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Traditionsfirma Sioux insolvent "Schlacht verloren, der Kampf geht weiter"

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Ein Mitarbeiter des Schuhherstellers Sioux bearbeitet einen Schuhrohling auf der Leiste.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Regierung mobilisiert Milliarden im Kampf gegen Corona - und dennoch kommt das Geld bei vielen Mittelständlern nicht an. Ein Beispiel: der traditionsreiche Schuhhersteller Sioux. Vergangene Woche kam die Insolvenz. Verloren gibt Geschäftsführer Berner das Unternehmen aber noch nicht.

Ein Traditionshersteller aus Wahlheim bei Stuttgart hat es in dieser Corona-Krise nicht geschafft: Sioux, 1954 gegründet, musste vergangenen Woche Insolvenz anmelden. "Das war eine Zäsur", sagt Lewin Berner, Geschäftsführer von Sioux, im Podcast "Die Stunde Null".

"Gemeinhin wird eine Insolvenz ja mit Scheitern assoziiert. Aber das sind wir nicht." Das sei auch seine Kernbotschaft an die Belegschaft gewesen. Sioux sei schlicht Opfer der Corona-Krise. "Wir haben eine Schlacht verloren, aber nicht den Kampf insgesamt." Betroffen sind nicht alle Gesellschaften, sondern die Sioux GmbH - die älteste Gesellschaft - die das Geschäft mit den Händlern betreibt, aus dem der Großteil des Umsatzes kommt. Der Onlinehandel etwa kann weiter laufen.

Der Schuhproduzent, Hersteller des legendären Mokassins "Grasshopper", leidet darunter, dass die Kaufhäuser und Geschäfte wochenlang geschlossen waren und die Menschen bei Weitem nicht in dem Maße einkaufen gehen und Geld ausgeben, wie vor der Krise. Berner übte in diesem Zusammenhang auch Kritik an der Maskenpflicht in Läden, die den Einkaufsbummel und Impulskäufe stark beeinträchtigen. "Wir hatten gehofft, dass der aufgestaute Umsatz nach der Lockerung zurückkommt", sagt Berner. "Wir wurden aber eines Besseren belehrt."

Sioux ist nun in einer Insolvenz in Eigenverwaltung. "Wir sind kein Schiff, das untergeht", sagt Berner, der 2010 als Investor in das Unternehmen eingestiegen war. "Wir haben einen Sturm auf den Weltmeeren und gehen mit Sioux ins Trockendock - und machen das Schiff wieder seetüchtig." Warum aber hat Sioux kein Geld aus dem milliardenschweren Rettungsprogramm bekommen? "Aus rein formalen Gründen", lautet die Antwort.

Was es damit auf sich hat, wie Berner die dramatischen Wochen erlebt hat und wie es nun weitergeht - das hören Sie in der neuen Folge des Podcasts "Die Stunde Null". Die neue Folge finden Sie direkt bei Audio Now, Apple oder Spotify oder via Google.

Quelle: ntv.de, ddi