Unterhaltung
Wo ist der Hai?
Wo ist der Hai?
Dienstag, 02. Januar 2018

Ein Käfig, zwei Frauen und Haie: "47 Meters Down" - und du stirbst

Von Thomas Badtke

Mexiko-Urlaub: Strand, Sonne, azurblaues Meer - ein Traum. Für die Schwestern Lisa und Kate wird daraus ein Albtraum, denn sie lassen sich abseits des Touristenrummels auf einen Trip der besonderen Art ein: "Der weiße Hai" trifft "Into the Blue".

Sonne, Strand, azurblaues Meer: Das heißt Traumurlaub. Pärchenhimmel. Dumm nur, wenn sich der Freund kurz zuvor von einem getrennt hat, weil man "zu langweilig" war. Lisa (Mandy Moore; "Motel Noir") ist genau das passiert. Den Mexiko-Strandtrip macht sie kurzerhand mit ihrer jüngeren Schwester Kate (Claire Holt; "The Originals"). Doch auch die hat nicht vor, sich auf einem Strandtuch in der Sonne zu aalen. Als sie dann noch erfährt, wieso Lisa sie mitgenommen hat, setzt sie alles daran, dass ihre ältere Schwester Abwechslung findet: Partys, Drinks, Männer.

Und wie das Leben so spielt, lernen die beiden auf einer Party, mit Drinks in der Hand, Männer kennen. Die überreden die beiden jungen Frauen zu einem Tauchabenteuer - Einheimische bieten fernab jedes Touristenrummels eine Besonderheit an: Weitab von der Küste werden Interessierte erst in Taucheranzüge und dann in einen stählernen Käfig gepackt und ins Meer hinabgelassen. Dort können sie dann hautnah Haie beobachten.

Vom Traumurlaub ...

Kate und Lisa vor dem Abenteuer ihres Lebens ...
Kate und Lisa vor dem Abenteuer ihres Lebens ...

Lisa ist zunächst strikt dagegen. Aber als Kate sie neckt von wegen Langweilerin, stimmt Lisa doch zu - und das Abenteuer nimmt seinen Lauf: Die Partyjungs sind zuvorkommend, die beiden mexikanischen Bootsmänner, mit denen sie rausfahren, machen zudem einen guten Eindruck und scheinen etwas zu verstehen von dem, was sie da machen. Nur der Käfig ist Lisa nicht ganz geheuer.

Am Ziel angekommen, fliegen ein paar blutige Fleischbrocken ins Meer und kurz darauf nähert sich der erste Hai dem Boot. Mindestens sechs Meter lang. Lisa kriegt es nun mit der Angst zu tun, sie schaut den Käfig an, will abbrechen. Aber vor den Mädels gehen die beiden Jungs ins Wasser. Alles läuft prima. Per Funk halten sie mit dem Boot Kontakt. Der Hai umkreist den Käfig, schwimmt ganz nah heran.

Lisa und Kate ziehen sich derweil ihre Taucheranzüge an. Kate gibt ihrer älteren Schwester Tipps, denn die ist noch nie getaucht. Dann werden die Jungs hochgeholt, johlend, voller Adrenalin und Lisa und Kate steigen in den Käfig. "Ruhig atmen", sagt der Kapitän noch, dann fährt der Käfig wieder ins Wasser. Mehrere Meter hinab ins blaue Nass.

... zum Horrortrip

"47 Meters Down": Aus Urlaubsspaß wird binnen Sekunden ein blutiger Überlebenskampf.
"47 Meters Down": Aus Urlaubsspaß wird binnen Sekunden ein blutiger Überlebenskampf.

Dann ein Knacksen, ein Quietschen, das stählerne Seil, das den Käfig gehalten hat, ist zerrissen - und der Käfig mit den beiden Frauen rauscht in die Tiefe. Immer weiter hinab. Dann rumpelt es. 47 Meter zeigt der Tiefenmesser an Kates Handgelenk. Lisa beginnt durchzudrehen.

Kate versucht sie zu beruhigen. Hilfe komme bestimmt. Der Funk zum Boot aber ist tot, die Entfernung zur Wasseroberfläche zu groß. Kate beschließt, aus dem Käfig heraus- und etwas nach oben zu schwimmen, um wieder Funkkontakt herstellen zu können. Lisa sieht Kate schon als Haifischfutter sterben. Aber Kate schafft es: "Hilfe ist unterwegs", erklingt die Stimme der Kapitäns blechern. Kate schwimmt zurück, ihre Sauerstoffflasche leert sich rapide. Einfach auftauchen geht aber aus mehreren Gründen nicht: Taucherkrankheit und Lungenkollaps sowie die nun zahlreicher werdenden, umherstreifenden Haie. Was nun?

Spannung pur, voller Adrenalin

"47 Meters Down" ist bei Universum erschienen.
"47 Meters Down" ist bei Universum erschienen.

Als Zuschauer sitzt man gebannt vor der Glotze und will wissen, wie es weitergeht. Bis dahin ist "47 Meters Down" des Regisseurs Johannes Roberts ("F - London Highschool Massacre" eine Art Kreuzung aus "Der weiße Hai" und "Into the Blue". Will heißen: farbenfrohe, sonnige Bilder mit hübschen Menschen - und die messerscharfen Zähne eines Hai-Revolvergebisses. Viel spielt sich im Kopf ab. Was könnte als Nächstes passieren? Das macht den Roberts' Film absolut kurzweilig und sehenswert.

Ohne zu viel zu verraten: Nicht alle werden überleben, die Haie haben ihre Szenen und das Ende lässt viel Luft für Spekulationen. Rundum gelungen - was auch an den Hauptdarstellerinnen liegt, die bisher eher im TV zu sehen waren. Mit "47 Meters Down" dürfte sich das nun ändern, die Namen Mandy Moore und Claire Holt sollte man sich auf alle Fälle merken.

Dass der Unterwasser-Horror nicht einmal besonders teuer war - 5,5 Millionen Dollar soll der Film gekostet haben -, ist ein nettes Bonmot am Rand, denn er hat allein an den US-Kinokassen bereits das Achtfache wieder eingespielt. Die Rendite stimmt also - und "47 Meters Down" macht so deutlich, dass ein Kassenknüller nicht immer Hunderte und Aberhunderte Millionen Dollar kosten muss. Es genügt, einwn Käfig, zwei Frauen und sechs Meter große Haie in einen Film zu packen.

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Quelle: n-tv.de