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Jugendliche getötet 18-Jähriger erhält Höchststrafe wegen Mordes

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Der Verurteilte muss zehn Jahre hinter Gitter.

(Foto: dpa)

Eine 17-Jährige lernt in Bonn einen jungen Mann kennen. Weil sie ihren Zug verpasst, begleitet sie ihn in seine Unterkunft in Sankt Augustin - und wird dort sexuell missbraucht und ermordet. Das Landgericht Bonn verurteilt den heute 18-Jährigen nun zu zehn Jahren Jugendhaft.

Im Fall einer Anfang Dezember im nordrhein-westfälischen Sankt Augustin sexuell missbrauchten und ermordeten 17-Jährigen hat das Landgericht Bonn den Angeklagten zur Höchststrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 18-Jährige die Jugendliche ermordete und verurteilte ihn zu einer Jugendstrafe von zehn Jahren. Mit dem Strafmaß folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft, den Tatablauf bewertete es etwas abweichend.

Dem Urteil zufolge tötete der verurteilte Deutsch-Kenianer die aus Rheinland-Pfalz stammende Jugendliche am 1. Dezember in seinem Zimmer in einer städtischen Obdachlosenunterkunft in Sankt Augustin. Die beiden sollen sich erst kurz vor der Tat in Bonn kennengelernt haben. In der Nacht folgte die Jugendliche dem Täter vermutlich in seine Unterkunft, weil sie den letzten Zug verpasst hatte.

Neben Mordes wurde der 18-Jährige zudem wegen versuchter Vergewaltigung verurteilt - nicht wie von der Anklage gefordert wegen vollendeter Vergewaltigung und Körperverletzung. Grund dafür ist, dass das Gericht nicht mehr genau aufklären konnte, wie der Ablauf des Sexualdelikts war. So ist laut eines Gerichtssprechers unklar, ob der Verurteilte das Mädchen bereits vor der Ermordung vergewaltigte oder ob er sie nach einem Vergewaltigungsversuch getötet und sich dann an ihrer Leiche vergangen habe.

Die Anklage war davon ausgegangen, dass die 17-Jährige vergewaltigt wurde und gedroht habe, den 18-Jährigen bei der Polizei anzuzeigen. Laut Staatsanwaltschaft erstickte dieser das Mädchen dann zur Vertuschung seiner Tat. Die Verteidiger des Angeklagten dagegen gingen weder von einer Vergewaltigung noch von einer vorsätzlichen Tötung aus, sondern hatten auf Körperverletzung mit Todesfolge plädiert. Ob sie Rechtsmittel gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil einlegt, ist noch offen.

Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass der Angeklagte zur Tatzeit 19 Jahre alt und somit heranwachsend war. Zum Prozessauftakt jedoch hatte der Angeklagte erklärt, dass er zwei Jahre jünger sei, was aus Sicht des Gerichts nicht zu widerlegen war.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP/dpa

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