Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 00:04 US-Zulassung für Impfstoffe wohl nicht vor November +++

Russland hat gerade den ersten Corona-Impfstoff zugelassen, bis die ersten US-Kandidaten so weit sind, dürfte es noch etwas dauern. Nach Einschätzung der Nationalen Gesundheitsinstitute der USA (NIH) wird es in dem Land frühestens im November oder Dezember so weit sein.  Die Covid-19-Impfstoffkandidaten aus dem von der amerikanischen Regierungs gestützten beschleunigten Entwicklungsprogramm "Operation Warp Speed" dürften davor keine Genehmigung erhalten, sagte der zuständige Leiter Francis Collins. Grund sei, dass noch Zeit für die großangelegte klinische Erprobung mit tausenden Testpersonen benötigt werde.

+++ 23:10 Landrat bittet Laschet um Karnevals-Absage +++
Der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises spricht sich für eine Absage von Karnevalsveranstaltungen in der kommenden Session aus. Er habe in dieser Sache bereits vor einigen Tagen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet angeschrieben. Karneval "so, wie wir ihn kennen", werde in der Session 2020/2021 nicht möglich sein, erklärte der CDU-Politiker Sebastian Schuster. Die wegen der Corona-Pandemie gebotenen Abstands- und Hygieneregeln machten Veranstaltungen für Vereine nicht durchführbar. "Eine "wohlwollende" Genehmigung des Karnevals mit Einschränkungen seitens der Landesregierung hätte für viele - gerade kleinere Gesellschaften und Vereine - eine verheerende Wirkung", so Schuster. Gleichbleibende Kosten bei weniger Gästen - das bringe die Vereine in den Ruin.

+++ 22:29 Bund und Länder wollen Schulschließungen vermeiden und Digitalisierung vorantreiben +++
Flächendeckende Schulschließungen, wie zu Beginn der Corona-Pandemie, soll es möglichst nicht mehr geben. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, SPD-Chefin Saskia Esken und Bildungsminister aus Bund und Ländern bei einem Treffen in Berlin geeinigt. "Es besteht Einigkeit über das gemeinsame Ziel, erneute komplette und flächendeckende Schließungen von Schulen und Kitas möglichst zu vermeiden", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Zudem betonten die Beteiligten die "neue Dringlichkeit", neue Formen des digitalen Lernens zu entwickeln: Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr, ist angedacht, alle Schulen in Deutschland zügig an schnelles Internet anzuschließen, für jeden Lehrer einen Dienstlaptop zu beschaffen und außerdem jedem Schüler einen günstigen Zugang zum Internet zu ermöglichen, der maximal zehn Euro im Monat kostet.

+++ 22:05 Biden fordert landesweite Maskenpflicht in den USA +++
Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat eine landesweite Maskenpflicht gefordert. Jeder einzelne Amerikaner sollte ab sofort in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen und das mindestens für die kommenden drei Monate, sagte Biden. "Jeder Gouverneur sollte das verpflichtende Tragen einer Maske vorschreiben." Auf diese Weise könnten nach Schätzungen von Experten mindestens 40.000 Menschenleben in den kommenden drei Monaten gerettet werden. Über das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird in den USA eine politisch aufgeladene Debatte geführt. US-Präsident Donald Trump hatte sich trotz einer entsprechenden Empfehlung der US-Gesundheitsbehörde CDC bei öffentlichen Auftritten lange Zeit ohne Maske gezeigt. Nun wirbt er auch dafür und ist inzwischen einige Male mit Maske aufgetreten. Wegen der dramatischen Virus-Ausbreitung gilt mittlerweile eine Maskenpflicht in der Mehrzahl der Bundesstaaten. Die Corona-Pandemie ist eines der wichtigsten Themen im Wahlkampf. In den USA wurden bereits mehr als 5,2 Millionen Infektionen nachgewiesen.

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+++ 21:55 Rund 300 Fälle nach Ausbruch in britischer Sandwich-Fabrik +++

Nach einem Corona-Ausbruch in einer Sandwich-Fabrik in der englischen Stadt Northampton sind fast 300 Angestellte positiv auf das Virus getestet worden. Bei 79 Menschen hatte der staatliche Gesundheitsdienst NHS eine Ansteckung festgestellt, 213 Fälle weitere seien durch private Tests des Unternehmens Greencore bestätigt, hieß es bei der regionalen Verwaltung. Greencore teilte mit, man habe nach einer steigenden Zahl von Covid-19-Fällen in der Region damit begonnen, proaktiv alle Mitarbeiter des Werks zu testen. Northampton liegt nördlich von London. Großbritannien ist das Land mit den meisten Corona-Todesopfern in Europa.

+++ 21:39 US-Gouverneur vergleicht Schulöffnungen mit Einsatz gegen Bin Laden +++
Dem Gouverneur des US-Bundesstaates Florida ist mit seiner Äußerung zu Schulöffnungen in der Corona-Pandemie zumindest ein sehr ausgefallener Vergleich gelungen: Ron DeSantis hat die Bemühungen zur Wiedereröffnung von Schulen inmitten der Krise mit dem Einsatz des US-Militärs gegen den früheren Al-Kaida-Chef Osama bin Laden verglichen. Genauso wie das US-Spezialkommando bei dem Einsatz in Pakistan "Hindernisse überwand", müssten nun auch Schulen Herausforderungen meistern, um Kindern nach den Ferien wieder einen normalen Unterricht zu ermöglichen, sagte DeSantis vor Journalisten. Der Republikaner DeSantis, ein Vertrauter von US-Präsident Donald Trump, wirbt trotz einer anhaltend hohen Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus für eine Öffnung der Schulen. Florida meldete zuletzt rund 6000 Neuinfektionen pro Tag. "An unsere Lehrer und Schulverwalter: Danke, dass Sie sich weigern, sich von Hindernisse davon abhalten zu lassen, unseren Kindern Chancen zu geben", sagte DeSantis.

+++ 21:05 EU will sich auch Corona-Impfstoff von US-Konzern J&J sichern +++
Die EU will auch von einem Pharmaunternehmen des US-Konzerns Johnson & Johnson 200 Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs zum Schutz vor Covid-19 kaufen. Vorgespräche für einen entsprechenden Rahmenvertrag mit Janssen Pharmaceutica NV seien abgeschlossen worden, teilten Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die für Gesundheit zuständige Kommissarin Stella Kyriakides am Abend mit. Er sehe auch ein Vorkaufsrecht für weitere 200 Millionen Dosen vor. Ähnliche Gespräche hatte die Kommission zuvor bereits mit einem Joint Venture von Sanofi und GSK abgeschlossen. Bei ihnen ging es um den Kauf von 300 Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs. Finanziert werden sollen die Geschäfte über ein im Kampf gegen die Coronakrise geschaffenes Soforthilfeinstrument. Es ist mit insgesamt 2,7 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt ausgestattet.

+++ 20:26 Fünf Bundesländer melden Neuinfektionen im dreistelligen Bereich +++
Das Coronavirus ist weiter auf dem Vormarsch in Deutschland: Die Zahl der Neuinfektionen ist erneut kräftig gestiegen auf 1455 Fälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden (1182 am Vortag). Das ist der höchste Zuwachs seit dem 1. Mai. Die Ausbreitung des Virus zeigt sich auch beim Blick auf die Bundesländer: Fünf von ihnen melden Infektionszahlen im dreistelligen Bereich: Spitzenreiter mit 535 neuen Fällen bleibt Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern (229), Hessen (132), Berlin (131) und Baden-Württemberg (108).

Erstmals seit dem 22. Mai gibt es damit in Deutschland wieder mehr als 12.000 aktive Infektionen. Vier Menschen sind nach einer Erkrankung mit Covid-19 in den vergangenen 24 Stunden gestorben (gesamt 9214 Todesfälle). Die Zahl der Infektionen steigt insgesamt auf 220.405 Fälle. Laut Robert Koch-Institut gelten 199.139 Menschen inzwischen als genesen.

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa/AFP