Der Tag"Das war fast wie ein Tsunami" - was sich die Flutopfer wirklich wünschen

In den vom Hochwasser betroffenen Regionen im Westen Deutschlands beginnt das große Aufräumen. Die Helfer versuchen, an die Häuser heranzukommen und suchen nach Vermissten. ntv.de-Leser Arne H. schreibt uns: "Wir sind am Samstagmorgen mit einem Allrad LKW an die Ahr gefahren, genauer nach Mayschoss. Dort haben wir Freunde und Bekannte. Es gibt keine Teerstraßse mehr. Man kommt nur über Feldwege weiter. Für die letzten 5 km brauchten wir fast 2 Stunden. Das örtliche Bauunternehmen repariert den Feldweg aber immer wieder. Es gibt keinen Strom, kein Trinkwasser, kein Handynetz, kein Gas." Liebe Leserinnen und Leser - bitte trotzdem nicht nachmachen, Sie gefährden sich und andere!
Aber Arne H.'s Geschichte wollen wir trotzdem noch zu Ende erzählen: "Angekommen im Dorf wurden wir zur Kirche geleitet, um die Waren dort abzugeben. Diese kann sich jeder Bewohner abholen. Wir wurden freundlich empfangen und man bot uns gleich etwas zu essen an. Es wirkte alles ganz gut organisiert. Der Ort hat sich sein Krisenmanagement selbst aufgebaut. Das funktionierte aus meiner Sicht recht gut." Zwei Bilder sind Arne H. im Kopf haften geblieben: Ein älterer Herr, der zwischen Schlamm, verdreckten Möbeln und im Ölgeruch saß und dennoch freundlich grüßte. Und die Bewohner, Helfer und Feuerwehr, die von Haus zu Haus gehen. Arne H. fasst zusammen: " Egal was los ist - Eigeninitiative hilft. Der Staat kann nicht alles leisten, muss es aber versuchen. Und meckern kann man immer. Aber das bringt niemanden weiter."
Eine der vom Hochwasser Betroffenen ist Maike Büsel aus Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie ist Mutter von zwei kleinen Kindern und beschreibt im Podcast "heute wichtig", wie dramatisch schnell das Wasser ins Haus kam: "Das war fast wie ein Tsunami".
Das sei alles viel zu schnell gegangen, um die Leute davor zu warnen. Keiner habe mit solchen Wassermassen gerechnet, erzählt Maike Büsel. "Neben uns ist der Gartenzaun eingekracht, die Türen wurden aufgedrückt, die Scheiben sind zersprungen. Innerhalb von vier bis fünf Minuten stand das Haus komplett unter Wasser." Außerdem sagt sie, was sie sich nun von der Politik an Unterstützung erhofft.