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Vom Rollator bis zum Future-Car Tokyo Motor Show – hier denkt man weiter

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Das Mitsubishi MI-Tech Concept hat dann doch den SUV-GEdanken aufgegriffen und er wurde hier recht martialisch interpretiert.

(Foto: Fabian Hoberg)

Studien sind oftmals Fingerübungen der Designer. Gleichsam geben sie aber auch einen Ausblick in die Zukunft. Bei der Tokyo Motor Show sieht die gut aus – zumindest für einen ganz bestimmten Personenkreis.

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Ein Rollator der sich selbst aufstellt und den alten Menschen führt. In Japan soll es das bald geben.

(Foto: Fabian Hoberg)

Mit einem Knopfdruck faltet sich der Rollator auf. Aus einem Tablett wird eine Sitzfläche, wobei sich das Gefährt vollautomatisch aber sehr vorsichtig auf die Reise macht. Einen hohen Schiebeimpuls muss der Besitzer nicht mehr auftreiben. Ein unnötiger Luxus? Wohl kaum. Für die immer älter werdende Bevölkerung Japans machen sich Designer und Ingenieure Gedanken, wie sie deren Alltag in Zukunft einfacher gestalten können. Der Robo-Rollator ist eine Idee dafür – aber nicht die einzige.

Auf der Tokyo Motor Show geben Studien einen guten Ausblick auf die Zukunft Japans. Die Fahrzeuge sind auf den heimischen Markt zugeschnitten; kleine Autos, die wenig Raum einnehmen. Wie das Nissan IMk concept. Die neue Kleinwagenstudie ist ein Kei-Car mit Elektromotor. Die Studie auf Basis des erfolgreichen Nissan-Kleinstwagens Dayz hat große Chancen auf Serientauglichkeit. Allerdings nur für den japanischen Markt. Einparken lässt sich das 3,43 Meter kurze Konzeptfahrzeug per Smartphone. Das Armaturenbrett ist abgesehen vom Automatikwahlhebel und Startknopf frei von Schaltern, alle Informationen erhält der Fahrer über Displays.

Der olympische Gedanke

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Der Peoplemoover von Toyota soll die Menschen zu den Olympischen Spielen von Stadion zu Stadion bringen.

(Foto: Toyota)

Displays benötigen Sportler, Funktionäre und Besucher bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio nicht. Denn sie können sich mit dem Toyota Peoplemoover durch die Stadt fahren lassen. Damit sollen sie die einzelnen Sportstätten schneller, sicherer und umweltfreundlicher erreichen. Bis zu sechs Personen passen ins Fahrzeug. Nach Deutschland wird es aber nicht kommen.

Ebenso wenig wie das vollvernetzte Konzeptfahrzeug Toyota LQ. Der persönliche Assistent "Yui" stellt mit künstlicher Intelligenz eine Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Fahrer dar, denn die Studie fährt autonom. "Yui" nimmt Gemütszustände der Passagiere wahr und reagiert darauf. Im Innenraum kommen unter anderem dünne OLED-Instrumentenanzeigen, Head-up-Display sowie farbige Panels am Dachhimmel und im Fußraum zum Einsatz.

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Toyota kann aber auch anders in die Zukunft blicken. Zum Beispiel mit dem LQ.

(Foto: Fabian Hoberg)

Selbst ans Steuer können dagegen Insassen der rund 2,50 Meter kurzen Toyota Elektro-Studie. Es ist das erste Vollelektroauto der japanischen Marke, bietet zwei Personen Platz und eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern mit einer Akkuladung. Dabei ist allerdings die Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h begrenzt. Die verschiedenen Fahrzeugkonzepte lassen sich für unterschiedliche Einsatzzwecke verwenden, wie Fahrhilfen für ältere Menschen, ein mobiles Büro oder ein E-Scooter.

Waku-Waku nicht nur bei Suzuki

Suzuki feiert nächstes Jahr sein 100-jähriges Bestehen und schenkt sich ein paar Fahrzeugstudien. Suzuki nennt seine neueste Studie Waku-Waku, was so viel wie aufregend oder spannend bedeutet. Das kompakte Konzeptauto mit Plug-in-Hybrid-Antrieb lässt sich an Front und im Innenraum individuell anpassen. Der Suzuki Hanare zählt ebenfalls zu den vielen Konzeptfahrzeugen von Suzuki. Es ist ein selbstfahrendes Auto, das als freistehender Lebensraum konzipiert wurde. Der Innenraum des Hanare ist groß und multifunktional. Damit sollen junge Kunden gelockt werden.

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Suzuki präsentiert in Tokio die Studie Waku-Waku.

(Foto: Fabian Hoberg)

Ebenso wie mit dem Mitsubishi MI-Tech Concept. Das offene, martialisch aussehende SUV kommt mit Überrollbügel, grobstolligen Reifen, Unterfahrschutz, breiten Trittbrettern und ausgestellten Radhäusern. Beim Antrieb setzt Mitsubishi auf ein Plug-in-Hybrid, wobei eine Gasturbine als stationärer Motor die Reichweite des Elektromotors verlängert. Die Turbine verbrennt Diesel, Kerosin oder Alkohol. An jedem Rad sitzt ein Elektromotor, der die Räder nicht nur antreibt, sondern auch abbremst.

Wohl ebenso eher eine Fingerübung der Designer als serientauglich ist das Lexus LF-30 Electrified Concept. Sehr futuristisch wirkt das lange Fahrzeug mit den weit nach oben öffnenden Türen, dem Elektroantrieb und den großen Rädern. Praktisch: Die Lichtdurchlässigkeit der Seitenscheiben lässt sich einstellen. Die vier Passagiere können die Landschaft oder ihre Privatsphäre genießen. Dabei muss keiner von beiden selbst fahren. Die Studie fährt elektrisch und autonom. Per Knopfdruck. Fast wie beim Rollator. Nur schneller!

Quelle: ntv.de