Infografik

Aktuelle Neuinfektionen Wo Deutschland an die Obergrenze stößt

Der Kampf gegen die Ansteckungswelle zeigt Wirkung, doch das Coronavirus ist nach wie vor im Land. In einzelnen Regionen schwelen noch immer hartnäckige Infektionsherde. Die ntv-Deutschland-Karte zeigt, wo die Sieben-Tage-Inzidenz über dem Limit liegt.

Sechseinhalb Wochen nach Beginn des Pandemie-Ernstfalls in Deutschland bereiten sich Bund und Länder auf eine schrittweise Aufhebung der Corona-Auflagen vor. Bei der Beratungsrunde mit Kanzlerin Angela Merkel einigten sich die Länderchefs auf graduelle Lockerungen in regionaler Verantwortung.

Richtwert für das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus ist dabei die Zahl der aktuellen Neuinfektionen im Zeitraum der zurückliegenden sieben Tage. Sobald es in einzelnen Städten oder Landkreisen zu neuen lokalen Ausbrüchen kommt, sollen die Landesregierungen vor Ort sofort neuerliche Beschränkungen verhängen. Konkret darf die Anzahl der neu gemeldeten Fälle vor Ort im Sieben-Tages-Zeitraum nicht über die Schwelle von 50 Fällen je 100.000 Einwohnern steigen.

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Auf den ersten Blick ist zu erkennen, wie erfolgreich das Infektionsgeschehen in der Fläche unter Kontrolle gebracht werden konnte. Die Masse der deutschen Regionen verzeichnet in den vergangenen Tagen kaum noch neue Ansteckungsfälle. Je dunkler der Grünton, desto geringer die Anzahl. Rot markiert leuchten dagegen jene Kreise auf, in denen das aktuelle Fallaufkommen jenseits der vereinbarten Obergrenze von 50 Neuinfektionen ist.

Aktuell liegen bundesweit nur noch ein Kreis über dem Limit: Der wichtigste Infektionsherd befindet sich den offiziellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge im äußersten Osten Thüringens im Landkreis Greiz. Dort liegt das relative Fallaufkommen gemessen an der Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 80,5 Fällen je 100.000 Einwohner. Ein weiterer Brennpunkt schwelte zuletzt noch im Süden Bayerns. Dort liegt, umgeben vom gleichnamigen Landkreis, die Stadt Rosenheim, wo die Gesundheitsbehörden bis Mitte der Woche noch 52,1 aktuelle Neuinfektionen verzeichneten. Dieser Wert ging zuletzt auf 36,3 zurück.

Eine Sieben-Tage-Inzidenz über 50 muss nicht zwangsläufig zu neuen lokalen Einschränkungen führen: In Fällen, in denen die Behörden vor Ort von einem eng begrenzbaren Ausbruch ausgehen, kann eine Überschreitung als "Sondereffekt" eingeordnet werden. Diese Regelung zielt etwa auf Ansteckungen in öffentlichen Einrichtungen wie Alten- oder Pflegeheimen ab, in denen die weitere Ausbreitung des Erregers auch ohne öffentlichen "Lockdown" verhindert werden kann.

Grün gefärbt leuchten auf der Deutschland-Karte alle jene Städte und Kreise auf, in denen das aktuelle Fallaufkommen bereits auf null oder nahe null gefallen ist. Grau erscheinen jene Regionen, in denen in der vergangenen sieben Tagen zehn bis 40 neue Coronavirus-Fälle aufgetreten sind.

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Zwei weitere Gebiete bewegen sich mit Stand Mittwoch nah an der Obergrenze: Im Zollernalbkreis im Süden Baden-Württembergs melden die Gesundheitsämter eine aktuelle Inzidenz von 43,9 Fälle je 100.000 Einwohnern. In der Sieben-Tage-Inzidenz gibt es mitunter größere Sprünge: Der Landkreis Heidenheim an der Grenze zum Freistaat Bayern zum Beispiel gab es Mitte der Woche noch ein relatives Fallaufkommen von 49,8. Einen Tag später liegt die aktuelle Inzidenz laut RKI bereits bei 21,1.

Quelle: ntv.de