Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 23:40 EU-Parlament will Saisonarbeiter besser schützen +++

Das EU-Parlament fordert, Saisonarbeiter besser vor dem Coronavirus zu schützen. Die EU-Länder müssten verstärkt darauf achten, dass auch auswärtige Arbeiter korrekt untergebracht, ausgerüstet und informiert seien, heißt es in einer Entschließung, die eine breite Mehrheit der Abgeordneten annahm. Zu ausreichendem Schutz gehöre auch ein leichter Zugang zu Corona-Tests.

+++ 23:06 US-Regierung lässt Ende von Einreisestopp aus Europa weiter offen +++
Ein Ende des Einreiseverbots aus dem Schengenraum in die USA ist weiter nicht in Sicht. US-Präsident Donald Trump beobachte die Situation fortwährend, bislang gebe es aber "keine Pläne", die Reisebeschränkungen aufzuheben, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany. Sie betonte, dass das Verbot zu Beginn der Corona-Pandemie sehr wichtig dafür gewesen sei, Leben in den USA zu retten. Trump hatte den Einreisestopp Mitte März wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus in mehreren europäischen Staaten verhängt. Auch für China und Brasilien gelten weitgehende Einreisebeschränkungen.

+++ 22:35 WHO-Chef warnt: Pandemie beschleunigt sich +++
In Europa entspannt sich die Lage, global ist aber keine Besserung in Sicht: "Die Corona-Pandemie beschleunigt sich", warnt Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der WHO seien innerhalb eines Tages mehr als 150.000 neue Infektionen gemeldet worden - so viele wie nie zuvor. Fast die Hälfte stamme aus Nord-, Mittel- und Südamerika, aber größere Zahlen seien auch aus Südasien und dem Nahen Osten gekommen. "Die Welt ist in einer neuen und gefährlichen Phase", sagte Tedros. "Viele Menschen haben verständlicherweise die Nase voll davon, zu Hause zu sein. Länder wollen verständlicherweise Wirtschaft und Gesellschaftsleben wieder öffnen. Aber das Virus verbreitet sich schnell, es ist immer noch tödlich und die meisten Menschen können sich immer noch infizieren." Tedros beschwor alle Menschen, weiter Distanz zu halten, sich häufig die Hände zu waschen sowie andere Hygienemaßnahmen umzusetzen.

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+++ 22:04 Schweiz hebt fast alle Corona-Schutzmaßnahmen auf +++
Angesichts niedriger Infektionszahlen hebt die Schweiz ab Montag praktisch alle Corona-Schutzmaßnahmen auf: Die Regierung hat beschlossen, dass die Sperrstunde aufgehoben wird, wodurch auch Nachtclubs wieder bis in die frühen Morgenstunden offen bleiben können. In Theatern und Kinos muss nur noch ein Sitz zwischen Gästen freigehalten werden. Auch Demonstrationen sind ab diesen Samstag wieder erlaubt, allerdings müssen Teilnehmer Masken tragen. Es gibt keine Empfehlungen mehr, dass ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen zu Hause arbeiten sollen. Lediglich Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bleiben verboten. Die Menschen sollen aber weiter Abstand halten, wenn sie kein Mund- und Nasenschutz tragen. In der Schweiz und Liechtenstein waren in den vergangenen 24 Stunden 17 neue Ansteckungen gemeldet worden.

+++ 21:35 Zahl der Neuinfektionen steigt nach Tönnies-Ausbruch auf Vier-Wochen-Hoch +++
Der Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies hat die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland auf ein Vier-Wochen-Hoch getrieben. Binnen 24 Stunden sind 774 neue Corona-Fälle nachgewiesen worden. Zuletzt waren es am 20. Mai mit 814 mehr. Auf dem bisherigen Tiefststand seit Beginn der Pandemie waren am vergangenen Sonntag nur 213 neue Infektionen innerhalb eines Tages hinzugekommen.

Von den rund 7000 Mitarbeitern der Firma Tönnies wurden bisher 803 Infizierte registriert. Höchstwahrscheinlich sind noch viele weitere infiziert: Bislang wurden lediglich 1106 Mitarbeiter getestet. Aus dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium heißt es zudem, dass "die aktuellen Ausbruchsfälle im Meldestand noch nicht vollständig berücksichtigt" sind.

+++ 21:04 Auch Konzernchef Clemens Tönnies muss in Quarantäne +++
Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies müssen nicht nur die Mitarbeiter am Standort Rheda-Wiedenbrück in Quarantäne, sondern auch die Verwaltung. Das hat der Kreis Gütersloh mitgeteilt. Das gilt auch für Clemens Tönnies, Gesellschafter von Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies, wie ein Konzernsprecher bestätigt. Einige Mitarbeiter können den Angaben zufolge aber in sogenannte Arbeitsquarantäne. Das heißt, dass sie sich noch zwischen Arbeits- und Wohnort bewegen dürfen.

+++ 20:51 Laschet droht regionalen Lockdown an +++
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet schließt nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies mit Hunderten Infizierten einen regionalen Lockdown nicht mehr aus. Das Infektionsgeschehen könne noch lokalisiert werden. "Sollte sich dies ändern, kann auch ein flächendeckender Lockdown in der Region notwendig werden", sagte Laschet bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Er sprach von einem massiven Ausbruchsgeschehen. Nach dem Auftreten des Virus in einem Tönnies-Werk ist im Kreis Gütersloh bereits die Schließung von Schulen und Kitas angeordnet worden. Einen Lockdown will der Kreis nach bisherigen Angaben mit diesen und weiteren Maßnahmen abwenden.

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+++ 20:36 Video beweist: Nicht alle Tönnies-Mitarbeiter halten Quarantäne ein +++
1100 Corona-Tests, mehr als 800 Infektionen: NRW erlebt in der Fleischfabrik Tönnies seinen bislang schwersten Corona-Ausbruch. 7000 Mitarbeiter stehen unter Quarantäne - doch nicht alle halten sich daran. Militär und Polizei stehen bereits parat.

+++ 20:02 China fehlen Probanden für Impfstoffentwicklung +++
In China berichten Staatsmedien laut dem "Guardian", dass sich die Entwicklung eines Impfstoffes bis mindestens 2021 zu verzögern droht. Grund ist demnach, dass die Forscher keine geeigneten Testkandidaten für große klinische Studien finden. Es gebe zu wenige Neuinfektionen im Land, heißt es. Im Mai seien pro Tag im Durschnitt nur zehn Ansteckungen gemeldet worden. Weltweit werden derzeit zehn Impfstoffe am Menschen getestet. Von den Wirkstoffen hat aber noch keine die dritte Phase klinischer Studien erreicht, bei denen Tausende Probanden nötig sind, um abschließend festzustellen, ob ein Impfstoff tatsächlich wirkt.

+++ 19:24 Neue Ausbrüche: Apple schließt mehrere US-Filialen +++
Apple wird wegen der Zunahme der Corona-Infektionen wieder einige seiner US-Läden schließen. Betroffen sind elf Filialen in den Bundesstaaten Arizona, Florida sowie North und South Carolina. Welche Läden genau schließen, ist noch nicht bekannt. Arizona, Florida und South Carolina gehören zu den acht US-Bundesstaaten, die in den vergangenen sieben Tagen eine Rekordzahl an Neuinfektionen (Eintrag von 17:26 Uhr) gemeldet haben. An der Börse drehte die Aktie von Apple nach Bekanntgabe der Entscheidung leicht ins Minus.

+++ 18:51 Spanien korrigiert Totenzahl deutlich nach oben +++
In Spanien wird der Regierung vorgeworfen, dass sie die Zahl der Corona-Toten verschleiert. Nachdem sie die Veröffentlichung aufgrund einer Umstellung der Datenerhebung Anfang Juni für zwölf Tage ausgesetzt hatte, hat sie nun erstmals neue Zahlen bekanntgegeben. Demnach starben am Mittwoch nur noch zwei Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Gleichzeitig korrigierte Madrid die Gesamtzahl der Toten von 27.136 auf 28.315 nach oben. Auch in dieser Statistik fehlen jedoch die Daten von Menschen, die in Altersheimen an Corona gestorben sind. Die konservative und rechtsextreme Opposition wirft der sozialistischen Regierung deshalb "Desinformation" vor. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum liegt die Übersterblichkeit in Spanien seit Mitte März bei 43.000 Menschen.

+++ 18:22 Laschet zu Tönnies: "Infektionsgeschehen in dieser Größenordnung neu" +++
Im Zuge des Ausbruchs bei Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind von den rund 7000 Beschäftigten inzwischen 803 positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet am Abend bei einer Pressekonferenz mit. "Wir nehmen ein Infektionsgeschehen wahr, das in dieser Größenordnung neu ist." Noch könne man das Infektionsgeschehen lokalisieren, sagte Laschet. "Sollte sich das ändern, könnte ein flächendeckender Lockdown in der Region notwendig werden." Getestet wurden bisher 1106 Mitarbeiter. Am Vorabend lag die Zahl der Infizierten bei 730.

+++ 17:58 Verbindungen zu Tönnies: Hamm schickt drei Klassen in Quarantäne +++
Der Corona-Ausbruch im Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wirkt sich auch in angrenzenden Regionen deutlich aus: In der kreisfreien Stadt Hamm mussten nach Angaben von Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann drei Schulklassen in Quarantäne geschickt werden, nachdem drei Kinder von Tönnies-Mitarbeitern positiv auf Corona getestet wurden. Betroffen sind demnach eine Grund-, eine Real- und eine Hauptschule. Die Stadt vermutet, dass bis 50 bis 100 Tönnies-Mitarbeiter mit ihren Familien in Hamm wohnen.

Bereits am Mittwoch hatte die Stadt Oelde im Kreis Warendorf Schulen und Kitas vorsorglich geschlossen. Am Montag soll der Betrieb wieder aufgenommen werden. Laut Mitteilung der Stadt liegen jetzt Informationen zu rund 40 Tönnies-Mitarbeitern vor, die in Oelde wohnen. Die Kinder dieser Familien sollen vom Schul- und Kitabesuch ab Montag befreit werden.

+++ 17:26 Acht US-Staaten verzeichnen Rekordzahl an Neuinfektionen +++
In den USA verzeichnen derzeit gleich acht Bundesstaaten eine Rekordzahl an Neuinfektionen. CNN berichtet unter Berufung auf Zahlen der Johns-Hopkins-Universität, dass Arizona, Florida, Kalifornien, Nevada, Oklahoma, South Carolina, Texas und Utah noch nie so viele Neuinfektionen gemeldet hätten wie in den vergangenen sieben Tagen.

Demnach sind in Arizona in der Woche vor dem 18. Juni täglich im Durchschnitt 1740 neue Fälle hinzukommen und damit 45 Prozent mehr als in der Vorwoche. In Kalifornien stieg die Zahl der Neuinfektionen im Durchschnitt auf 3387 pro Tag. Hier sei der Sieben-Tages-Schnitt im Vergleich mit der Vorwoche um 12 Prozent gestiegen, meldet CNN. In Florida betrage der Anstieg knapp 90 Prozent. In den anderen Staaten sei die Entwicklung ähnlich.

+++ 16:57 Pandemie hinterlässt bei Krankenkassen großes Defizit +++
Die Corona-Pandemie hat der Gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland ein spürbares Defizit gebracht: Die 105 Kassen haben in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres rund 1,3 Milliarden Euro mehr ausgegeben als eingenommen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. "Die Pandemie wirkt sich auch auf die Finanzen der Krankenkassen aus", erklärte Minister Jens Spahn. Die aktuellen Zahlen seien zwar noch wenig aussagekräftig, erklärte der Minister. Belastbare Prognosen werde es erst im Herbst geben. "Nach vielen Jahren finanzieller Stabilität müssen wir uns aber darauf einstellen, dass die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben größer werden wird." Deshalb werde es bereits in diesem Jahr einen zusätzlichen Bundeszuschuss von 3,5 Milliarden Euro an die gesetzliche Krankenversicherung geben.

+++ 16:44 Israel stärkt Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten +++
Die israelische Regierung will sich mit einer personellen Aufstockung im Gesundheitswesen gegen den Anstieg der Corona-Infektionen stemmen. Das Gesundheitsministerium des Landes gab am Freitag die Mittel für die Einstellung von 300 Kräften frei, die unter anderem bei der Nachverfolgung von Infektionsketten helfen sollen. Mit deren Auswahl und Ausbildung soll kommende Woche begonnen werden. Die Zeitung "Israel Hayom" hatte gestern unter Berufung auf Dokumente des Ministeriums von einer Unterbesetzung von 170 Stellen in dem Bereich berichtet.

+++ 16:18 Dutzende in Quarantäne nach Ausbruch in Kasseler Flüchtlingsheim +++
Nach 20 Corona-Fällen in einer Geflüchtetenunterkunft sind in Kassel 60 Menschen in Quarantäne. Es handele sich um den bisher größten Ausbruch in der Stadt, sagte Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote. Eine Grundschule und ein Hort wurden vorläufig geschlossen. Rund 150 Menschen wurden und werden insgesamt getestet. Es gebe unter den Infizierten bisher keinen schweren Krankheitsverlauf. Laut der Stadt war am Dienstag die erste Infektion in der Einrichtung im Stadtteil Bettenhausen bekannt geworden. "Mehrere Familien und Einzelpersonen leben dort zusammen", erklärte Regine Bresler, Leiterin des Gesundheitsamtes. Daraufhin seien alle Bewohner, Betreuer und Mitarbeiter getestet worden. 200 Kontaktpersonen wurden ermittelt.

+++ 15:50 Bundeswehr-Soldaten bei Tönnies-Tests im Einsatz +++
Nach dem Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies sind 25 Soldaten der Bundeswehr beim Werk in Rheda-Wiedenbrück eingetroffen, um erste Tests durchzuführen. Der Sprecher der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen, Uwe Kort, teilte weiter mit: "Es wurden Absperrungen und Zäune aufgebaut." Der Kreis Gütersloh hatte die Bundeswehr zuvor um Hilfe bei einem Reihentest auf Corona-Infektionen bei dem Schlachtbetrieb gebeten. "Der Kreis hat aber weiter die Verantwortung", so der Bundeswehr-Sprecher. "Wir unterstützen nur." Insgesamt 25 Soldaten aus Augustdorf im benachbarten Kreis Lippe und aus Rheinland-Pfalz sind nun in Rheda-Wiedenbrück im Einsatz. 13 davon sind als Sanitätssoldaten vor Ort, 12 zur Dokumentation.

+++ 15:29 Knapp 120 Coronavirus-Infektionen in Göttinger Wohnkomplex +++
Der erneute Corona-Ausbruch in Göttingen mit einer Quarantäne für einen gesamten Gebäudekomplex stellt die betroffenen Bewohner und die Stadt vor große Herausforderungen. "Wir müssen jetzt hoffen, dass alle in dieser Ausnahmesituation einen kühlen Kopf bewahren", sagte Christian Hölscher von der Jugendhilfe Göttingen. Es handele sich um eine völlig neue einschneidende Situation. Innerhalb von zwei Tagen seien knapp 120 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt worden, teilte die Stadt heute mit.

+++ 15:09 USA mit mehr als 25.000 Neuinfektionen pro Tag +++
Weiterhin gibt es keine Anzeichen für eine Verlangsamung der Ansteckungsdynamik in den USA: derzeit sind es mehr als 25.000 Neuinfektionen pro Tag.

+++ 14:38 Staatsanwaltschaft ermittelt wohl wegen Ausbruch bei Tönnies +++
Nach Angaben des "Westfalen-Blatt" soll die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen eines Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletztung und Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz bei Tönnies ermitteln. Laut Oberstaatsanwalt Martin Temmen liegen fünf Strafanzeigen vor, die Anlass für das Ermittlungsverfahren geben würden.

+++ 13:54 Erste Patienten: Paar aus Wuhan spendet für Virus-Forschung in Italien +++
Zwei chinesische Touristen, die in Italien die ersten beiden bekannten Corona-Patienten waren, haben einem Forschungsinstitut in Rom 40.000 Dollar (knapp 36.000 Euro) gespendet. Das Paar aus Wuhan, dem Epizentrum der Krise in China, habe das Geld für Studien zu dem Virus gegeben, teilte das Istituto Spallanzani am Freitag auf Twitter mit. Die beiden Eheleute waren Ende Januar in einem Hotel in Rom, als sie an Covid-19 erkrankten. Beide wurden dann wochenlang in dem Institut behandelt, bevor sie im März entlassen werden konnten. Nach Bekanntwerden des Falls stoppte Italien alle Flüge von und nach China und rief den Notstand aus. Erst Ende Februar wurden dann weitere Ansteckungsherde in Norditalien bekannt, die dann zu dem großen Ausbruch mit mehr als 34.000 Toten führten.

+++ 13:18 Großbritannien senkt Corona-Warnstufe +++
Die britische Regierung hat die Warnstufe in der Coronavirus-Epidemie trotz Pannen bei der Einführung eines Systems zur Nachverfolgung von Infektionsketten von vier auf drei gesenkt. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Damit scheint der Weg frei für weitere Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in dem Land. Bereits seit dieser Woche sind Geschäfte in England wieder geöffnet. Es musst jedoch ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Welche Maßnahmen konkret durch die neue Bewertung aufgehoben werden könnten, war zunächst unklar.

Noch vor wenigen Tagen hatte ein Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO dem "Guardian"zufolge vor einer zu schnellen Aufhebung der Maßnahmen in Großbritannien gewarnt. Zuvor müsse sich das System zur Nachverfolgung von Infektionsketten als robust erweisen.

+++ 12:49 Fast 1,5 Millionen Corona-Fälle im Europäischen Wirtschaftsraum +++
Fast 1,5 Millionen Menschen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) haben sich inzwischen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Wie am Freitagvormittag aktualisierte Zahlen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zeigten, wurden aus den Ländern des EWR einschließlich Großbritanniens bislang 1 497 919 Infektionen sowie 172.944 Todesfälle gemeldet. Die meisten Infektionen wurden demnach bisher in den fünf bevölkerungsreichsten Ländern der Region verzeichnet: Großbritannien (300.469), Spanien (245.268), Italien (238.159), Deutschland (187.764) und Frankreich (158.641). Die ersten Infektionsfälle mit dem Coronavirus in Europa waren Ende Januar in Frankreich und Deutschland aufgetaucht. Zum EWR gehören neben den 27 EU-Staaten außerdem Norwegen, Island und Liechtenstein, das ECDC schließt auch Ex-EU-Mitglied Großbritannien mit ein.

+++ 12:14 Corona-Warn-App fast 10 Millionen Mal heruntergeladen +++
Die deutsche Corona-App ist mittlerweile fast zehn Millionen Mal heruntergeladen worden. Es seien 9,6 Millionen Downloads registriert worden, sagt eine Regierungssprecherin. Die App wurde Anfang der Woche freigeschaltet und soll helfen, Infektionsketten schneller nachverfolgen zu können.

+++ 11:43 Ausgangsbeschränkungen für 15 Millionen Bürger in indischer Stadt +++
Wegen der Ausbreitung des Coronavirus sind im Osten Indiens für 15 Millionen Menschen Ausgangsbeschränkungen verhängt worden. Die Bewohner von Chennai, der Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu, sowie umliegender Bezirke müssen zwölf Tage lang weitgehend zu Hause bleiben. Die Menschen dürfen sich mit Ausnahme von medizinischen Notfällen maximal zwei Kilometer von ihrem Haus entfernen. Lebensmittelläden und Tankstellen dürfen nur in der Zeit von 06.00 bis 14.00 Uhr öffnen. Das bevölkerungsreiche Indien hat bislang mehr als 380.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert, mehr als 12.500 Infizierte starben.

+++ 11:13 Fall Tönnies: Gütersloher Landrat verteidigt Schulschließungen +++
Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies mit inzwischen mehr 730 Infizierten im Kreis Gütersloh hat Landrat Sven-Georg Adenauer die Schließung von Schulen und Kitas verteidigt. Er könne den "Riesenärger" von Eltern und Kindern verstehen, sagte er im Deutschlandfunk. Aber in den Schulen könne das Virus durch die Kinder von Angestellten auf das gesamte Kreisgebiet "überspringen". Die Experten hätten dies empfohlen. Wären parallel dazu auch noch andere Bereiche wie Gaststätten und Sportvereine wieder geschlossen worden, wäre nur "der Protest aus anderen Bereichen noch größer gewesen", sagte der Landrat. Die Schließung von Schulen und Kitas aber sei nach Meinung seiner Fachleute mit Blick auf die Eindämmung am "effektivsten". Er verwies zudem darauf, dass er auch den Tönnies-Betrieb nach dem Ausbruch geschlossen habe. "Das ist das, was ich machen kann."

+++ 10:27 Studie: Virus in Italiens Abwässern schon seit Dezember nachgewiesen +++
Laut einer neuen Studie soll das Coronavirus in Italiens Abwässern schon seit Dezember 2019 nachgewiesen worden sein. Somit grassierte Sars-CoV-2 eher in Italien als bislang angenommen. Der Erreger sei in Abwässern der beiden norditalienischen Großstädte Mailand und Turin vom Dezember nachgewiesen worden, heißt es in einer Stellungnahme von Italiens nationalem Gesundheitsinstitut ISS.

+++ 09:46 Scholz verteidigt neue Rekordschulden +++
Der Bund nimmt Rekordschulden auf, um damit die Folgen der Corona-Pandemie für Deutschland abzufedern. Im Bundestag wird heute darüber debattiert. Finanzminister Olaf Scholz macht den Anfang, er verteidigt die immensen Mehrausgaben. Aber er hat auch Verständnis für Skepsis: "218,5 Milliarden Euro, das ist nicht wenig", sagt der Vizekanzler. Er habe großes Verständnis, wenn dem ein oder anderen dabei mulmig werde. "Ich bin auch froh darüber", betont Scholz. "Denn die Gefahr ist ja sehr, sehr groß, dass man in einer solchen Situation, wenn man schon viel Geld ausgibt, denkt, da gibt es kein Halten mehr." Aber die Bundesrepublik habe in der Vergangenheit solide gewirtschaftet und werde das auch in der Krise tun. Von den geplanten Maßnahmen werde ein starker Konjunkturimpuls ausgehen. Die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung werde die Kaufkraft der Bürger steigern, der Kinderbonus auch eine Anerkennung für Familien sein, sagt Scholz.

+++ 08:20 Kreis Gütersloh überspringt "Obergrenze" deutlich +++
Die Infektions-Karte für Deutschland weist nach dem Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück wieder einen roten Fleck auf: Dem neuesten RKI-Datenstand zufolge überschreitet der Kreis Gütersloh die zwischen Bund und Ländern vereinbarte Obergrenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Offenbar werden die Tönnies-Fälle jedoch nicht komplett im Kreis Gütersloh gezählt. Die Gesundheitsämter folgen bei der Erfassung der Meldefälle dem Wohnortprinzip. So ist es zu erklären, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im an Gütersloh angrenzenden Kreis Warendorf ebenfalls anzieht.

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+++ 07:43 Staat verliert fast ein Fünftel an Steuereinnahmen +++
Die Steuereinnahmen sind coronabedingt im Mai um 19,9 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat eingebrochen. "Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise sowie die aufgrund dieser Krise getroffenen steuerlichen Maßnahmen belasteten das Steueraufkommen im Mai 2020 signifikant", schreibt das Bundesfinanzministerium in seinem neuen Monatsbericht. In den ersten fünf Monaten sank das Steueraufkommen um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

+++ 06:23 China meldet 32 neue Infektionen +++
Chinas Nationale Gesundheitsbehörde meldet 32 neue Corona-Fälle. 25 davon seien in der Hauptstadt Peking registriert worden. Das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vortag, als 28 neue Fälle bestätigt wurden, davon 21 in Peking. Die Lokalbehörden ergreifen in der Hauptstadt bereits wieder verstärkte Maßnahmen zur Eindämmung des Virus.

+++ 05:39 60 Testergebnisse in Göttingen noch offen +++
Nach einem erneuten Corona-Ausbruch in Göttingen mit rund 100 Infizierten werden heute weitere Testergebnisse erwartet. Etwa 60 Befunde stehen im Zuge der großen Testaktion noch aus. Ein kompletter Gebäudekomplex am Rande der Innenstadt war am Donnerstag auf Empfehlung des Krisenstabs hin unter Quarantäne gestellt worden. Die knapp 700 Bewohner dürfen die Anlage eine Woche lang nicht verlassen.

+++ 04:55 Zahl der Infektionen in Peking steigt weiter +++
Nach dem neuen Coronavirus-Ausbruch in Peking ist die Zahl der Infizierten weiter gestiegen. Die staatliche Gesundheitskommission meldet 25 weitere Ansteckungen. Seit der neue Ausbruch auf einem Großmarkt der chinesischen Hauptstadt am vergangenen Donnerstag bekannt wurde, ist die Zahl der Infizierten damit auf 183 gewachsen. Als Reaktion auf den neuen Ausbruch, der vergangene Woche auf dem Xinfadi-Großmarkt der Stadt begann, riefen die Behörden am Dienstag die zweithöchste Sicherheitsstufe aus, womit Peking teilweise abgeriegelt wurde.

+++ 03:58 Fauci skeptisch bezüglich neuer NFL-Saison +++
Der führende US-Virologe in der Corona-Krise, Anthony Fauci, zweifelt an einer NFL-Saison in diesem Herbst. "Wenn sich die Spieler nicht im Wesentlichen in einer Blase befinden - von der Gemeinschaft isoliert und fast täglich getestet -, ist es sehr schwer zu erkennen, wie in diesem Herbst Football gespielt werden kann", sagte Fauci laut CNN. Bei einer zweiten Welle sei eine Fortsetzung kaum möglich. Die National Football League will ihre Saison am 10. September mit der Partie von Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs gegen die Houston Texans beginnen.

+++ 03:18 Rekordanstieg in Mexiko +++
Mexiko meldet einen Rekordanstieg bei den Neuinfektionen. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums um 5662 auf nunmehr 165.455. 667 weitere Menschen starben, insgesamt zählt Mexiko bislang 19.747 Tote. Die Regierung geht allerdings selbst von einer hohen Dunkelziffer aus.

+++ 02:15 Bis 8000 Euro Förderung für Organisationen auf dem Land +++
Das Bundeslandwirtschaftsministerium will mit fünf Millionen Euro ehrenamtliche Initiativen auf dem Land fördern, die in der Corona-Krise zusätzliche Kosten haben. Das Programm richte sich an Vereine und gemeinnützige Organisationen in Landkreisen und Gemeinden mit weniger als 35.000 Einwohnern, schreiben die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Unterstützt werden demnach unter anderem die Anschaffung von Schutzkleidung und Geräten, Software für Videokonferenzen sowie die Kosten von Hygieneschulungen. Erste Gelder sollen ab August fließen, Initiativen können bis zu 8000 Euro beantragen.

+++ 01:18 Großbritannien schwenkt auf dezentrale App um +++
Die britische Regierung hat bei der Entwicklung ihrer Corona-Warn-App eine Kehrtwende vollzogen: Die vom Nationalen Gesundheitsdienst NHS entwickelte App wird zugunsten einer von Apple und Google unterstützten Technologie mit dezentraler Datenspeicherung aufgegeben. Die App, die Daten zentral auf Servern speichert, wurde bereits seit mehr als einem Monat getestet und sollte ursprünglich im Mai starten. Die NHS-Anwendung macht nun einer Technologie Platz, die auf dezentrale Datenspeicherung setzt. Sie kommt auch in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern zum Einsatz. Nur Frankreich hält bislang am zentralen System fest.

+++ 00:32 New Yorks Geschäfte dürfen Montag wieder öffnen +++
New York kehrt voraussichtlich am Montag ein Stück weiter zum öffentlichen Leben zurück. Laut Bürgermeister Bill de Blasio sähen die aktuellen Daten so aus, als könne die Stadt in Phase zwei der Lockerungen übergehen. In dieser zweiten von vier Phasen sind unter anderem die Arbeit in Büros und der Verkauf für Publikumsverkehr im Einzelhandel wieder erlaubt. Die rund 27.000 Restaurants der Stadt dürfen im Außenbereich Gäste bedienen, Friseurläden auf der Hälfte der maximal möglichen Plätze arbeiten. Abstandsregeln und Hygienevorschriften gelten weiterhin.

+++ 23:52 Über 1200 weitere Tote in Brasilien +++
Brasilien kann die Ausbreitung des Coronavirus nicht eindämmen: Das Gesundheitsministerium meldet 22.765 Neuinfektionen, die Gesamtzahl der Ansteckungen in dem Land steigt damit auf 978.142. Binnen 24 Stunden sind weitere 1238 Menschen an Covid-19 gestorben, insgesamt gibt es nun 47.748 Tote. Härter sind nur die USA von der Pandemie betroffen.

+++ 23:10 In Kalifornien wird Maskentragen Pflicht +++
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom erlässt eine allgemeine Maskenpflicht für "die meisten Orte außerhalb des Hauses". Mit Ausnahmen wie Restaurants gilt sie auch in geschlossenen Räumen, etwa beim Einkaufen, am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Bisher galt nur eine Empfehlung. An die hätten sich laut Newsom aber zu wenige Menschen gehalten. In Kalifornien sind die Corona-Auflagen in den letzten Wochen schrittweise gelockert worden. In dem Bundesstaat mit 40 Millionen Einwohnern haben Geschäfte, Shopping-Malls und Restaurants Ende Mai mit Beschränkungen den Betrieb wieder aufgenommen.

+++ 22:35 Corona-Ausbruch in Kasseler Wohnhaus +++
Mindestens 20 Bewohnerinnen und Bewohner eines Wohnhauses in Kassel haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Darunter sind auch zwei Grundschulkinder, wie die Stadt am Abend mitteilte. Als Vorsichtsmaßnahme bleibe ihre Schule und ein Hort im betroffenen Stadtteil Bettenhausen am Freitag geschlossen. Weitere Menschen würden getestet, Ergebnisse stehen derzeit noch aus. Weitere Angaben - etwa zur Zahl der Menschen, die in Quarantäne müssen oder zu möglichen schweren Verläufen der Infektion - machte die Stadt zunächst nicht.

+++ 22:04 Mehr als 300.000 Infektionen in Großbritannien +++
Die Zahl der Corona-Fälle in Großbritannien hat die Marke von 300.000 überschritten. Nach Berechnungen von ntv.de zählt das Königreich 300.469 Infektionen. Mehr als 42.000 Briten sind bislang im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.


+++ 21:22 21 Corona-Tote in 24 Stunden +++

In Deutschland ist die Zahl der Coronavirus-Fälle auf 187.942 gestiegen. Das geht aus Berechnungen von ntv.de auf Basis der Zahlen des Robert-Koch-Instituts und der Bundesländer hervor. Aktuell sind 5842 Menschen mit dem Erreger infiziert. Seit dem Vorabend erhöhte sich die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus um 21 auf 8871.

+++ 20:37 Deutlicher Anstieg: 128 neue Corona-Fälle in Berlin +++
Die Stadt Berlin meldet 128 neue Coronavirus-Fälle. Mehr Neuinfektionen an einem Tag gab es laut den Meldedaten zuletzt am 15. April. Gut möglich, dass die Erhöhung der Fallzahlen mit dem Infektionsgeschehen in Neukölln in Verbindung steht. Dort befinden sich wegen einem Corona-Ausbruch aktuell 369 Haushalte in Quarantäne. Die Corona-Ampel der Hauptstadt sprang dennoch wieder auf grün, nachdem sie am Mittwoch gelb angezeigt hatte. Derzeit liegt der R-Wert in der Stadt bei 1,01.

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier lesen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts/AFP/sid