Panorama

Armee tötet IS-Verbündete 16 Menschen sterben bei Explosion in Sri Lanka

imago90867390h.jpg

Die Armee stürmte das Versteck der Extremisten.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Nach den schweren Anschlägen in Sri Lanka detoniert bei einer Anti-Terror-Razzia eine Bombe. Bei Erstürmung des Hauses machen die Soldaten einen grausamen Fund. Kurz darauf spüren sie ein weiteres Versteck von mutmaßlichen Terroristen auf und treffen auch dort auf Widerstand.

Wenige Tage nach den Selbstmordanschlägen mit mehr als 250 Toten sind in Sri Lanka 16 weitere Menschen bei einem Feuergefecht in dem 370 Kilometer östlich von Colombo gelegenen Ort Sammanthurai ums Leben gekommen. Zuvor  lieferten sich an der Ostküste des Inselstaates Soldaten einen Schusswechsel mit mutmaßlichen Islamisten.

Das Gebäude in Sammanthurai sollte im Zuge einer Anti-Terror-Razzia gestürmt werden, als es nach Aussagen eines Polizeisprechers zu mindestens drei Detonationen kam. Unter den Toten sind demnach sechs Kinder. "Wir haben das Gebäude durchsucht und 16 Leichen gefunden, zwölf davon in dem Haus und drei davor", sagte der Sprecher. Ein Kind und eine Frau seien verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Die Polizei vermute, dass die Detonationen auf einen oder mehrere Selbstmordattentäter zurückgehen.

In dem Gebäude sollen radikale Islamisten vor den Anschlägen ein Video gedreht haben, in dem sie dem Anführer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Baghdadi, die Treue schworen. Bei der Razzia wurden unter anderem 150 Stangen Dynamit und eine IS-Flagge sichergestellt. Soldaten lieferten sich nach Armeeangaben in der Gegend außerdem einen Schusswechsel mit mehreren Extremisten.

Zivilist stirbt in Schusswechsel

Bei einer weiteren Razzia in der Stadt Kalmunai im Osten des Landes stürmten Sicherheitskräfte zudem ein Versteck von IS-Verbündeten und töteten dabei mindestens vier mutmaßliche Extremisten. Bewaffnete Männer hätten bei der Erstürmung des Verstecks das Feuer auf die Sicherheitskräfte eröffnet, woraufhin es zum Schusswechsel gekommen sei, teilte die Armee mit.

"Als wir das Feuer erwiderten, wurden zwei Bewaffnete getötet", sagte Armeesprecher Sumith Atapattu. Auch ein in die Schusslinie geratener Zivilist wurde demnach getötet. Die Polizei teilte später mit, eine Begehung des Verstecks nach dem nächtlichen Einsatz habe gezeigt, dass insgesamt vier mutmaßliche Selbstmordattentäter getötet worden seien. Drei weitere konnten demnach verletzt entkommen.

Die gemeinsame Aktion von Armee und Polizei erfolgte nach einem Hinweis, wonach sich die Verantwortlichen der verheerenden Anschläge vom Ostersonntag in dem Versteck in Kalmunai rund 370 Kilometer östlich der Hauptstadt Colombo aufhielten. Landesweit suchen die Sicherheitskräfte nach 140 IS-Verbündeten.

Behörden unter Druck

Die Regierung und Behörden in Sri Lanka stehen nach den Anschlägen unter großem Druck, da es im Vorfeld konkrete Hinweise gegeben hatte, denen nicht nachgegangen wurde. Bei den Anschlägen auf mehrere Kirchen und Hotels in Sri Lanka waren am Ostersonntag nach Behördenangaben 253 Menschen getötet worden, darunter zahlreiche ausländische Urlauber. Die Regierung macht die Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) für die Attacken verantwortlich.

Einen der Selbstmordanschläge beging demnach NTJ-Anführer Zahran Hashim. Er stand offenbar im Zentrum eines IS-Bekennervideos. Vor den Anschlägen in Sri Lanka war Hashim weitgehend unbekannt. In Online-Medien hatte er allerdings Tausende Anhänger, er veröffentlichte hetzerische Predigten auf Youtube und Facebook. Örtlichen Medien zufolge gründete Hashim die NTJ im Jahr 2014.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP/rts/dpa