als normaler Straßenteilnehmer am häufigsten sehen wird.

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Das Infotainmentsystem mit riesigem Touchscreen erlaubt jetzt auch im Bentley Bentayga die drahtlose Einbindung von Smartphones.

(Foto: Bentley)

Dabei gibt der Bentley unabhängig von der Zahl der Zylinder souverän den Distinguierten, der den Kraftakt ausgesprochen stilvoll zelebriert. So protzig der Auftritt des Briten, so vornehm und kultiviert ist sein Antrieb, der wie in Watte gepackt dahinsäuselt und sich erst dann ein fernes Knurren entlocken lässt, wenn man das Pedal mit großer Vehemenz tief in den hochflorigen Teppich hämmert. Und egal ob schnelle Kurven oder engagierte Sprints – mit Luftfederung und Wankausgleich bettet der Bentayga seine Insassen wie auf Wolken und gibt ihnen mit jedem Meter das gute Gefühl, mit der Welt da draußen nicht mehr viel zu tun zu haben. So geht Adel im Auto.

Mit der Tradition gebrochen?

Während das Fahrgefühl absolut vertraut ist, erwartet insbesondere den Fahrer hinter dem Lenkrad eine neue Welt: Bei aller Liebe zur Tradition bricht sich nun auch im Bentayga die Digitalisierung Bahn und beschert dem aristokratischen Abenteuer animierte Instrumente und ein zeitgemäßes Infotainmentsystem mit kabelloser Smartphone-Integration und integrierter SIM-Karte. Außerdem durften die Kunsthandwerker nochmal ran und haben mit viel Liebe zum Detail neue Lüfter entworfen, neue Nähte ins Leder gesteppt und die Konsolen frisch gestaltet.

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Im Fond gibt es neue Sitze und etwas mehr Platz. Richtig einladend ist die zweite Reihe im Bentley Bentayga aber immer noch nicht.

(Foto: Bentley)

Auch die Hinterbänkler profitieren von der Modellpflege. Zwar gibt es auch nach vier Jahren keine zweite Karosserievariante, und weder der lange Radstand noch das Coupé haben es in die Produktion geschafft. Doch mit neuen Sitzmöbeln haben Ingenieure und Designer immerhin ein paar Zentimeter gutgemacht und so etwas mehr Fußraum für die Passagiere im Fond geschaffen. Erstklassig sitzen vor allem Erwachsene dort aber noch immer nicht. Das können profane Protz-Geländewagen wie der BMW X7 und der Mercedes GLS besser. Doch ein wenig lässiger lässt es sich dort jetzt allemal lümmeln, und man muss nicht mehr in aufrechter und unbequemer Position Kilometer für Kilometer über sich ergehen lassen.

Zwar macht Bentley bei uns auf nachhaltig, verantwortungsvoll und CO2-bewusst. Doch so ganz haben die Briten die Lust an der Leistung noch nicht verloren. Und die Kunden offenbar auch nicht. Denn während sie die Europäer mit der Aussicht auf den Bentayga Hybrid als sparsamsten Bentley aller Zeiten bei der Stange halten, schlagen sie im Rest der Welt ganz andere Töne an: Für die USA, den Nahen und den Fernen Osten wird es auch künftig wieder einen Zwölfzylinder geben, der als Speed mit 635 PS, 900 Newtonmeter und einem Spitzentempo von 306 km/h als "ultimativer Bentayga" die Konkurrenz in Grund und Boden fahren will.

Quelle: ntv.de, Benjamin Bessinger, sp-x

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