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Moderner Korrosionsschutz Kampf dem Rost am Blechkleid

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Dank einer Zinkschicht ist Rost an modernen Autos en fast vergessenes Thema.

(Foto: Thomas Seeber)

Rost ist schon lange nicht mehr die größte Schwäche eines Autos. Dennoch ist das braune Elend nicht gänzlich vom Tisch. Die Hersteller setzen einiges daran, guten Korrosionsschutz zu bieten. Aber auch der Fahrer muss seinen Beitrag leisten.

Richtige Rostlauben sieht man kaum mehr auf den Straßen. Die einst gefürchteten braunen Flecken, die schon so manchen Wagen um die TÜV-Plakette gebracht haben, treten heutzutage nur noch selten auf. Vor allem in den ersten Jahren nach der Produktion ist Rost so gut wie kein Thema mehr. Nicht umsonst geben fast alle Autobauer zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung. Dafür haben die Hersteller aber auch einiges an Hirnschmalz investiert und zahlreiche rostige Autos untersucht. Jörg Saßmannshausen, Rost-Experte bei Ford, betont: "Wir analysieren jede Kundenreklamation genau, um sicherzustellen, dass keine Fehler unentdeckt bleiben."

Das unedle Material rostet

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Solche Bilder sind im Straßenverkehr äußert selten geworden.

(Foto: dpa)

Rost entsteht immer da, wo Wasser und Sauerstoff an das Metall gelangen. Deshalb versuchen die Hersteller, ihre Materialien so gut wie’s geht zu schützen. Ein Garant dafür ist die Verzinkung der Karosserie. Die Zinkschicht ummantelt Stahl und Leichtbaumaterialien und bewahrt sie vor Feuchtigkeit und Luft. Das heißt aber nicht, dass Zink nicht rosten kann. Im Gegenteil, er soll es sogar. Denn: Treffen zwei Materialien aufeinander, fördert das zwar die Rostbildung - doch wenn es feucht wird, rostet immer das unedlere Material. In diesem Fall das Zink, das geopfert wird, um den höherwertigen Stahl oder das Aluminium zu schützen.

Während die Korrosion des Zinks also freiwillig in Kauf genommen wird, versuchen die Hersteller an den meisten Verbindungsstellen einen direkten Kontakt zweier Metalle zu verhindern. Spannend: Obwohl Karbon ein Kunststoff ist, kann auch der Kohlefaserstoff durch seine extrem gute, elektrische Leitfähigkeit als Rostbeschleuniger wirken, wenn er direkt auf Metall trifft. Um das Aufeinandertreffen zweier Materialien zu vermeiden, gibt es verschiedene Lösungswege. Jeder Hersteller hat hier seinen eigenen Methode gefunden: Ford beispielsweise nutzt mittlerweile häufig Klebstoffe als "Isolierung" und schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe. Der Kleber verbindet die beiden Teile und verhindert gleichzeitig ein direktes Aufeinandertreffen. Außerdem dient er auch noch als Dichtmaterial, das verhindert, das Wasser in die Flansch-Stelle eintreten kann.

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Einen hundertprozentigen Schutz gegen Rost gibt es auch bei modernen Autos nicht.

(Foto: Thomas Seeber)

Metall vor Feuchtigkeit zu schützen, das haben die Autohersteller früher mit einer Wachsschicht versucht. Dieser teilweise kompliziert aufzutragende und empfindliche Schutzfilm ist heute nicht mehr zwingend nötig: Neben der Abdichtung durch Kleb- oder spezielle Dichtstoffe versuchen die Ingenieure, viele Bauteile gleich so zu konstruieren, dass sie gut durchlüftet werden und sich erst gar keine Nässe bildet. Dazu kann auch jeder Autofahrer selbst einen Beitrag leisten: Ein offener, luftiger Car-Port ist für den Wagen meistens viel besser als eine beheizte Garage.

Unterbodenwäsche und Fachwerkstatt

Und es gibt noch mehr, was man als Autofahrer tun kann. Rost-Experte Saßmannshausen: "Der Korrosionsschutz ab Werk reicht aus, um vor Durchrostung innerhalb von 12 Jahren zu schützen. Dennoch empfiehlt sich, im Winter regelmäßig eine Unterbodenwäsche durchzuführen. Damit werden die Reste von Straßensalz entfernt." Denn: Auch das Streusalz beschleunigt den Rostprozess. Eine zusätzliche Hohlraumversiegelung dagegen, wie sie viele Autofahrer oft noch direkt nach dem Neuwagenkauf durchführen lassen, sei nicht zwingend nötig, so Saßmannshausen. Schaden kann sie allerdings auch nicht.

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Streusalz kann dem Unterboden eines Fahrzeugs auch heute noch arg zu schaffen machen.

(Foto: dpa)

Apropos Schaden: Weil Korrosion am ehesten dort entsteht, wo die Schutzschicht des Metalls – sei es Lack, die Verzinkung oder eine spezielle Versiegelung – beschädigt ist, sollten auch kleine Macken zügig ausgebessert werden; typische Stellen sind offensichtliche Kratzer, aber zum Beispiel auch der Bereich hinter Plastikverkleidungen, die, zusammen mit etwas Dreck, wie Schmirgelpapier den Lack aufreiben können. Wer solche Stellen entdeckt, greift entweder selbst zum Lackstift oder lässt einen Werkstatt ran.

Zum Thema Werkstatt selbst hat der Korrosions-Spezialist aber auch noch einen Rat: "Oft entsteht Rost auch, wenn Reparaturen an der Karosserie nicht sachgemäß durchgeführt wurden." Deshalb empfiehlt Saßmannshausen wahrscheinlich nicht ganz uneigennützig immer einen Fach-Händler aufzusuchen. Die Meister in der Marken-Werkstatt seien geschult und wüssten, was zu beachten ist, um beim Reparieren nicht dem Korrosionsschutz zu schaden.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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