Audio

Wieder was gelernt - IS-Kämpfer Prozesse gegen Rückkehrer sind schwierig

Ein undatierter Screenshot aus einem Propagandavideo des IS zeigt verschleierte Kämpferinnen.

Ein undatierter Screenshot aus einem Propagandavideo des IS zeigt vier verschleierte Kämpferinnen.

(Foto: picture alliance / dpa)

*Datenschutz

Der Islamische Staat gilt militärisch als besiegt. Viele europäische Anhänger der Terrororganisation kehren deshalb aus Syrien und dem Irak wieder in ihre Heimat zurück und damit auch nach Deutschland.

Wie sollen wir mit IS-Rückkehrern umgehen, die uns vor Kurzem noch töten wollten? Und warum ist es so schwierig , sie vor Gericht zu stellen? Darum geht es in dieser Folge von Wieder was gelernt. Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Tausende Briten, Deutsche, Franzosen und andere Europäer sind in den letzten Jahren nach Syrien und in den Irak gezogen, um für den IS zu kämpfen. Inzwischen ist das Terrorregime zerstört, viele Kämpfer sitzen in kurdischen Gefängnissen und wollen zurück nach Hause. Ihre Heimatländer wollten sie aber eigentlich nicht zurückhaben, hat uns Susanne Schröter gesagt. Sie leitet das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam.

"Man weiß, dass es sehr schwer sein wird, diesen Leuten vor Gericht etwas Belastbares vorzuhalten. Etwas, das sie tatsächlich auch ins Gefängnis befördert, weil die Zeugen zum Teil tot sind, zum Teil erreicht man sie nicht, man weiß gar nichts von ihnen. Die Bedingungen sind sehr ungünstig für Prozesse, die zu einer Verurteilung führen sollen."

Insgesamt sind etwa 1000 Deutsche ausgereist, um den IS zu unterstützen. Anfang April hat die Bundesregierung die ersten Mitglieder zurückgeholt, erst einmal vor allem Kinder. Ihre Frauen und Männer warten in den meisten Fällen noch in kurdischen Gefangenenlagern darauf, dass sie heimkehren dürfen. Wenn sie ihre deutsche Staatsbürgerschaft nachweisen können, haben sie ein Recht darauf.

Susanne Schröter, Direktorin des Forschungszentrums Globaler Islam

Susanne Schröter ist Direktorin des Forschungszentrums Globaler Islam.

(Foto: Susanne Schröter)

"Potenziell sind sie sehr gefährlich, weil sie Kriegserfahrungen haben, weil sie ausgebildet worden sind an Waffen, weil sie Kriegsstrategien gelernt haben, weil sie mit Sprengstoffen umgehen können. Sie beherrschen alles, was man können muss, um in Deutschland Anschläge durchzuführen."

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat bereits einen Vorschlag gemacht, der verhindern soll, dass wir Terroristen ins Land lassen. Wie der aussieht, erfahren Sie durch einen Klick auf Wiedergabe. Alle Folgen von Wieder was gelernt finden Sie in der n-tv App, bei Audio Now, Deezer, iTunes, Soundcloud und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps finden Sie hier den RSS-Feed. Nehmen Sie die URL und fügen Sie Wieder was gelernt einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.

Quelle: n-tv.de, cam

Mehr zum Thema