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So techt Deutschland Advocado - Tinder für die Anwaltsbranche

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Die Advocado GmbH von Maximilian Block hat ihren Sitz in Greifswald.

(Foto: Advocado GmbH)

Wer eine Rechtsfrage hat, tippt sie häufig zuerst bei Google ein. Ein Umstand, den sich Maximilian Block zunutze gemacht hat. "Ich habe erkannt, dass man über das Internet viele Leute erreichen kann", sagt der Gründer, der seine erste Webseite schon mit zwölf Jahren programmiert hatte und dessen Vater Anwalt ist. Es lag also nahe, sich mit der Digitalisierung der Rechtsberatung zu beschäftigen, um Vorteile für Anwälte und Kunden zu schaffen.

Doch damit war der Startup-Gründer ziemlich früh dran. Bereits im Jahr 2000 hatte er Advocado als Webseite angemeldet, doch passiert ist erstmal nichts. "Die Breite der Anwaltschaft hatte sich noch gar nicht mit der Thematik befasst", berichtet Block. Selbst E-Mails, erinnert er sich, waren damals noch ein Novum.

Erst 14 Jahre später ging es langsam los. Mit 1000 Euro Startkapital, der Gewinn aus einem Uni-Wettbewerb, fingen Block und sein Mitgründer Jacob Saß an, eine digitale Plattform für Rechtsberatung zu basteln. Doch auch 2014 war das ein zähes Unterfangen. "Viele Anwälte haben am Anfang nicht verstanden, wie man die digitalen Hilfsmittel in Anspruch nehmen kann. Die Mandanten waren nicht das Problem."

Mit der Zeit verstand die Branche. Gerade kleinere Kanzleien spürten den Druck der Digitalisierung und erkannten die Vorteile, neue Mandanten unabhängig vom Standort zu gewinnen. Heute bewerben sich Anwälte sogar, um bei Advocado gelistet zu werden. Sechs Jahre nach der Gründung ist das Startup eines der bekanntesten Legal-Tech-Unternehmen Deutschlands - der strikten Regulierung und der Datenschutzgrundverordnung zum Trotz.

Schon jetzt warten weitere Technologien, die den Anwaltsberuf neu definieren können, Künstliche Intelligenz zum Beispiel. Ob wir in Zukunft von Roboter-Anwälten beraten werden, verrät Maximilian Block in "So techt Deutschland".

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Quelle: ntv.de, chr