Essen und Trinken

Die Kulebjaka vom Steiner Badisch-Russisches zu Ostern

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Die Kulebjaka hier mit Ei - passend zum Osterfest.

(Foto: imago stock&people)

Badisch-russisch kochen, und das auch noch passend zu Ostern: Die Kulebjaka! Das sieht gut aus, das schmeckt gut und es ist einfach vorzubereiten. So, dass Sie noch genug Zeit haben, Ostereier zu verstecken.

Letztes Mal hatte ich es bereits angekündigt: Es ist alles schon einmal gekocht worden, eben nur nicht von jedem. Der Trend geht zum regionalen Einkauf - und das erst recht zu Feiertagen. Ich möchte daher tatsächlich möglichst lange dabei bleiben, badische Traditionen aus unserer Küche weiterzugeben. Und wundern Sie sich nicht, wenn das schon jetzt sehr russisch wird, gleich bei meinem zweiten Rezept auf dieser Seite. Aber die Badner sind nicht erst mit den Russen verbunden, seit einige böse Zungen darauf schimpfen, dass man in Baden-Baden des Kyrillischen mächtig sein muss, wenn man in den Edel-Boutiquen einkauft oder die Moskauer sich - angeblich - unsere schönsten Immobilien einverleiben.

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Der Meister bei der Arbeit ...

Nein, wir haben eine lange Tradition der Verbundenheit mit dem großen Reich im Osten. 1793 heiratete nämlich die schöne Prinzessin Louise von Baden, Schwester des Großherzogs, den Zarensohn Alexander und wurde 1801 "badische" Zarin! Zu Ostern gab es am Zarenhof traditionell eine Kulebjaka - das ist quasi eine Pastete. Sie wird mit Hefeteig gebacken, doch wir Badner haben das verfeinert: Blätterteig kommt drumherum. Wenn Sie möchten, lassen Sie die hartgekochten Eier des klassischen Rezeptes weg, ganz nach Belieben. Ein köstliches Gericht, das sich gut vorbereiten lässt und toll auf dem Ostertisch macht.

Kulebjaka

Zubereitungszeit: Gute 60 Minuten

Für 4 bis 6 Personen

Zutaten

2 Packungen Blätterteig
Eine Seite Lachs, am besten das Mittelstück (es sollte nicht unregelmäßig dick / dünn sein!)
500 Gramm Blattspinat (oder für Pragmatiker eine kleine Packung Würzspinat aus der Tiefkühlabteilung)
1 Zwiebel
Bei Bedarf Knoblauch
2 Eier
150 Gramm Semmelbrösel
40 Gramm Butter
1 Bund Dill
1 Ei, um den Teig miteinander zu verbinden
Bei Bedarf zwei hartgekochte Eier
Salz, Pfeffer

Zubereitung

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Frischen Spinat hacken und mit Butter, Zwiebeln, Knoblauch, Salz und Pfeffer andünsten. Zu viel Wasser, das dabei entsteht, abseihen. Diese Masse (oder den Würzspinat aus dem Frost) mit den zwei Eiern und den Semmelbröseln vermischen. Den Lachs mit Salz, Pfeffer und dem gerebelten Dill einreiben.

Erst die Spinatmasse auf eine der Blätterteig-Scheiben streichen (nicht bis an den Rand gehen!), dann den Lachs mittig darauf platzieren. Wer mag, legt noch ein paar dünne Zitronenscheiben oben drauf. Die zweite Teigplatte nehmen, damit alles verschließen kann und die Ränder beider Platten mit Ei verbinden. Oben Schlitze in den Teig schneiden, damit die Hitze entweichen kann. Wer mag, kann aus den Teigresten noch dekorative Blätter oder ähnliches formen und auf die Kulebjaka legen. Wenn Sie Butter übrig haben, streichen Sie diese (flüssig natürlich!) auf den Deckel , das bringt die Pastete schön zum Glänzen und tut dem Aroma gut.

40 Minuten braucht die Kulebjaka in der Regel, dann ist sie durchgegart.

Sehr gut passt dazu ein Rote-Beete-Salat und natürlich Schmand. Der darf weder in der russischen noch badischen Küche fehlen. Den figurbewussten Genießern empfehle ich Sauerrahm, der hat nur 10 % Fettanteil.

Und da Lachs sehr gut zu Spargel passt und wir Badner uns rühmen, den besten Spargel der Welt anzubauen - ein paar Stangen dieses wunderbaren Gemüses passen vorzüglich als warme Beilage zur Kulebjaka. Dann sollten Sie allerdings noch ein wenig mehr flüssige Butter vorhalten, um nach der langen Fastenzeit den sündigen Oster-Genuss zu vervollkommnen!

Guten Appetit und frohe Ostern!

Quelle: n-tv.de

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