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Chefin von Tui Cruises "Wirtschaftlichkeit steht nicht an erster Stelle"

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Für das laufende Jahr rechnet Tui Cruises mit Umsatzeinbußen von 70 Prozent.

(Foto: imago images/penofoto)

In der Corona-Krise leidet der Tourismus. Auch der Kreuzfahrtbranche macht die Pandemie schwer zu schaffen. Tui Cruises versucht nun einen Neuanfang. Das Vertrauen der deutschen Kunden sei groß, sagt Chefin Wybcke Meier im Podcast "Die Stunde Null".

Im großen Horror der Covid-19-Pandemie war es eine der gruseligsten Vorstellungen: Gemeinsam mit infizierten Passagieren auf einem Kreuzfahrtschiff zu sitzen - und womöglich von allen Häfen abgelehnt zu werden. Tatsächlich gerieten in der Krise einige Schiffe unter Quarantäne, wie die "Diamond Princess" im japanischen Yokohama. Sie wurden zum Symbol: Eine Branche, die jahrelang von steigenden Passagierzahlen und dem Versprechen des sorglosen Urlaubes auf See gelebt hatte, geriet auf einmal unter Generalverdacht. Monatelang lagen die Schiffe weltweit still.

Jetzt geht es wieder los, auch bei Tui Cruises, einem Hamburger Gemeinschaftsunternehmen des Tui-Konzerns mit der internationalen Gesellschaft Royal Caribbean Cruises. Seit Ende Juli sind die ersten Schiffe wieder unterwegs. Unter strengen Hygieneauflagen, mit nur etwa 60 Prozent Auslastung und mit der ständigen Furcht, dass etwas schief gehen könnte. "Keiner kann heute sagen, dass wir eine Covid-freie Umgebung garantieren können", sagt Wybcke Meier, CEO von Tui Cruises, im Podcast "Die Stunde Null". "Aber wir können jede Menge tun, um das Risiko zu minimieren."

Mit Medizinern, Virologen und Epidemiologen wurde ein umfangreiches Konzept ausgearbeitet: Mund- und Nasenschutz, keine Landgänge, ein eingeschränktes Sport- und Unterhaltungsangebot sowie strenge Regeln am Buffet. Da das Unternehmen mit einem hohen Anteil an Balkon-Kabinen arbeitet, hofft man bei Tui Cruises vor allem darauf, dass die alte Ursprungsidee der Kreuzfahrt ihren Reiz behält: Liegestuhl, frische Brise, aufs Meer schauen.

Und zumindest die Deutschen zeigen offenbar wieder reges Interesse. "Die Zusprache oder das Vertrauen der deutschen Kunden in die Kreuzfahrt, in eine deutsche Kreuzfahrt war von Anfang an sehr groß", sagt Meier. Ziel sei es, sagt die Tui-Cruises-Chefin, zu zeigen, dass Kreuzfahrten wieder möglich sind. Der Weg zum Zustand aus der Zeit vor der Krise ist hingegen noch weit. Das gilt auch für ökonomische Aspekte: Für das laufende Jahr rechnet Meier mit Umsatzeinbußen in der Größenordnung von 70 Prozent. 160 Reisen mussten abgesagt werden, und der Betrieb wurde erst spät wieder aufgenommen. "Für diese Phase steht die Wirtschaftlichkeit nicht an erster Stelle", sagt Meier.

Wie schwierig es ist, Seeleute in Covod-19-Zeiten zu beschäftigen und zu welcher Tour Wybcke Meier jetzt am ehesten rät, erfahren Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null", direkt bei Audio Now, Apple oder Spotify oder via Google.

Quelle: ntv.de, jga