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14 Plätze auf der Kurzstrecke Erstes Passagierflugzeug mit E-Antrieb

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Noch dreht die eCessna mit 14 Sitzplätzen und Elektroantrieb nur eine kleine Runde.

(Foto: Magnix)

Noch gehen die Meinungen über elektrisch betriebene Flugzeuge auseinander. Zwei US-Unternehmen sind aber von einer günstigen Kosten-Nutzen-Rechnung überzeugt und starten erfolgreich den ersten Testflug mit einer Cessna Grand Caravan 208B. Natürlich mit E-Antrieb.

Die US-Unternehmen AeroTec und MagniX haben einen ersten Flug mit dem bislang größten rein elektrisch angetriebenen Passagierflugzeug durchgeführt. Geflogen wurde mit einer 18 Jahre alten Cessna Grand Caravan 208B, die vom Ingenieurbüro AeroTec und E-Antriebsspezialisten Magnix auf einen Magni500-Motor umgerüstet wurde.

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Der Antrieb wurde bereits in einer kleineren Cessna im vergangenen Jahr getestet.

(Foto: MagniX)

Dieser Antrieb ist bereits 2019 erfolgreich in dem in analoger Weise elektrifizierten Sechssitzer-Wasserflugzeug DHC-2 de Havilland Beaver getestet worden. Wie bei der Beaver erlaubte der 760 PS starke E-Antrieb von MagniX mit der eCessna einen gut 30-minütigen Flug um den Airport von Moses Lake im US-Bundesstaat Washington.

Roni Ganzarski, CEO von MagniX, erklärte, warum man sich auch in seiner Firma für die Cessna entschieden hat. "Für uns ging es wirklich darum, etwas Praktisches, etwas Reales zu nehmen. Die Cessna Caravan ist eines der am weitesten verbreiteten Kurzstreckenflugzeuge. Es ist eine phänomenale Plattform", sagte Ganzarski. "Die Herausforderungen sind der hohe Spritverbrauch, hohe Emissionen, die intensive Wartung und die Betriebskosten pro Stunde."

Kostensenkung um bis zu 80 Prozent

Ganzarski glaubt aber fest daran, dass eine elektrische Version der Cessna Caravan die Betriebskosten um 40 bis 80 Prozent pro Flugstunde senken könnte. Der 30-minütige Testflug kostete weniger als sechs US-Dollar für Strom. Im Normalfall verbraucht eine mit einem Verbrenner betriebene Cessna Treibstoff im Wert von mehr als 300 US-Dollar über diese Distanz, so Ganzarski.

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Ab 2021 sollen Flüge mit neun Passagieren und über 160 Kilometer stattfinden.

(Foto: MagniX)

Zusätzlich zu den niedrigeren Kraftstoffkosten wird erwartet, dass der Einsatz von Elektromotoren die Wartungskosten erheblich senkt. Die normalerweise üblichen Motorüberholungen nach maximal 4000 Betriebsstunden würden entfallen. Allerdings hat Ganzarski in seiner Rechnung nicht die Kosten benannt, die ein neuer Energiespeicher verursachen würde. Denn natürlich ist auch der irgendwann an seine Grenzen gekommen. Skeptiker gehen davon aus, dass genau diese Aufwendung einen enorm hohen und momentan nicht zu kalkulierenden Posten in der elektrischen Luftfahrt ausmachen wird.

Hinzu kommt, dass Flugzeit, Passagierzahl sowie Reichweite aufgrund der aktuell verwendeten Batterietechnik stark begrenzt sind. Dennoch sehen Ganzarski und seine Mitstreiter Potenzial für einen kommerziellen Einsatz. Bis 2021 will man von den US-Behörden eine Zulassung für den Einsatz der eCaravan mit besserer Batterietechnik bekommen. Dann sollen Flüge mit bis zu 160 Kilometer Reichweite und mit bis zu neun Passagieren möglich sein.

Quelle: ntv.de, hpr