Panorama

Prozess um Tat im Tiergarten 18-Jähriger soll für zwei Euro getötet haben

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Susanne F. wurde auf dem Heimweg überfallen.

(Foto: imago/tagesspiegel)

Im September 2017 geht Susanne F. durch den Berliner Tiergarten nach Hause. Sie wird angegriffen, ermordet und ausgeraubt. Nun steht der mutmaßliche Täter vor Gericht, der junge Tschetschene schweigt.

Der mutmaßliche Mörder einer Kunsthistorikerin, die im Berliner Tiergarten erwürgt und ausgeraubt worden war, hat vor dem Landgericht eine Aussage verweigert. Aus einer zu Prozessbeginn verlesenen früheren Stellungnahme des 18-Jährigen ging hervor, dass er die Vorwürfe bestritten hat.

Er habe den Leichnam der Frau gefunden, nach Wertsachen durchsucht und das Handy der Toten sowie etwas Kleingeld an sich genommen, hatte der Angeklagte vor drei Wochen bei einem Haftprüfungstermin erklärt. Dem aus Tschetschenien stammenden 18-jährigen Mann wird vorgeworfen, die arglose 60-Jährige am 5. September 2017 im Tiergarten auf ihrem Heimweg angegriffen zu haben. Mit dem Handy der Frau und mindestens zwei Euro sei er geflohen. Die Anklage in dem Prozess, der unter großem Medienandrang begann, lautet auf heimtückischen Mord aus Habgier und Verdeckungsabsicht. Zum Prozessauftakt kam auch der Ehemann des Opfers, der im Prozess Nebenkläger ist.

Die Kunsthistorikerin war an jenem Septembertag nach einem Treffen mit Freundinnen in einem Lokal allein zu Fuß Richtung Bahnhof Zoo aufgebrochen. Der 18-Jährige, ein russischer Staatsangehöriger ohne festen Wohnsitz in Deutschland, soll die Frau in Berlins größtem Stadtpark unvermittelt attackiert und tief in ein Gebüsch gezerrt haben. Die Leiche wurde erst drei Tage später von Passanten entdeckt. Der Angeklagte wurde über das geraubte Handy ermittelt und eine Woche nach dem Gewaltverbrechen in Polen festgenommen.

Die Tat hatte eine erneute Debatte über den Umgang mit ausländischen Kriminellen ausgelöst, die eigentlich ausreisen müssten, aber nicht abgeschoben werden. In der Erklärung des 18-Jährigen beim Haftprüfungstermin hieß es weiter, er sei zur Tatzeit in einem Internetcafé gewesen und habe erhebliche Mengen Alkohol konsumiert. Am frühen Morgen habe er den Tiergarten durchquert und in einem Gebüsch einen Körper entdeckt. Als ihm klar geworden sei, dass es sich um eine Leiche handelte, habe er "Panik" bekommen. Später habe er aus Angst, mit der Toten in Verbindung gebracht zu werden, Berlin verlassen. Bis Ende Juni sind zehn weitere Verhandlungstermine angesetzt.

Quelle: ntv.de, sba/dpa