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Der TagMissbrauchsskandal: Brief nährt Zweifel an Kardinal Woelkis Aussage

31.08.2022, 11:45 Uhr
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Im August hat dann tatsächlich ein Gespräch zwischen Woelki (Bild) und dem mutmaßlichen Betroffenen stattgefunden. (Foto: Oliver Berg/dpa)

Ich brauche den Namen Woelki nur noch zu lesen und bekomme direkt Aggressionen. Auch diese Meldung, die nun in meinen Newsfeed geflattert ist, lässt meinen Blutdruck direkt steigen: Nicht, dass die jahrzehntelange und systematisch von der Führungsebene vertuschte sexuelle Gewalt gegen Kinder in der katholischen Kirche nicht schon genug wäre. Die Aufklärungsbereitschaft und Aufrichtigkeit von Gottes (katholischem) Spitzenpersonal lässt weiterhin zu wünschen übrig: Im Zusammenhang mit einem prominenten Missbrauchsfall gibt es Zweifel an einer eidesstattlichen Erklärung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki. Nach Recherchen von Deutschlandfunk und der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" hat seine Büroleiterin bereits Anfang Mai einen mutmaßlichen Betroffenen zum Gespräch mit dem Kardinal eingeladen. Dem mutmaßlichen Opfer soll vom ehemaligen und 2019 verstorbenen Sternsinger-Präsidenten Winfried Pilz sexualisierte Gewalt angetan worden sein. Woelki hat in einem presserechtlichen Verfahren allerdings hoch und heilig versichert, erst ab der vierten Juniwoche mit dem Fall Pilz befasst worden zu sein. Die Einladung vom 6. Mai liegt den Redaktionen vor.

So richtig gut beraten scheint man bei der katholischen Kirche nicht zu sein, was das Krisenmanagement angeht: Das Erzbistum sieht da keinen Widerspruch zwischen der Einladung und der eidesstattlichen Versicherung. "Die von ihnen dargestellten Umstände führten damit nicht zu einer früheren Befassung des Herrn Kardinal Woelki mit Pilz", teilt Woelkis Pressestelle auf Nachfrage mit. Heißt das, seine Büroleiterin macht bei so hochsensiblen Angelegenheiten Termine ohne vorige Rücksprache? Mindestens interessant ist daran auch, dass der mutmaßliche Betroffene sagt, er habe sich bereits Ende 2021/Anfang 2022 beim Erzbistum gemeldet. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass dieser Skandal weiterhin nicht die Priorität bei Woelki genießt, die die vielen Opfer verdienen.

Quelle: ntv.de