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Montag, 25. Dezember 2017

Nach Felssturz in Tirol: 130 Bewohner von Außenwelt abgeschnitten

Lautes Getöse am Heiligabend, dann die verschüttete Straße: In Österreich sind Dutzende Menschen nach einem gewaltigen Felssturz von der Außenwelt abgeschnitten. Das Freiräumen der verschütteten Straße wird gut drei Wochen dauern.

Nach einem gewaltigen Felssturz in Österreich sind rund 130 Bewohner eines Tals in Tirol von den Außenwelt abgeschnitten. In der Gemeinde Vals südlich von Innsbruck waren am Heiligabend große Mengen Felsen und Erdreich auf eine Straße gestürzt, wie die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf die Polizei berichtete. 40 Menschen aus neun Häusern mussten evakuiert werden, verletzt wurde niemand.

In dem Gebiet sitzen nun aber 130 Dorfbewohner fest. Die Zufahrtsstraße in das Seitental des Wipptals ist dem Bericht zufolge auf einer Breite von 150 Metern verschüttet, die Erd- und Geröllmassen türmen sich bis zu 50 Meter hoch auf.

Rund 80 Bewohner aus dem hinteren Talbereich hatten dem Bericht zufolge zunächst darauf gehofft, am Montagabend aus dem Gebiet herauszukommen. Nach mehreren Erkundungsflügen mit einem Hubschrauber wurde die Sperre aber sogar noch ausgeweitet. "Die Eingeschlossenen werden voraussichtlich noch zwei Tage nicht erreichbar sein", sagte Bürgermeister Klaus Ungerank.

"Für Weihnachten hat sich jeder eingedeckt"

Durch die Ausweitung der Sperre wurde dann auch den 50 Bewohnern des Dorfs Padaun der Weg abgeschnitten. In dem Gebiet seien "derzeit noch Abstürze im Gange", sagte der Landesgeologe Gunther Heißel im Radiosender ORF Tirol. Einige tiefe Risse hätten sich zudem "sehr, sehr stark ausgedehnt".

Die Dorfbewohner sollen nun per Hubschrauber notversorgt werden. Die Lage sei aber nicht ernst. "Für Weihnachten hat sich jeder eingedeckt", sagte Bürgermeister Ungerank. Das Freiräumen der verschütteten Straße wird nach Angaben der Landesregierung gut drei Wochen dauern.

Wenige Minuten vor dem Felssturz am Sonntagabend gegen 18.15 Uhr hatten dem Bericht zufolge mehrere Kinder auf dem Weg zur Christmette die Unglücksstelle passiert. Sie und auch andere Bewohner des Tales blieben unverletzt. Das sei, "auch wenn es kitschig klingt, ein Weihnachtswunder", sagte Tirols Landeshauptmann Günther Platter nach einer Krisensitzung in Vals.

Quelle: n-tv.de