Politik

Er sieht ICE-Beamte als "Opfer"Grenzschutz-Kommandeur Bovino soll Minneapolis verlassen

27.01.2026, 01:45 Uhr
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Bovino hatte die Tötung von Pretti verteidigt. (Foto: www.imago-images.de, IMAGO/Pacific Press Agency, IMAGO/Michael Nigro)

Der Grenzschutz-Kommandeur Gregory Bovino ist zum Gesicht der Einsätze von Bundesbeamten in Minneapolis geworden. Nun soll er offenbar abgezogen werden - zusammen mit einiger seiner Grenzschutzbeamten.

Der umstrittene Kommandeur der US-Grenzschutzbehörde, Gregory Bovino, soll Medienberichten zufolge Minneapolis bald verlassen. Neben ihm sollen in Kürze auch einige seiner Grenzschutzbeamten abgezogen werden, wie unter anderem die US-Sender CNN und CBS News berichteten. "Einige Bundesbeamte werden morgen beginnen, das Gebiet zu verlassen, und ich werde weiterhin darauf drängen, dass der Rest, der an diesem Einsatz beteiligt ist, ebenfalls geht", erklärte der demokratische Bürgermeister Jacob Frey auf X. Er habe mit US-Präsident Donald Trump telefoniert und dieser habe zugestimmt, dass "die aktuelle Situation nicht weitergehen kann", erklärte Frey.

Zuvor hatte bereits Trumps Sprecherin Karoline Leavitt gesagt: "Niemand im Weißen Haus, einschließlich Präsident Trump, möchte sehen, wie Menschen auf Amerikas Straßen verletzt werden oder zu Tode kommen." Zugleich machte sie die regierenden Demokraten im Bundesstaat Minnesota für die Gewalt verantwortlich. Der eigentliche Grund für die "Tragödie" sei der "feindliche Widerstand" der Demokraten gegen die Abschiebepolitik Trumps, sagte sie in Washington.

Am Samstag war der US-Bürger Alex Pretti durch Schüsse bei einem Einsatz von Bundesbeamten in der Stadt im Norden der USA gestorben. Seither baute sich immer mehr Protest in der Stadt und landesweit gegen die Trump-Regierung und ihre rigorose Abschiebepolitik auf. Die Demokraten wollen deshalb auch Haushaltsmittel für Migrationsbehörden blockieren. Am Freitag läuft die Frist für den US-Kongress ab, einen Haushaltsentwurf für weite Teile der Regierung zu verabschieden. Geschieht das nicht, dürfte es erneut zu einem teilweisen Regierungsstillstand kommen.

Bovino bleibt Grenzschutz-Chef

Bovino ist ein zentraler Akteur bei den Einsätzen der Bundesbeamten in der demokratisch regierten Stadt im US-Bundesstaat Minnesota. Er hatte nach dem Tod Prettis in einem CNN-Interview gesagt, dass die Beamten die "Opfer" seien. Auch wegen seines rigorosen Auftretens, gekleidet mit einem auffälligen Mantel, der Assoziationen an Uniformen im Nationalsozialismus weckt, hatten Kritiker Vergleiche zu Nazi-Methoden gezogen. Bovino hatte das zurückgewiesen. Regierungssprecherin Leavitt hatte am Mittag (US-Ortszeit) auf die Frage, ob Bovino in Minnesota bleiben werde, nicht eindeutig geantwortet: Er sei ein "hervorragender Profi" und werde weiterhin die Grenzschützer im ganzen Land leiten.

Kurz vor den Medienberichten zu Bovinos Abzug hatte US-Präsident Donald Trump gesagt, dass er den früheren kommissarischen Leiter der Einwanderungsbehörde ICE, Tom Homan, in den Bundesstaat Minnesota schicken werde. Leavitt fügte an, dass Homan die Einsätze vor Ort überwachen solle. Homan ist schon länger mit der Oberaufsicht über Trumps Abschiebepolitik betraut und gilt als Hardliner. Bürgermeister Frey will sich am heutigen Dienstag mit Homann treffen, um weitere Schritte zu besprechen.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa

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