ARD alpha, Tagesschau24 und OneARD und ZDF stellen zum Jahresende drei Sender ein

ARD und ZDF müssen sparen: Der Reformstaatsvertrag sieht eine Reduzierung der linearen Sender vor, drei Angebote fallen den Sparmaßnahmen zum Opfer. An ihre Stelle sollen ab 2027 Schwerpunktangebote unter neuen Markennamen treten.
ARD und ZDF bündeln ihre gemeinsamen Programme und stellen dabei drei lineare Sender ein. Die Kanäle ARD alpha, Tagesschau24 und One sollen zum 31. Dezember 2026 abgeschaltet werden, wie die Sender mitteilten. Grundlage ist der Reformstaatsvertrag, der eine Reduzierung der linearen Angebote und eine stärkere Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vorsieht.
Künftig konzentrieren sich ARD und ZDF auf drei gemeinsam veranstaltete Schwerpunktangebote unter neuen Markennamen: Phoenix als Informationsangebot, Neo als Programm für junge Erwachsene sowie Info als Dokumentationskanal. Die Angebote sollen Information, Bildung, Dokumentation und Inhalte für jüngere Zielgruppen bündeln. Parallel planen die Sender, ihre Zusammenarbeit im Digitalen auszubauen.
ZDF-Intendant Norbert Himmler sprach in der Mitteilung von einer konstruktiven und zukunftsorientierten Zusammenarbeit beider Häuser. Der ARD-Vorsitzende Florian Hager verwies auf bestehende Gemeinschaftsangebote wie Funk oder KiKA, die zeigten, "was ARD und ZDF schaffen können, wenn sie vor allem im Digitalen spezifische Zielgruppen gemeinsam ansprechen." Dies stärke das öffentlich-rechtliche Angebot nachhaltig. Die Sender verwiesen ferner auf bereits bestehende Kooperationen wie den Kulturkanal Arte oder 3sat als Vorbilder für die vertiefte Partnerschaft.
In den kommenden Monaten sollen Arbeitsgruppen die genaue Ausgestaltung der neuen Angebote entwickeln, die vor dem Start am 1. Januar 2027 in einen Probebetrieb gehen sollen. Seitens der ARD steht das Vorhaben noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien.
Am 1. Dezember 2025 war die Reform des Rundfunkstaatsvertrags in Kraft getreten. Neben dem Abbau von Doppelstrukturen und einzelnen Spartenprogrammen sieht die Reform auch vor, dass ARD, ZDF und Deutschlandradio stärker auf die Einbindung der Zuschauer achten sollen.
Die Gewerkschaft Verdi appellierte an die Sender, ihre Zielgruppen-Strategie bei Informations-, Unterhaltungs-, Kultur- und Bildungsangeboten nachzusteuern. "Junge Menschen durch ein attraktives und relevantes Angebot langfristig für die öffentlich-rechtlichen Medien zu gewinnen - das hat Priorität", erklärte Christoph Schmitz-Dethlefsen, im Verdi-Bundesvorstand für Medien zuständig. "Auch im Einsatz ihrer Mittel muss sich dieser Schwerpunkt widerspiegeln."