Der TagStaatsanwaltschaft ermittelt gegen 105-jährigen ehemaligen NS-Wachmann
Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt gegen einen 105-jährigen ehemaligen Wachmann des Kriegsgefangenenlagers Senne der Nationalsozialisten. Eine Sprecherin der Justizbehörde bestätigt ein entsprechendes Ermittlungsverfahren. Dem Beschuldigten werde Beihilfe zum vielfachen Mord vorgeworfen. Die Ermittlungen dauerten demnach noch an. Ins Rollen gebracht hatte das Verfahren demnach die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg.
Das Kriegsgefangenenlager Stalag 326 VI K Senne existierte von 1941 bis Kriegsende 1945. Jeder dritte sowjetische Kriegsgefangene, der in dieser Zeit nach Nazi-Deutschland gebracht wurde, durchlief dieses Lager. Kriegsgefangene mussten nach Angaben der Gedenkstätte unter anderem in produzierenden Unternehmen und Betrieben sowie in der Rohstoffgewinnung arbeiten. Neben sowjetischen wurden in bestimmten Lagerbereichen auch französische, polnische, serbische, italienische und belgische Kriegsgefangene untergebracht. Am 2. April 1945 wurde das Lager von der US-Armee befreit. Im Stalag 326 wurden in dieser Zeit zwischen 180.000 bis 200.000 Kriegsgefangene registriert