Politik

"Bringen Sohn des Volkes zurück"Staatsbegräbnis für umstrittenen ukrainischen Nationalisten

18.08.2026, 20:47 Uhr
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nimmt auf dem Nationalen Militärfriedhof in der Nähe von Kiew an der Umbettungszeremonie für Jewhen Konowalez teil. (Foto: picture alliance/dpa/APA Images via ZUMA Press Wire)

Der ukrainische Nationalistenchef Jewhen Konowalez wird posthum mit einem Staatsbegräbnis geehrt. Die Ukrainischen Nationalisten sind nicht unumstritten, ihre Ehrung sorgte bereits in der Vergangenheit für heftige Kritik. Kiew plant weitere ehrenvolle Neubestattungen.

Die Gebeine des 1938 ermordeten umstrittenen ukrainischen Nationalistenführers Jewhen Konowalez sind in die Ukraine überführt und mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt worden. "Wir bringen einen herausragenden Sohn des ukrainischen Volkes nach Hause zurück", sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei der Zeremonie auf einem Militärfriedhof unweit der Hauptstadt Kiew. Mit Konowalez habe die Ukraine einen Teil ihrer selbst, ihrer Erinnerung und ihrer nationalen Geschichte zurückgeholt.

An der feierlichen Beisetzung mit militärischen Ehren nahmen auch Ministerpräsident Serhij Korezkyj, Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk, Armeechef Mychajlo Drapatyj und weitere ukrainische Politiker teil.

Konowalez wurde 1891 in Österreich-Ungarn in der heutigen Westukraine geboren. Als österreichischer Soldat kämpfte er im Ersten Weltkrieg und beteiligte sich nach seiner russischen Kriegsgefangenschaft am Aufbau des 1920 gescheiterten ersten ukrainischen Staats.

Ab 1929 führte er die neu gegründete Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die sich am Faschismus in Italien und dem Nationalsozialismus in Deutschland orientierte. Die OUN war für terroristische Anschläge auf polnische Behörden und Beamte, sowie die Ermordung des polnischen Innenministers 1934 verantwortlich.

Der militärische Teil der OUN, die sogenannte Ukrainische Aufständische Armee (UPA) arbeitete zudem mit dem nationalsozialistischen Deutschland zusammen und verübte in Ost-Polen Massaker, bei denen Zehntausende Polen umgebracht wurden, die meisten von ihnen waren Zivilisten. Bis heute sorgen die Massaker für politische Spannungen zwischen Polen und der Ukraine.

Konowalez wurde 1938 von einem sowjetischen Agenten in Rotterdam getötet und dort zunächst begraben. Vor der Umbettung von Konowalez wurde bereits sein Nachfolger bei der OUN, Andrij Melnyk, in die Ukraine überführt. Weitere im Ausland bestattete Ukrainer sollen folgen. Kiew plant dabei die Neubestattung der sterblichen Überreste von "Unabhängigkeitskämpfern" in einer "Pantheon" genannten Gedenkstätte.

Quelle: ntv.de, kaz/dpa

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