Leben

Gesellschaftliches Umdenken Grundeinkommen? Gerecht und finanzierbar

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Bedingungsloses Grundeinkommen hieße auch: weniger Angst, mehr Freiheit.

(Foto: picture alliance / Lothar Ferstl)

Die Corona-Krise macht es wieder einmal sichtbar: Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist längst überfällig, finden Verena und Ronny im Podcast "Ditt & Datt & Dittrich". Was würden Sie mit 1000 Euro (mehr) im Portemonnaie machen?

Immer wieder ist vonseiten der Politik zu hören, die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens sei nicht finanzierbar. Bundesfinanzminister Scholz kann der Idee überhaupt nichts abgewinnen. Er sieht vor allem die Renten- und Arbeitslosenversicherung in Gefahr. Dem widersprechen inzwischen nicht nur einige Wirtschafts- und Zukunftsforscher, die im bedingungslosen Grundeinkommen viele Möglichkeiten und Chancen für eine freiere und fairere Gesellschaft sehen.

1000 Euro im Monat für jeden Bürger und jede Bürgerin: Diese Vorstellung nimmt vor allem in der Corona-Krise an Fahrt auf. Für viele Menschen wäre das Geld psychisch wie emotional eine immense Entlastung. Nicht wenige sind derzeit auf Transferleistungen oder andere Hilfen vom Staat angewiesen. Dabei müssen sie ihre Bedürftigkeit penibel genau nachweisen. Mit dem Schamgefühl, sich für Leistungen, "komplett nackig machen zu müssen", geht vor allem eines einher: der Verlust der Würde und des Selbstwertgefühls.

"1000 Euro im Monat für jeden Einzelnen"

Wer in diesem Land von Hartz-IV oder anderen Sozialleistungen lebt, steht am Rande der Gesellschaft. Meist wird in einschlägigen Reality-TV-Formaten das Klischee vom saufenden Asozialen vermittelt, der zahnlos und mit einer Flasche Bier in der Hand schon mittags vor der Glotze sitzt. Die wollen nicht arbeiten, die liegen den ganzen Tag auf der faulen Haut. Leistungsempfänger gelten als Gegner im System. Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens könnte nicht nur die Resignation und das Gefühl der gesellschaftlichen Abwertung stoppen, sondern für ein grundlegendes Umdenken im sozialen Miteinander sorgen. Vorbehalte, der Mensch würde das Geld sinnlos verprassen oder nur faulenzen, wurden bereits mehrfach hinlegend ausgeräumt.

Eines der größten Vorurteile gegen die Einführung aber hält sich weiter hartnäckig: Es ist einfach nicht finanzierbar. Dem widersprechen auch Claudia Cornelsen und Michael Bohmeyer, der 2014 den Verein "Mein Grundeinkommen" gegründet hat. Die beiden Autoren des Buchs "Was würdest Du tun?" haben sich die Zahlen genau angeschaut und sind zu dem Schluss gekommen, "dass alle Transferleistungen zusammengenommen schon heute die Summe übersteigen, die ein Grundeinkommen den Staat kosten würde."

Es könne nicht sein, "dass ein Bruchteil der Menschheit, den Reichtum und das Geld besitzen und die Masse so gut wie überhaupt nichts", sagt ntv-Podcaster Ronny Rüsch. "Wenn man nicht in einen sozialen Krieg stürzen will, in den nächsten Jahrzehnten, dann muss man hier etwas ändern. Es ist dumm zu glauben, dass das, was wir hier gerade treiben, ewig so weitergeht."

Warum die Idee von "1000 Euro im Monat für jeden Einzelnen" nicht nur längst überfällig ist, sondern unsere Gesellschaft mehr denn je sozialer, gerechter und lebenswerter machen würde, besprechen Verena Dittrich und Ronny Rüsch in der neuen Folge des ntv-Podcasts "Ditt & Datt und "Dittrich".

Sie stehen auf Trash-TV oder führen gern melancholisch-poetische Gespräche über das Leben? Dann hören Sie rein bei "Ditt & Datt & Dittrich", dem Podcast von ntv.de-Kolumnistin Verena Maria Dittrich, Hausmeister Ronny und Gästen.

Alle Folgen von "Ditt & Datt & Dittrich" finden Sie in der ntv-App, bei Audio Now, Apple Podcasts und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps können Sie den RSS-Feed verwenden. Kopieren Sie die Feed-URL und fügen Sie "Ditt & Datt & Dittrich" einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.

Quelle: ntv.de, sks

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