Der TagPolizei warnt vor Betrugsmasche in Chatgruppen
"Ich hoffe, das ist in Ordnung, aber ich möchte euch auf ein wirklich gutes Investment aufmerksam machen" - so ein Beitrag ist mir erst wieder am Wochenende in einer Whatsapp-Gruppe begegnet. Solche vermeintlichen Finanztipps sind nicht bloß nerviger Bot-Spam, sondern perfide Betrugsmaschen: Das Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen registriert zunehmend Finanzbetrügereien in Chatgruppen bei WhatsApp oder Telegram. "So werden gezielt Erfolgsgeschichten platziert, um letzte Zweifel auszuräumen und die Geschädigten von angeblichen Investitionen zu überzeugen", heißt es im neuen Lagebild Wirtschaftskriminalität, das der dpa vorliegt. Die Täter locken ihre Opfer demnach in die Chatgruppen, wo sie auf vermeintliche Finanzprofis treffen. Da gibt es zunächst tatsächlich dann seriöse Tipps - bis man sich zum Investment in vermeintlich "innovative Investitionen" entschließt - dann folgt der Rauswurf aus dem Chat und das Geld ist weg.
Wie groß das Phänomen ist, dazu gibt es noch keine genauen Zahlen, aber laut dem Papier erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 1.891 Fälle der Wirtschaftskriminalität "unter Nutzung des Tatmittels Internet". Das sei mehr als ein Viertel aller erfassten Fälle der Wirtschaftskriminalität. Innenminister Herbert Reul von der CDU sagte dazu der Deutschen Presse-Agentur: "Wirtschaftskriminalität ist kein Trickbetrug mit ein paar Euro Beute." Bei den Taten gehe es "um kriminelle Geschäftsmodelle, die Unternehmen schaden, Arbeitsplätze gefährden und dem Standort Nordrhein-Westfalen Geld aus der Tasche ziehen." Die Schadenshöhe ist riesig: rund 469 Millionen Euro. Das sind nach Berechnungen des LKA 25,2 Prozent des Gesamtschadens aller Straftaten in NRW im vergangenen Jahr.