mit Friederike ZörnerÜbler Gestank in Siegen stellt Behörden vor Rätsel
In der gesamten Innenstadt von Siegen ist einer metallischer, brandähnlicher Geruch wahrnehmbar - zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen. Feuerwehr und Umweltamt seien die Nacht hindurch im Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher. Seit Montagabend hätten zahlreiche Menschen den Notruf gewählt und zunächst vermutet, dass es in ihrem Haus ein Gasleck gebe. Bislang sei es den Einsatzkräften aber nicht gelungen, die Ursache für den unangenehmen Gestank zu finden. Die Bevölkerung wurde über die Warn-App Nina informiert. Es gebe allerdings keine Hinweise darauf, dass gesundheitsgefährdende Stoffe in der Luft seien.
Vor zwei Wochen hatte sich derselbe Geruch schon einmal in Siegen ausgebreitet. "Auch da haben wir leider nichts gefunden", sagte der Sprecher. "Das Umweltamt ist die heimische Industrie abgefahren und hat die Kanalisation überprüft - aber ohne Ergebnis." Wie damals gebe es auch diesmal wegen einer Inversionswetterlage nur wenig Luftbewegung, sodass der unangenehme Geruch nur sehr langsam abziehe. Die Menschen müssten aber keine besonderen Vorkehrungen treffen, betonte die Feuerwehr. Der Geruch sei zwar sehr unangenehm, aber wohl ungefährlich.
König Haakon und Ingrid Alexandra: Rätsel um Marathon-Start
Norwegens König Haakon VIII. und Kronprinzessin Ingrid Alexandra waren offenbar für einen Marathon in Dänemark gemeldet. Wie die norwegische Zeitung "VG" berichtet, standen ihre Namen auf der Teilnehmerliste des Skagen Marathon, der am vergangenen Samstag ganz im Norden Dänemarks ausgetragen wurde. Gestartet sind die beiden jedoch nicht. Auffällig ist die Art des Eintrags. Ein Teilnehmer namens "Haakon Magnus" aus Oslo war demnach für die volle Marathondistanz gemeldet, mit Startnummer 4562 im Startblock B. Angegebenes Alter: 53 Jahre, genau wie beim König. Direkt dahinter folgte "Ingrid Alexandra", ebenfalls aus Oslo und 22 Jahre alt, mit Startnummer 4563 im selben Block. Alle anderen Läuferinnen und Läufer seien mit vollem Namen samt Nachnamen aufgeführt gewesen.
Der Veranstalter bestätigte der Zeitung, dass beide Anmeldungen korrekt seien. Mehr wollte Cecilie Bengtzon vom Organisationsteam nicht verraten. Man könne weder bestätigen noch dementieren, wer komme, freue sich aber über alle norwegischen Gäste, antwortete sie. Der Lauf war schon seit Mitte Juli mit mehreren Tausend Teilnehmern ausverkauft. Der Königspalast in Oslo hält sich bedeckt. Man äußere sich üblicherweise nicht zum privaten Programm der Royals, ließ die Presseabteilung per E-Mail wissen. Im offiziellen Kalender des Königshauses tauchte der Lauf nicht auf. Das ist bei privaten Reisen allerdings tatsächlich nicht üblich.
Trump versucht Wähler mit steuerfreiem Diesel zu locken und hetzt gegen Demokraten
Die massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten in den USA setzen den Republikanern zu. Bei den anstehenden Midterms könnten die Wählerinnen und Wähler die Partei von US-Präsident Donald Trump abstrafen. Der gibt alles, die Stimmung noch zu drehen. Angesichts der verhältnismäßig hohen Treibstoffpreise erweiterte der Staatschef nun per Dekret den Zugang zu steuerfreiem Diesel für Autofahrer. Trump unterzeichnete am Montag eine entsprechende Anordnung, die es allen Bürgern erlaubt, diese Diesel-Art zu kaufen, die sonst landwirtschaftlichen Maschinen und nicht für den Straßenverkehr bestimmten Fahrzeugen vorbehalten ist.
Bei einem Wahlkampfauftritt in Nebraska warnte er gleichzeitig vor einer düsteren Zukunft, sollten die Demokraten die Zwischenwahlen am 3. November gewinnen. Trump rief seine Anhänger auf, so zu tun, als stünde er selbst zur Wahl, und die Abstimmung als Referendum über seine Regierung zu betrachten. Seine Partei versucht, die Wähler davon zu überzeugen, dass die unter ihm geschaffenen Investitionen die Belastungen durch höhere Preise infolge des Krieges gegen den Iran überwiegen. Trump zeichnete ein Schreckensszenario für den Fall eines Sieges der Demokraten. "Sie wollen alles niederbrennen", sagte er über die Partei. Zudem wiederholte er sein Versprechen, allen Erwachsenen 5000 Dollar zu zahlen, sollten die Republikaner die Zwischenwahlen gewinnen.
Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung: Druck auf Eliteuni wird größer
Wurde eine Studentin der US-Eliteuniversität Cornell im Oktober 2024 unter Drogen gesetzt und von mehreren Mitgliedern einer Studentenverbindung vergewaltigt? Diese Frage treibt derzeit die US-Öffentlichkeit um. Inzwischen verschärfen sich auch die Reaktionen auf den Umgang der Hochschule mit dem Fall. Mehrere Medien berichteten von eingeschlagenen Fensterscheiben und Graffiti an den Wänden eines Gebäudes auf dem Campus, die der Universität vorwerfen, Vergewaltiger zu schützen. "Wir verstehen die Frustration und die starken Emotionen in unserer Universitätsgemeinschaft. Diese Bedenken verdienen Gehör, doch Sachbeschädigung ist nicht die Lösung", hieß es in einer Mitteilung der Cornell.
Die Polizei der Universität hatte im November 2024 mit der Untersuchung des Vorfalls begonnen und schriftlich festgehalten, dass die Frau, die nur unter dem Pseudonym Jane Doe bekannt ist, kürzlich in dem Haus einer Verbindung namens Chi Phi von mehreren Männern vergewaltigt worden sei. Die "New York Times" hat die Unterlagen der Universitätsuntersuchung des Falles ausgewertet. Demnach wurden zwei Beschuldigte der Universität verwiesen, zwei suspendiert und mit Disziplinarmaßnahmen auf Bewährung belegt, ein Beschuldigter wurde zur Persona non grata erklärt. Zwei Männer hätten Kontaktverbote erhalten, "Schulungsmodule" absolvieren und "Reflexionspapiere" schreiben müssen. Die Unterlagen stellen demnach auch fest, dass die Männer per Chat im Haus dazu aufriefen, sich am Sex mit der Frau zu beteiligen, und dass sie zum Drogenkonsum gezwungen wurde. Strafrechtliche Konsequenzen gab es dafür allerdings nicht. Nach einer neuen Zivilklage und wachsender öffentlicher Kritik wird der Fall inzwischen von New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James untersucht.
"Familienangelegenheit" unterbricht Dreharbeiten von Robert Pattinsons "The Batman 2"
Die seit Juni laufenden Dreharbeiten zu "The Batman Part II", mit Robert Pattinson in der Hauptrolle, sind angehalten worden. Die Produktion müsse vorübergehend pausieren, während sich Regisseur Matt Reeves einer "Familienangelegenheit" widme, hieß es nach US-Medienberichten in einer Mitteilung von DC Studios. "Matt hat die volle Unterstützung von DC Studios, und wir freuen uns darauf, die Reise bald fortzusetzen", zitierte das Filmportal "Deadline.com" aus der Mitteilung. Einzelheiten über die Auszeit des US-Regisseurs wurde nicht bekannt. Der Drehstart für die Fortsetzung des Kinohits "The Batman" hatte sich im Laufe der Produktionsvorbereitungen mehrmals verzögert. Der Film soll aktuell im Februar 2028 in die Kinos kommen. Über einen möglichen Aufschub des Kinostarts wurde bislang nichts bekannt.
Das wird heute wichtig
Guten Morgen,
im Magdeburger Landtag kommt es heute zu einer historischen Abstimmung: Erstmals könnte ein AfD-Politiker - und dazu noch ein Vertreter eines gesichert rechtsextremen Landesverbands - zum Präsidenten des Parlaments und damit ranghöchsten Politiker von Sachsen-Anhalt gewählt werden. Zwar hat die AfD keine eigene Mehrheit, doch das BSW hat angekündigt, ebenfalls für den Kandidaten Tobias Rausch zu stimmen. Zivilgesellschaftliche Bündnisse rufen zum Protest auf. Wir behalten die Parlamentssitzung ab 11 Uhr für Sie im Blick.
Diese Themen stehen heute außerdem auf der Liste:
In Stockholm steht die zweite Nobelpreis-Entscheidung des Jahres an: Gegen 11.45 Uhr wird die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften (KVA) verkünden, wer in diesem Jahr mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet wird.
Das Berlin-Institut für Bevölkerungsentwicklung stellt um 10 Uhr zum fünften Mal seine Studie "Demografische Lage der Nation" vor.
Das Bundesverkehrsministerium legt ab 12 Uhr einen sogenannten Infraplan für die Schiene vor. Der Plan soll für mehr Transparenz sorgen, wie die Infrastruktur Schritt für Schritt leistungsfähiger und verlässlicher werden soll.
In Frankfurt am Main wird um 17 Uhr die 78. Frankfurter Buchmesse eröffnet. Die Messe öffnet dann ab morgen zunächst für Fachbesucher ihre Tore.
Schülervertreter haben in ganz Frankreich zu Kundgebungen und Protesten aufgerufen. In Paris ist um 14 Uhr eine Demonstration auf dem Place de la République geplant.
Vor dem Landgericht Traunstein wird das Urteil im Vergewaltigungsprozess gegen eine inzwischen vom Dienst suspendierte Polizistin erwartet. Sie soll eine 14-Jährige vergewaltigt und Hunderte kinderpornografische Dateien besessen haben.
Der Theodor-Wolff-Preis (BDZV) und der Wächterpreis für investigativen Journalismus werden ab 19 Uhr in Berlin verliehen.
Spaniens Verfassungsgericht könnte in einer Grundsatzentscheidung den Weg für die Rückkehr des früheren katalanischen Separatistenchefs Carles Puigdemont freimachen.
Der Prozess gegen Christina Block wegen mutmaßlicher Kindesentführung geht ab 9.30 Uhr in Hamburg weiter.
Beim Eurojackpot geht es bei der Ziehung gegen 21 Uhr erneut um den größtmöglichen Gewinn von 120 Millionen Euro.
Die deutsche U21-Nationalmannschaft will zum Abschluss der Länderspielpause das Ticket für die Europameisterschaft im kommenden Sommer lösen. Die Nachwuchskicker des Deutschen Fußball-Bundes treffen ab 18 Uhr in Bielefeld auf Georgien.
Kommen Sie gut in den Tag. Mein Name ist Friederike Zörner. Bis zum frühen Nachmittag versorge ich Sie mit Nachrichten aus aller Welt. Bei Fragen oder Hinweisen erreichen Sie mich via Mail an friederike.zoerner[at]ntv.de.
Defektes Pfefferspray löst Polizeieinsatz in ICE aus
Viele meckern - berechtigterweise - über die Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn. In diesem Fall kann der Konzern allerdings ausnahmsweise nichts dafür: Ein in einem ICE unbeabsichtigt ausgelaufenes Pfefferspray hat am Hauptbahnhof in Fulda für einen Polizeieinsatz gesorgt. Am späten Abend hielt der Zug an dem Bahnhof in Osthessen notfallmäßig, da bis zu 15 Personen über Atembeschwerden und Augenreizungen klagten, wie die Bundespolizei Koblenz mitteilte. Demnach hatte ein Angestellter einer privaten Sicherheitsfirma ein Pfefferspray im Gepäck bei sich, welches ausgelaufen war und die Beschwerden ausgelöst hatte. Nachdem ein Wagen geräumt und alle Betroffenen vom Rettungsdienst begutachtet worden waren, setzte der ICE seine Fahrt fort, wie es weiter hieß. Verletzt wurden den Angaben nach niemand.
Für Sahra Wagenknecht ist ein AfD-Landtagspräsident eine "Selbstverständlichkeit"
Vor der voraussichtlich erstmaligen Wahl eines AfD-Parlamentspräsidenten hat BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht die geplante Zustimmung ihrer Partei dazu verteidigt. "Das BSW beendet die Brandmauer-Idiotie! Die stärkste Fraktion eines Landtags sollte auch den Landtagspräsidenten stellen - bei 44 Prozent Wählervotum sollte das eine Selbstverständlichkeit sein." Diese parlamentarische Normalität dürfe nicht länger für die AfD außer Kraft gesetzt werden. Man habe vor der Wahl einen vernünftigen Umgang mit der AfD und ein Ende der Brandmauer versprochen. "Das lösen wir jetzt ein", sagte Wagenknecht.
Sie kritisierte Vergleiche aus SPD und Linkspartei mit dem nationalsozialistischen Reichstagspräsidenten Hermann Göring. Linken-Politikerin Eva von Angern hatte gewarnt: "Nach Hermann Göring darf nicht der erste Präsident eines Parlaments aus einer rechtsextremen Partei hier in Sachsen-Anhalt" kommen. Die SPD hatte auf Instagram geschrieben: "Der erste rechtsextreme Parlamentspräsident seit Hermann Göring? Nicht mit uns!" Göring war von 1932 bis 1945 Reichstagspräsident. Wagenknecht sprach von einem Tiefpunkt in der Debatte. Wer den AfD-Kandidaten mit Göring vergleiche, betreibe eine unsägliche Verharmlosung des Nationalsozialismus. "Es steht kein Göring 2.0 zur Wahl."
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