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Acht Monate hat es gedauert, den Ur-Posche in seinem urspünglichen Zustand nachzubauen.
Acht Monate hat es gedauert, den Ur-Posche in seinem urspünglichen Zustand nachzubauen.(Foto: Porsche)
Mittwoch, 30. Mai 2018

Originaler als das Original: Porsche baut Ur-Version seiner "Nr. 1" nach

Der Ur-Porsche, ein 356, existiert noch immer. Allerdings sieht er ganz anders aus als in der vor 70 Jahren zugelassenen Originalfassung. Jetzt hat Porsche einen Nachbau auf die Räder gestellt - der allerdings auf einen wesentlichen Bestandteil verzichten muss.

Auch ein weltweit bekanntes Unternehmen wie Porsche hat einmal klein angefangen. Das war vor ziemlich genau 70 Jahren mit der offiziellen Erteilung der Betriebserlaubnis für den ersten 356, der einst in mühseliger Handarbeit aufgebaut wurde. Eben jener Porsche Nr. 1 hat sich über die Jahre immer wieder verändert. Ob ramponiert, repariert oder modernisiert - die ursprüngliche Form blieb auf der Strecke. Seinen 70. Geburtstag hat Porsche zum Anlass genommen, in achtmonatiger Detailarbeit ein Fahrzeug aufzubauen, das der verlorengegangenen Ursprungsform deutlich näher kommt. Bald wird dieser ambitionierte 356-Nachbau auf Welttournee geschickt.

Der Porsche "Nr. 1" hat viel erlebt.
Der Porsche "Nr. 1" hat viel erlebt.(Foto: Porsche)

Um möglichst nahe ans Original zu kommen, war eine akribische Vorarbeit gefragt. Unter anderem wurde der im Porsche-Museum ausgestellte erste 356 mit 3D-Scannern vermessen und mit ursprünglichen Konstruktionszeichnungen abgeglichen. Dabei offenbarten sich etliche Unterschiede. Aufzeichnungen, alte Fotos und weiteres Archivmaterial halfen, das Computermodell auf die Urform zu trimmen. Auf dieser Basis wurde ein 1:1-Modell aus einem Hartschaumblock gefräst, das dann als Vorbild für die nachfolgenden Karosseriearbeiten diente.

Ohne Motor um die Welt

Mithilfe originalgetreuer Prüfwerkzeuge wurde anschließend in Handarbeit aus Aluminium die "Nr. 1"-Karosserie über den Gitterrohrrahmen gebogen, gezogen und getrieben. Unter mehreren Farbschichten des Armaturenbretts konnten die Nachbau-Experten zudem die Originallackierung ausfindig machen, in die dann auch der Nachbau gehüllt wurde.

Für den Innenraum hat Porsche ein Armaturenbrett mit zeitgenössischen Instrumenten verbaut und zudem in der Webtechnik der 40er-Jahre gefertigte Teppiche verlegt. Einen Motor bekam der neu aufgebaute Ur-Porsche hingegen nicht. Als Hinterachse dient ein einfaches Rohr. Lediglich Lenkung und Vorderachse stammen von einem VW Käfer, der ja einst auch als Teilespender für den ersten 356 diente.

In den kommenden Monaten will Porsche den Roadster ohne Motor auf verschiedenen Veranstaltungen präsentieren. Unter anderem sind Auftritte in Goodwood beim Festival of Speed oder auf einer Automesse in China geplant. Von Mitte Juli bis Ende September ist das Fahrzeug außerdem im Porsche-Museum in Zuffenhausen zu sehen.

Quelle: n-tv.de