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Der TagAlgerien will wieder die Todesstrafe - für Brandstifter

15.09.2026, 20:58 Uhr

Was haben China, Japan, Saudi-Arabien und die USA gemeinsam? Sie verhängen immer noch die Todesstrafe. Noch ein weiteres Land hat wohl eine Abkehr von der Ächtung dieser grausamen Praktik beschlossen - aber aus anderen Motiven: Algerien will die Todesstrafe nach mehr als 30 Jahren faktischer Aussetzung wieder anwenden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnt vor der Entwicklung und verlangt von der algerischen Regierung stattdessen ein offizielles Hinrichtungs-Moratorium als "ersten Schritt zur vollständigen Abschaffung der Todesstrafe". Warum will die Regierung in Algier wieder Menschen vom Staat für Straftaten töten lassen? Die verheerenden Waldbrände im Sommer hatten die Debatte über den Umgang mit Brandstiftern im Land ausgelöst. Im August wies dann Präsident Abdelmadjid Tebboune den Justizminister an, das Strafgesetzbuch zu ändern und die Todesstrafe bei vorsätzlicher Brandstiftung einzuführen. Auch bei Kindesmissbrauch und Kindesentführungen sollte ihm zufolge künftig die Todesstrafe möglich sein - Mord oder Vergewaltigung fehlen in den Ankündigungen als Verbrechen, die mit der Todesstrafe geahndet werden könnten. Bei Bränden im Nordosten des Landes waren offiziellen Angaben zufolge im August zwölf Menschen ums Leben gekommen. Viele der Brände wurden der Regierung zufolge vorsätzlich gelegt.

Quelle: ntv.de