Coronavirus-Liveticker+++ 23:46 Tschechien schließt sein Corona-Feldkrankenhaus in Prag +++
Während der Corona-Herbstwelle hatte die tschechische Armee auf dem Messegelände in Prag ein großes Feldkrankenhaus mit 500 Betten errichtet. Nun wird die Anlage wieder abgebaut, ohne je zum Einsatz gekommen zu sein. Das teilt der tschechische Gesundheitsminister Jan Blatny mit. Von Anfang an war unklar gewesen, woher das Personal kommen sollte, um dort Patienten zu betreuen. Kritiker merkten an, dass es an anderer Stelle fehlen würde.
+++ 22:29 Tschechien schränkt ab Mitternacht Einreisen ein +++
Tschechien will ab Mitternacht alle nicht zwingend notwendigen Einreisen stoppen. Das gibt das Außenministerium bekannt. Ausnahmen sollen etwa der Weg zur Arbeit, Familienbesuche und Hochzeiten sein.
+++ 22:07 Ukraine verbietet Impfstoffe aus Russland +++
Im Kampf gegen das Coronavirus verbietet das ukrainische Parlament die Zulassung von Impfstoffen aus Russland. Der Beschluss fiel in der Hauptstadt Kiew mit großer Mehrheit. Die Beziehungen beider Nachbarstaaten sind seit dem Umsturz in Kiew und der russischen Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim 2014 zerrüttet. Zugleich vereinfachte das Parlament die Registrierung von Impfmitteln aus den USA, der EU, aber auch China, Indien oder Mexiko.
+++ 21:59 Impfstreit: Nordirland wirft EU "Akt der Feindschaft" vor +++
Nordirlands Regierungschefin Arlene Foster wirft der EU einen "Akt der Feindschaft" im Zusammenhang mit dem Impfstoffstreit vor. Mit der Kontrolle der Exporte von in EU-Ländern produzierten Impfstoffen schaffe die EU eine harte Grenze zwischen Nordirland und Irland, wie sie das Nordirland-Protokoll eigentlich verhindern solle, schreibt Foster auf Twitter. Dies sei ein "unglaublicher Akt der Feindschaft" und ein "aggressives und beschämendes Vorgehen". Sie werde Premierminister Boris Johnson zum Handeln aufrufen. Durch das von London und Brüssel ausgehandelte Nordirland-Protokoll ist der zu Großbritannien gehörende Landesteil trotz des Brexits noch enger an die EU gebunden und folgt weiter den Regeln des EU-Binnenmarkts. Damit soll eine harte Grenze zwischen Nordirland und Irland vermieden werden, die zum Aufflammen alter, gewaltsamer Konflikte führen könnten. Exportkontrollen zwischen der EU und Nordirland würden dieser Regelung widersprechen. Mehr dazu lesen Sie hier.
+++ 21:51 Großbritannien lobt eigene Impfstrategie +++
Großbritannien sieht in seiner erfolgreichen Impfstrategie den Grund dafür, warum das Land derzeit besser mit Corona-Vakzinen versorgt ist als andere Staaten. London habe frühzeitig mit der Förderung von Biotechnologie-Unternehmen begonnen, sagte die frühere Leiterin der Taskforce Impfstoffe der britischen Regierung, Kate Bingham, in der BBC. Wegen geringer bürokratischer Hürden sei das Vereinigte Königreich ein attraktiverer Standort für Impfstoffentwickler als andere Länder.
Coronavirus+ - Überblick international nach verteilten Impfdosen gesamt und je 100 Einwohner, Quelle Our World in Data, OWiD - täglich aktualisiert
+++ 21:30 Trotz Sorgen von Experten: Italien kündigt Lockerungen an +++
Italien will trotz Bedenken von Experten ab Montag die Beschränkungen in zahlreichen Regionen lockern. Elf von ihnen würden von orangen Zonen in gelbe umgestuft, teilt das Gesundheitsministerium mit. Damit dürfen dort etwa Gaststätten tagsüber öffnen. Ein Berater des Ministeriums, Walter Ricciardi, hat vor einigen Tagen im Gegenteil einen "echten Lockdown" gefordert, um nicht Zustände wie in Spanien oder Portugal hinaufzubeschwören. Hintergrund ist die Sorge über neue, ansteckendere Virus-Varianten.
+++ 21:13 Frankreich verschärft Restriktionen weiter +++
Frankreich kündigt angesichts der Gefahr durch die neuen Virus-Varianten schärfere Maßnahmen an. Zwar sei gegenwärtig kein neuer Lockdown nötig, sagt Ministerpräsident Jean Castex. Allerdings werde der Reiseverkehr mit Nicht-EU-Staaten ab Sonntag gestoppt, innerhalb der EU werde ein Test benötigt. Zudem würden dann auch Einkaufspassagen geschlossen, in denen keine Lebensmittel verkauft werden. Die Polizei werde Verstöße gegen die Ausgangssperre und verbotene Partys ahnden.
+++ 20:46 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 13.174 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 2.199.981 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 13.174 neue Fälle hinzu. Das sind rund 3600 weniger als am vergangenen Freitag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 840 auf 56.299. Als aktuell infiziert gelten rund 231.800 Personen.
Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,85 angegeben (Vortag: 0,77). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 85 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,92 (Vortag: 0,90). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 4375 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2410 davon werden beatmet. Rund 4320 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.
Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.
+++ 20:14 Astrazeneca: Dürften meiste Probleme in Werk behoben haben +++
Nach Aussage des Astrazeneca-Chefs Pascal Soriot dürften die meisten Probleme in dem Werk behoben sein, das die EU beliefert. Die Produktivität dürfte sich bald erhöhen, man sei komplett auf eine höhere Fertigung für die EU fokussiert. Natürlich gebe es hier und da Probleme und Verzögerungen bei der Produktion, sagt Soriot weiter.
+++ 19:20 Dänemark verlängert Lockdown bis Ende Februar +++
Dänemark wird auch den gesamten Februar im Lockdown ausharren müssen. Die strikten Corona-Maßnahmen wurden am Donnerstag um weitere drei Wochen bis zum 28. Februar verlängert, wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in Kopenhagen bekanntgab. Damit bleiben Geschäfte, Einkaufszentren, Restaurants, Fitnessstudios und viele weitere Einrichtungen aufgrund der Sorgen vor einer weiteren Ausbreitung von mutierten Coronavirus-Varianten geschlossen. Auch die Schulen im nördlichsten deutschen Nachbarland bleiben zu. Es bestehe aber Hoffnung, dass die jüngeren Schüler bis zur vierten Klassen bereits vor dem 28. Februar in ihre Klassenräume zurückkehren könnten, kündigte Frederiksen an. Dazu werde man voraussichtlich Anfang nächster Woche mehr sagen können. Zugleich bleiben auch die dänischen Grenzen für die meisten Ausländer weitgehend dicht. Ins Land kommt in der Regel nur, wer einen triftigen Einreisegrund sowie einen negativen Corona-Test vorweisen kann, der höchstens 24 Stunden alt ist.
+++ 18:50 Frankreich verschiebt Impftermine in den März +++
Wegen Impfstoff-Knappheit in Teilen Frankreichs wird die erste Impfung verschoben. Die Region Hauts-de-France verweist auf knappe Vorräte des Pfizer/BioNTech-Stoffs und legt Termine von Anfang Februar auf Anfang März um. Auch die Region Bourgogne-Franche-Comte kündigt Verzögerungen an. Einem Insider zufolge hat auch die für Ile-de-France um Paris zuständige Gesundheitsbehörde den Krankenhäusern mitgeteilt, dass sie ab dem 02. Februar keine Bürger neu impfen können. Eine Stellungnahme der Behörde liegt nicht vor. In allen genannten Regionen soll weiter die zweite und letzte Dosis verabreicht werden.
+++ 18:20 Israel meldet hohe Biontech-Wirksamkeit: 95 Prozent +++
Israel hat nach der Impfung von Hunderttausenden Menschen ermutigende Daten zur Wirksamkeit eines Corona-Impfstoffs veröffentlicht. Von 715.425 Israelis, die zwei Dosen des Biontech-Pfizer-Präparats erhalten hatten, sind danach 371 positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Dies sind 0,04 Prozent der zweifach Geimpften. 16 Erkrankte mussten demnach im Krankenhaus behandelt werden. Nach Angaben von Pfizer hat der Impfstoff eine Woche nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von 95 Prozent. In Israel läuft seit dem 19. Dezember eine intensive Impfkampagne. 2,8 Millionen Bürger haben nach offiziellen Angaben die erste und rund 1,5 Millionen Bürger bereits die zweite Impfdosis erhalten.
+++ 17:50 Genehmigung für Biontech-Fabrik in Marburg: Start im Februar +++
Das Mainzer Unternehmen Biontech hat die arzneimittelrechtliche Erlaubnis zur Herstellung von Corona-Impfstoff in seinem Werk im hessischen Marburg erhalten. Das teilte das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt mit. Vor zwei Wochen hatte Biontech bereits die Genehmigung zum Betrieb seiner Anlage für die Produktion des Mittels bekommen. Im ersten Halbjahr 2021 sollen in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech und seines US-Partners Pfizer hergestellt werden. Als Gesamtmenge einer Jahresproduktion streben die Mainzer nach eigenen Angaben hier 750 Millionen Dosen an. In Marburg sollen drei der vier nötigen Produktionsschritte erfolgen. Biontech hatte das Werk vom Schweizer Pharmakonzern Novartis übernommen. Biontech plant - so die letzte Ankündigung - im Februar mit der Produktion in Marburg zu beginnen. Dem Unternehmen zufolge vergehen zwischen der Herstellung und Freigabe des kontrollierten Vakzins dann üblicherweise etwa vier Wochen.
+++ 17:25 Lauterbach fordert neue Impfreihenfolge +++
Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat angesichts der Einschätzung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zum Impfstoff des Herstellers Astrazeneca vorgeschlagen, Impfwillige aus den bislang festgeschriebenen Priorisierungsgruppen 2 und 3 für Impfungen mit diesem Vakzin vorzuziehen. "Die beste Lösung wäre es, die Impfordnung zu ändern und unter 65-Jährige in den Impfgruppen 1, 2 und 3 vorzuziehen", sagte Lauterbach der „Welt“. Er schlug auch vor, Betreuungspersonen, Krankenhauspersonal, Polizisten, Justizbeamte, Regierungsmitglieder und Abgeordnete für die Impfung mit Astrazeneca vorzuziehen. "Es wäre falsch, für diese Gruppen die für Ältere besser getesteten Impfstoffe von Biontech oder Moderna einzusetzen, da Menschen dieser Altersgruppe in der Regel nicht so schwer erkranken wie Ältere", sagte Lauterbach der Zeitung. Die Stiko empfiehlt ab sofort, den Entscheidungsspielraum von Ärzten bei der Impfung zu erhöhen. In dem Entwurf der angepassten Impfempfehlung heißt es, dass sie im Einzelfall von der bisherigen Priorisierung abweichen können. Dies würde bedeuten, dass sie etwa auch jüngere Personen mit Vorerkrankungen impfen können.
+++ 16:57 Baden-Württemberg sagt Schulöffnungen ab +++
Baden-Württemberg verzichtet nach dem Ausbruch der Corona-Mutation in einer Freiburger Kita auf eine frühere Öffnung von Kitas und Grundschulen. Wie die Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart aus Regierungskreisen erfuhr, hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann entschieden, den Corona-Lockdown auch in Kitas und Schulen bis zum 21. Februar fortzusetzen. Bei dem Ausbruch in der Kita hatten sich mindestens 18 Kinder und Erzieherinnen und Erzieher mit der neuen Coronavariante angesteckt.
+++ 16:35 Fallzahl vervierfacht: In Frankreich grassieren Mutationen +++
In Frankreich breiten sich die hoch ansteckenden Coronavirus-Varianten schnell aus: Gesundheitsminister Olivier Véran sagte in Paris, die festgestellten Infektionen mit einer mutierten Form des Virus hätten sich zuletzt vervierfacht. Sie stiegen demnach in den vergangenen Wochen von täglich 500 auf 2000 an. Laut dem Minister ist vor allem die britische Variante B.1.1.7 auf dem Vormarsch. Véran warnte, diese Varianten könnten "eine sehr starke epidemische Welle" hervorrufen, wenn die Regierung nicht bald einschreite. Der Gesundheitsminister sprach von derzeit durchschnittlich 20.000 Positiv-Tests pro Tag. Die Varianten würden demzufolge in Frankreich bereits rund zehn Prozent aller positiven Tests ausmachen. Für den Pariser Großraum hatte die nationale Gesundheitsbehörde diesen Trend bereits bestätigt. Neben der britischen wurde Véran zufolge zu einem geringen Teil auch die südafrikanische Mutante festgestellt. Die französische Regierung will noch bis Ende der Woche über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen beraten. Im Gespräch sind eine Beibehaltung der geltenden Sperrstunde um 18.00 Uhr, ergänzt mit Ausgangssperren am Wochenende, oder aber ein dritter strenger Lockdown mit einer neuerlichen Schließung der meisten Geschäfte.
+++ 16:05 "Deutschland wird kein Gefängnis": Seehofer erläutert geplante Einreiseverbote +++
Bundesinnenminister Horst Seehofer rudert zurück und stellt klar, dass er zur Bekämpfung der Corona-Pandemie kein generelles Verbot von Auslandsreisen anstrebt. Deutschland "wird kein Gefängnis", sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung. "Es geht nicht um das Verbot von Reisen", betonte Seehofer. Zuvor hatte Seehofer der Zeitung noch gesagt, die Bundesregierung prüfe "auch die Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland auf nahezu Null". Am Morgen hatte er dann angekündigt, dass es ausschließlich um die Länder mit besonders gefährlichen Virusvarianten geht. Derzeit sind das Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien. "Aber es können jetzt jeden Tag mehr dazu kommen", sagte Seehofer. Wenn man den Menschen in Deutschland viel zumute, könne man nicht tatenlos zuschauen, wie eine gefährliche Virusmutation in Deutschland eingeschleppt werde, sagte der Minister zur Begründung. Zur Einreisesperre sagte Seehofer: "Das wird dann kontrolliert an Flughäfen und auf der Straße und in der Bahn." An den Landgrenzen werde es eine "dichte Schleierfahndung" geben.
+++ 15:40 Bundesregierung plant Impfgipfel für Montag +++
Um den Impfstoffmangel in Deutschland zu besprechen, plant die Bundesregierung wohl schon für Montagabend einen Impfgipfel. Mit Berufung auf Länderkreise berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland, dieser Termin stehe so gut wie fest. Zum weiteren Zeitplan: In der Woche darauf könnte es am 8. Februar ein neuerliches Gespräch zwischen Bundeskanzlerin, Ministerpräsidenten und Wissenschaftlern geben. Am 9. Februar könnte dann eine Ministerpräsidentenkonferenz folgen, hieß es. Vor Fristende des bis zum 14. Februar laufenden Lockdowns solle es demnach neue Entscheidungen geben. Beim Impfgipfel solle ein verlässlicher Impfplan für die nächsten Monate besprochen werden.
+++ 15:12 Auf EU-Antrag: Belgische Behörden untersuchen Astrazeneca-Anlage +++
Belgische Behörden haben auf Antrag der Europäischen Kommission eine Untersuchung der Astrazeneca-Produktionsstätte für Coronavirus-Impfstoffe in der Nähe von Brüssel eingeleitet. Das berichtete der britische „Guardian“. Ein erster Besuch von Beamten der belgischen Bundesarzneimittelbehörde am Standort Seneffe in der Provinz Hennegau sei bereits abgeschlossen, teilte das belgische Gesundheitsministerium demnach mit. Proben und Aufzeichnungen wurden beschlagnahmt. Eine weitere Inspektion der Anlage wird in den kommenden Tagen erwartet. Zuvor hatte es zwischen EU und dem schwedisch-britischen Konzern heftigen Streit um Lieferverzögerungen innerhalb der EU gegeben. Die Untersuchung wurde von der EU laut dem Bericht angeordnet, weil Brüssel die Begründung von Astrazeneca bezweifelt, dass es in der belgischen Anlage Produktionsengpässe gegeben habe. Die Überprüfung soll klären, ob in den letzten Wochen auf EU-Gebiet produzierte Dosen nach Großbritannien umgeleitet wurden. Die EU-Kommission kündigte für Freitag Details über einen Mechanismus an, nach dem Exporte von Corona-Impfstoffen angemeldet und genehmigt werden sollen.
+++ 14:44 Britische Mutation in Kölner Kita: Mehrere Erzieher und Kinder infiziert +++
In einer Kölner Kita im Stadtteil Deutz sind erste Fälle der mutierten Coronavirus-Variante B.1.1.7 nachgewiesen worden. Die Stadt Köln bestätigte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" einen Ausbruch mit mehreren Fällen in einer Einrichtung. Demnach sollen zwei Erzieher sowie drei Kinder betroffen sein. Vor Ort seien alle Kontaktpersonen frühzeitig isoliert worden. Dank einer Gruppentrennung in der Einrichtung konnten diese eindeutig ermittelt werden. Nach Angaben der Stadt ist dies aufgefallen, nachdem ein Elternteil eines Kindes positiv auf die Variante getestet wurde.
Update 19:53: Inzwischen ist von vier Kitas die Rede. Die Stadt Köln teilte am Abend mit, das mutierte Virus sei nachträglich bei insgesamt vier Erzieherinnen und Erziehern sowie bei zwei Kindern nachgewiesen worden.
+++ 14:16 Charité-Chef rechnet mit Fortschritten bei Antikörpertherapie +++
Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Charité, Heyo K. Kroemer, rechnet mit baldigen Fortschritten bei der Behandlung von Covid-19-Patienten. "Ich gehe davon aus, dass wir innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate Hinweise dafür bekommen, wie Menschen besser behandelt werden", sagte Kroemer in Berlin und verwies auf die Entwicklung von speziellen Antikörpertherapien in Deutschland. Die deutschen Universitätskliniken hatten sich im vergangenen März zu einem Forschungsnetzwerk zusammengeschlossen und tauschen seitdem unter anderem Behandlungsdaten und Therapieerfahrungen zu Covid-19-Patienten miteinander aus, um Therapieansätze zu verbessern.
+++ 13:57 WHO hofft auf Impfstart in den meisten Ländern Afrikas bis März +++
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hofft, dass die meisten afrikanischen Länder bis März ihre Corona-Impfkampagnen starten werden. Bislang haben nur einige wenige Länder Afrikas mit der Impfung gegen das Coronavirus begonnen, darunter Guinea, die Seychellen, Mauritius und Marokko. Viele der anderen Länder sind bei der Beschaffung der Impfstoffe auf internationale Initiativen wie die von der WHO und Gavi geführte Covax und die von der Afrikanischen Union gegründete Avatt angewiesen. "Unsere Hoffnung ist, dass die meisten Länder bis März mit dem Impfen der Hochrisikogruppen begonnen haben", sagte Richard Mihigo, der Leiter des Impfprogramms bei der WHO Afrika. Afrika hat bislang knapp 3,5 Millionen Corona-Fälle verzeichnet, am härtesten ist Südafrika mit 1,4 Millionen Fällen betroffen. Die dort erstmals aufgetretene Variante B.1.351 sei inzwischen auch in anderen afrikanischen Ländern festgestellt worden, sagte WHO-Afrika-Chefin Matshidiso Moeti. Diese sowie die aus Großbritannien stammende Variante seien ansteckender und es geben auch zunehmend Andeutungen dafür, dass sie zu einem schweren Krankheitsverlauf führten.
+++ 13:51 Ständige Impfkommission empfiehlt: Astrazeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige +++
Schon vor der Zulassung in der Europäischen Union hat die Ständige Impfkommission (STIKO) zur Astrazeneca-Vakzine entschieden: Nur 18- bis 64-Jährige sollen damit geimpft werden.
+++ 13:34 Großbritannien beginnt mit Impfungen im Supermarkt +++
In Großbritannien sind Menschen erstmals in einem Supermarkt gegen das Coronavirus geimpft worden. Ausgebildetes Personal könne täglich 240 Dosen in der Filiale in dem Ort Smethwick nahe Birmingham verabreichen, teilte die Handelskette Asda mit. Die Region ist besonders schwer vom Virus betroffenen. In einigen Bezirken waren zuletzt bis zu 1200 Menschen je 100.000 Einwohnern infiziert. "Viele der Menschen, die heute in den Laden kommen, sind seit Monaten zu Hause geblieben, und wir hoffen, dass der Erhalt des Impfstoffs der erste Schritt zur Rückkehr zur Normalität für sie ist", sagte der Chef-Apotheker von Asda, Faisal Tuddy. Ein zweites, größeres Impfzentrum solle bald in einem Geschäft in Watford eröffnen.
+++ 13:06 Hotline völlig überlastet - holpriger Start bei Impfterminvergabe in Niedersachsen +++
"Diese Nummer ist nicht vergeben" - seit dem Morgen bekommen viele Anrufer in der Hotline des Bundeslandes Niedersachsen diese Ansage zu hören, wenn sie Termine für die Corona-Impfung vereinbaren wollen. Zum Start sei die Hotline komplett überlastet gewesen, bestätigte eine Sprecherin des niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Allein in der ersten Stunde seien mehr als 700.000 Anrufversuche eingegangen. Man bitte Impfwillige um Geduld. Das Internetportal www.impfportal-niedersachsen.de, auf dem auch Impftermine vereinbart werden können, ist zwar erreichbar. Wer allerdings auf dem Portal nach Terminen etwa in und um Hannover gesucht hat, wurde nicht fündig: Wie der NDR berichtet, konnten am Morgen lediglich 18 der 50 Impfzentren Termine anbieten, die innerhalb von eineinhalb Stunden vergeben waren. In etlichen Landkreisen wird der vorhandene Impfstoff wie in der Region Hannover zunächst noch für die Alten- und Seniorenheime gebraucht. Insgesamt leben in Niedersachsen rund 550.000 Menschen, die älter als 80 Jahre sind und jetzt die Impfung bekommen können. Im Lauf des Tages will das Ministerium über die genaue Nachfrage nach den Impfterminen informieren.
+++ 12:38 Charité-Chef: Leichte Entspannung bei Intensivpatienten +++
Die Lage bei Corona-Intensivpatienten hat sich an der Charité in Berlin nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Heyo Kroemer leicht entspannt. Zum Jahreswechsel habe man noch 156 Intensivpatienten gehabt, nun seien es 130, sagt er. Mittlerweile seien 3000 von 19.000 Mitarbeitern des Klinikums geimpft.
+++ 12:08 Studie: Neuseeland hat bestes Corona-Management - Deutschland auf Platz 55 +++
Neuseeland hat einem australischen Thinktank zufolge das weltweit beste Management der Corona-Krise bewiesen. Gefolgt wird der Pazifikstaat von den asiatischen Ländern Vietnam, Taiwan und Thailand. Deutschland rangiert in der Liste nur auf Platz 55. Das 2003 gegründete Lowy Institute mit Sitz in Sydney hatte zuvor 98 Länder bezüglich ihres Umgangs mit der Pandemie analysiert. Speziell ging es um die 36 Wochen, nachdem in einem Land der einhundertste Infektionsfall bestätigt worden war. Die USA stehen auf Platz 94, während Brasilien das Schlusslicht bildet. Auch afrikanische Staaten wie Ruanda (Platz 6) und Togo (Platz 15) liegen weit vor den meisten EU-Ländern. Die Denkfabrik hatte unter anderem die Infektionszahlen, die Zahl der Todesopfer und die Tests pro 1000 Einwohner untersucht. Besonders Länder in der Asien-Pazifik-Region waren demnach sehr erfolgreich im Kampf gegen das Virus. China wurde "wegen des Fehlens öffentlich verfügbarer Testdaten" nicht in das Ranking aufgenommen.
+++ 11:52 Berlin will eigene Impfstoffproduktion starten +++
Berlin will als erstes Bundesland eine eigene Impfstoffproduktion starten. "Berlin steht bereit, bei der Impfstoff-Produktion mitzuhelfen", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci in der Aktuellen Stunde im Abgeordnetenhaus. Das Pharmaunternehmen Berlin-Chemie mit Sitz in Adlershof sei bereit, in Berlin eine Impfstoffproduktion aufzubauen, schrieb die Senatsverwaltung auf Twitter. "Ich finde das ist eine gute Nachricht, so die SPD-Politikerin.
+++ 11:40 Hessen öffnet alle Impfzentren am 9. Februar +++
Bislang sind nur sechs Impfzentren in Hessen geöffnet. Am 9. Februar sollen auch die restlichen 22 Impfzentren den Betrieb aufnehmen. Termine für die Corona-Impfung vergibt das Bundesland vom kommenden Mittwoch (3. Februar) an. Wie Hessens Innenminister Peter Beuth von der CDU in Wiesbaden mitteilte, können dann zunächst weitere Impfberechtigte der Priorisierungsgruppe 1 den Zeitpunkt für die Schutzimpfung in einem der regionalen Impfzentren vereinbaren. Dabei handelt es sich ganz überwiegend um Seniorinnen und Senioren, die mindestens 80 Jahre alt sind. "Angesichts der aktuell und perspektivisch geringen Menge an Impfdosen, die der Bund uns zur Verfügung stellt, werden wir noch viele Wochen für die höchstpriorisierte Gruppe benötigen", erklärte Beuth.
+++ 11:19 Umfrage: Jeder dritte englische Polizist mit Virus als Waffe bedroht +++
In der Pandemie setzen zahlreiche Menschen in England und Wales das Virus als Waffe gegen Polizisten ein. Einer Umfrage zufolge wurde rund ein Fünftel der Beamten (21 Prozent) im Dienst von einem mutmaßlich Infizierten angespuckt, knapp ein Viertel (24 Prozent) wurden angehustet oder angeatmet. Sogar fast ein Drittel der Polizisten wurde mit Spucken, Husten oder Anatmen bedroht. Der Anteil der Corona-Fälle innerhalb der Polizei ist demnach sehr hoch. So war etwa jeder Vierte (26 Prozent) infiziert, knapp die Hälfte der Betroffenen (46 Prozent) vermutet, sich im Dienst angesteckt zu haben. An der Umfrage beteiligten sich etwa 12.500 der mehr als 125.000 Mitglieder. "Die Verwendung des Virus als Waffe, stellt eine traurige Anklage gegen die Gesellschaft dar, in der wir leben", sagte Gewerkschaftschef John Apter. Er forderte die Regierung auf, Polizisten den Schutz zuzuteilen, der ihnen gebühre. Dazu zähle auch, sie bevorzugt gegen das Coronavirus zu impfen. Die Londoner Polizei hatte jüngst mitgeteilt, dass in den vergangenen zwei Wochen insgesamt fünf Beamte an oder mit Covid-19 gestorben seien.
+++ 11:02 Regierung: Über Planungen für Impfgipfel wird noch heute abgestimmt +++
Die Planungen für ein rasches Spitzentreffen zur Lösung der Corona-Impfmisere werden immer konkreter. "Die Bundesregierung ist für einen solchen Impfgipfel. Die Planungen dafür laufen und werden noch heute mit den Ländern abgestimmt", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU hatte sich offen für einen solchen Impfgipfel gezeigt, wie er etwa von SPD-Politikern gefordert wird. Auf Twitter schlug Spahn ein gesondertes Treffen mit den Ministerpräsidenten vor, an dem auch Vertreter der Pharmahersteller teilnehmen sollten. Inhaltlich muss es nach seinen Worten darum gehen, wie das weitere Vorgehen gegen die Pandemie aussehen kann.
+++ 10:43 Rheinland-Pfalz verschiebt Start des Wechselunterrichts an Grundschulen +++
Wegen Virusmutationen im Nachbarland Baden-Württemberg will Rheinland-Pfalz den Start des ab Montag geplanten Wechselunterrichts an Grundschulen verschieben. "Da die Art und die Bedeutung dieser Virusvarianten im Moment nicht bekannt sind, haben uns die Experten zunächst zur Vorsicht bei weiteren Öffnungen geraten", erklärte Bildungsministerin Stefanie Hubig von SPD. Der Distanzunterricht für Grundschüler werde daher zunächst fortgesetzt. Sobald "generell belastbare" Informationen vorlägen, könne die Situation neu bewertet werden. Die Notbetreuung werde unter den geltenden Hygienekonzepten weiter angeboten. Für den Kitabereich kündigte die Ministerin "erweiterte Testmöglichkeiten" an. Im Nachbarland Baden-Württemberg war zuletzt eine mutierte Variante des Coronavirus in einer Freiburger Kindertagesstätte aufgetreten. Eine zeitnahe Grundschul- und Kitaöffnung wurde daraufhin abgesagt.
+++ 10:10 Gesundheitsminister Spahn erwartet "noch mindestens zehn Wochen" Impfstoff-Knappheit +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU rechnet damit, dass in Deutschland die Engpässe bei der Impfstofflieferung noch länger andauern werden und bittet in der Debatte um Geduld. "Denn wir gehen bei der Knappheit des Impfstoffes noch durch mindestens zehn harte Wochen", schreibt er auf Twitter in Anspielung auf die Lieferungen von Biontech-Pfizer, Moderna und Astrazeneca.
+++ 09:51 Britische Regierung pocht auf Lieferung bestellter Impfstoffe +++
Die britische Regierung pocht auf die Lieferung der von ihr bestellten Impfdosen. "Wir müssen sicherstellen, dass die Impfstoffe geliefert werden, die wir gekauft haben", sagt Kabinettsminister Michael Gove. "Wir wollen, dass Großbritannien all das bekommt, was geplant war." Dass Großbritannien so viele Dosen erhalten habe, liege daran, dass die Regierung so früh bestellt habe. "Wir werden auch daran arbeiten, unseren Freunden in der EU zu helfen." Diese streitet mit dem britischen Pharmakonzern Astrazeneca über die Lieferung von Impfstoffen und fordert, dass sie mit mehr Dosen seines Vakzins aus Werken aus Großbritannien versorgt wird.
Coronavirus+ - Überblick international nach verteilten Impfdosen gesamt und je 100 Einwohner, Quelle Our World in Data, OWiD - täglich aktualisiert
+++ 09:26 RKI: Inzidenz in Deutschland erstmals seit drei Monaten unter 100 +++
Die Sieben-Tage-Inzidenz bei der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland liegt erstmals seit drei Monaten wieder unter der Marke von 100. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sank der Wert heute auf 98. Zuletzt hatte die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums - am 29. Oktober unter 100 gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab von Bund und Ländern für die Verhängung und Lockerung von Corona-Restriktionen. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken. Zuletzt unter 50 gelegen hatte der Wert am 20. Oktober. Der bisherige Höchstwert wurde mit 197,6 am 22. Dezember erreicht.
+++ 08:55 Innenministerium bestätigt Vorbereitung von Einreisesperren +++
Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigt Pläne für die Vorbereitung von Einreisesperren für Reisende aus Großbritannien, Brasilien und Südafrika. Eine entsprechende Vorlage werde derzeit in der Bundesregierung abgestimmt, sagt ein Sprecher. Hintergrund ist, dass in diesen Ländern hochansteckende Virus-Mutationen festgestellt wurden. Die Bundesregierung hatte vor einer Ausbreitung auch in Deutschland gewarnt. Denkbar ist, dass es Einreisesperren auch für andere Länder geben könnte, in denen sich Virus-Mutanten bereits stärker ausgebreitet haben.
+++ 08:28 Nach Ausbruch bei Skilehrerkurs: Fast jeder zweite Teilnehmer positiv +++
Die Zahl der Infizierten ist nach dem am vergangenen Donnerstag bekannt gewordenen Corona-Cluster bei einem Skilehrerkurs bei Salzburg mittlerweile auf 76 Fälle angestiegen. Das habe ein erneuter PCR-Test bei den 172 Kursteilnehmern, Ausbildern und dem Personal in der Unterkunft ergeben. Das berichtet der österreichische Rundfunk ORF. Die angehenden Skilehrer stammen demnach aus Großbritannien, Dänemark, Deutschland, Österreich und den Niederlanden und befinden sich alle in Quarantäne. Als Folge des Ausbruchs wurden alle Skilehrerkurse in Salzburg abgesagt. Einen Hinweis auf die britische Mutation des Virus gibt es bislang nicht. Da es sich bei den Kursen der Wintersportler um eine Berufsausbildung handelt, durften diese in Österreich bislang auch im harten Lockdown stattfinden.
+++ 08:10 Südafrika-Variante in Behinderteneinrichtung in NRW nachgewiesen +++
In einer Behinderteneinrichtung im Kreis Viersen in Nordrhein-Westfalen ist die aus Südafrika stammende mutierte Variante B.1.351 nachgewiesen worden. 11 Bewohner und 13 Mitarbeiter seien mit dem Virus infiziert, teilte der Kreis mit. Es habe sich auffallend schnell verbreitet, heißt es in einer Mitteilung. Bei zwei Proben wurde das mutierte Virus nachgewiesen, doch ist davon auszugehen, "dass alle 24 Infizierten des Clusters die Mutante in sich tragen", wie der Kreis mitteilte. Weitere der Proben gezielt auf die Mutation hin zu untersuchen, sei nicht nötig. Alle 17 Bewohner sind demnach seit dem 23. Januar in ihren Einzelzimmern in Quarantäne. Für negativ getestet Mitarbeiter sei eine Arbeitsquarantäne angeordnet worden. Sie dürfen sich von zu Hause zum Arbeitsplatz bewegen, um den Betrieb der Einrichtung aufrecht zu halten.
+++ 07:28 Biontech-Impfstoff wirkt auch gegen Mutanten +++
Der Impfstoff von Biontech und seinem US-Partner Pfizer gegen das Coronavirus wirkt nach einer vorläufigen Studie des US-Pharmakonzerns Pfizer auch gegen die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Varianten. Eine Laboruntersuchung habe gezeigt, dass die beiden Mutanten nur geringe Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Antikörper hätten, die durch den Impfstoff erzeugt werden, erklärte Pfizer. Allerdings habe man festgestellt, dass bei der südafrikanischen Variante die Antikörper geringer ausfielen. Die Ergebnisse von Pfizer stimmen mit anderen vorläufigen Ergebnissen überein, die in den letzten Wochen von mehreren Forschungsgruppen anderer Pharmakonzerne berichtet wurden, die die Wirksamkeit der verfügbaren Impfstoffe gegen die neuen Varianten untersucht haben.
+++ 07:16 SPD-Vize Midyatli fordert Impfstoff-Gipfel auf europäischer Ebene +++
Angesichts der akuten Knappheit an Impfstoffen hat SPD-Bundesvize Serpil Midyatli einen europäischen Impfstoff-Gipfel gefordert. "Es müssen alle Hersteller und Zulieferer an einen Tisch mit der Europäischen Kommission, um schnellstmöglich zu klären, wer noch welche Kapazitäten hat und wer schnell Produktionsstätten, Logistik und andere Dinge zur Verfügung stellen kann", sagte Midyatli. Die "Impfstoffkrise" lasse sich nur im Schulterschluss bewältigen. "Dieses Hickhack um Verträge und wer woran Schuld ist, bringt niemanden weiter", sagte Midyatli. Sie zeigte Verständnis für die Hersteller, die zunächst hauptsächlich Länder beliefern, die viele Monate vor der EU Impfstoffe bestellt und auch einen viel höheren Preis bezahlt hätten. "Zusätzliche Produktionsstätten errichtet man nun mal nicht von heute auf morgen." Die teilweise sehr kurzfristigen Ankündigungen einiger Hersteller seien aber kein Ausweis großer Zuverlässigkeit.
+++ 06:58 Friseursalons und Fitnessstudios fordern klare Perspektive für Wiedereröffnung +++
Angesichts der in den vergangenen Wochen gesunkenen Infektionszahlen fordern das Friseurhandwerk und die Fitnessbranche klare Perspektiven für die Wiedereröffnung ihrer Betriebe. "In einer ersten Stufe sollten Kitas und Schulen wieder öffnen. In der nächsten Stufe sollten die Friseure wieder öffnen können", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Harald Esser, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch die Präsidentin des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen, Birgit Schwarze, forderte einen Stufenplan für die Wiedereröffnung der Betriebe ihrer Branche. Die Fitnessstudios hätten im vergangenen Jahr umfassende Hygienekonzepte erarbeitet, die "gut funktioniert" hätten, betonte Schwarze. Vielen Betrieben drohe nun der Ruin, nachdem sie erst in Hygienemaßnahmen investiert hätten, danach schließen mussten "und jetzt die versprochenen Hilfszahlungen nicht erhalten", kritisierte sie. Schwarze unterstrich auch, dass die Schließung von Trainingseinrichtungen massive Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung habe.
+++ 06:42 China meldet geringsten Anstieg bei Infektionen seit 8. Januar +++
China verzeichnet nach Behördenangaben den niedrigsten Tages-Anstieg bei den Neuinfektionen seit fast drei Wochen. Gestern seien 54 neue Fälle gemeldet worden, teilt die Nationale Gesundheitskommission mit. Das sei der niedrigste Wert seit dem 8. Januar, als 33 Fälle gemeldet wurden. Insgesamt sind in Festland-China bislang 89.326 Infektionen bestätigt worden. 4636 Menschen starben.
+++ 06:10 Studie: Wenige hoffen auf Reisebeginn vor Pfingsten +++
Die Pandemie hat die deutsche Reisebranche weiter fest im Griff. Das Geschäft mit Pauschalreisen im Winter ist wegen der Lockdowns in vielen Ländern praktisch verloren. Der Umsatz mit Vorausbuchungen für die Sommersaison lag Ende Dezember um 68 Prozent unter dem noch von der Krise unbeeinflussten Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer Auswertung von Travel Data + Analytics (TDA) hervor. Mit Buchungen für die Osterferien Ende März/Anfang April hielten sich die Menschen den Angaben zufolge zurück. Nur wenige glaubten im Dezember, dass Reisen zu diesem Zeitpunkt wieder möglich sein werden, erklärte das Analysehaus. Erst für die Zeit ab Pfingsten steigt die Nachfrage in Reisebüros und bei klassischen Online-Reiseportalen. Gebucht wurden vor allem Sommerurlaube in der Ferienzeit Juli und August 2021. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala standen Griechenland und die Kanaren.
+++ 05:02 Australien schickt Reisende aus Neuseeland in Quarantäne +++
Australien setzt die Regelung zur quarantänefreien Einreise aus Neuseeland für weitere 72 Stunden aus. Es handle sich um eine Maßnahme zum Schutz der australischen Bevölkerung, begründen die Behörden den Schritt. In Neuseeland waren kürzlich zwei Menschen positiv auf die südafrikanische Variante des Coronavirus getestet worden.
+++ 04:35 Lauterbach kritisiert IOC-Chef für "stures Durchhalten" +++
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat das Festhalten des Internationalen Olympischen Komitees an den Olympia-Plänen und namentlich auch IOC-Chef Thomas Bach kritisiert. Dass dieser weiterhin fest davon ausgehe, dass die Spiele in Tokio in diesem Sommer stattfinden, nannte Lauterbach "sehr problematisch". Dieses "sture Durchhalten mit der Einstellung, der Spitzensport sei von der Pandemie quasi ausgenommen, halte ich für sehr schwer vermittelbar und frustriert auch sehr viele Fans", sagte Lauterbach in einem Sport1-Interview. Bach hatte zuvor Kritik an den Bemühungen um eine Austragung der Olympischen Spiele zurückgewiesen.
+++ 03:43 Russischer Impfstoff wird verzögert geliefert +++
Russland wird den Sputnik-V-Impfstoff nach Lateinamerika mit bis zu drei Wochen Verspätung ausliefern. Als Gründe werden die hohe Nachfrage und Produktionsengpässe genannt. Die staatliche Private Equity-Gesellschaft RDIF und das Gamaleya-Institut wollen die Produktionskapazitäten ausweiten. Sputnik-V haben unter anderem Argentinien, Bolivien und Mexiko geordert.
+++ 02:54 Ministerpräsidenten fordern Impfgipfel +++
Nach Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke fordert auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer einen Impfgipfel. "Überall in Deutschland stehen Impfstraßen weitgehend leer, denn die zugesagten Impfstoffe werden nicht wie versprochen geliefert", sagte die SPD-Politikerin dem "Spiegel". Auf dem Gipfel sollten verbindliche Absprachen über die Lieferung der Corona-Impfstoffe getroffen werden. "Wir brauchen einen klaren und transparenten Impfstoffplan für die kommenden Monate", sagte Dreyer. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, der derzeit der Ministerpräsidentenkonferenz vorsitzt, hatte einen Gipfel mit Akteuren aus der Pharmabranche angeregt.
+++ 01:51 Grobe Leitlinie: Niedersachsen hat Lockerungsplan +++
Die niedersächsische Landesregierung hat einen Plan zur Lockerung der Corona-Beschränkungen erarbeitet - allerdings nur als grobe Leitlinie und für den Fall weiter sinkender Infektionszahlen. Der Plan reiche von Stufe 1 (geringes Infektionsgeschehen), wo fast alles wieder möglich ist, bis zur Stufe 6 (eskalierendes Infektionsgeschehen), in der so gut wie gar nichts mehr geht, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Öffentliche und private Zusammenkünfte ohne Personenbegrenzungen, Abstand und Masken wären demnach erst wieder möglich, wenn die 7-Tage-Inzidenz unter zehn liegt. Eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen will das Land dem Bericht zufolge aber erst nach der nächsten Ministerpräsidenten-Runde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang Februar treffen.
+++ 01:09 Schwere Ausschreitungen nach Lockdown-Verlängerung im Libanon +++
Im Libanon ist es am dritten Abend in Folge bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen zu schweren Ausschreitungen gekommen. In der Hafenstadt Tripoli im Norden des Landes lieferten sich Demonstranten am Mittwoch Straßenschlachten mit der Polizei. Nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden dabei 226 Menschen verletzt. Seit die Regierung Anfang des Monats einen landesweiten Lockdown verhängt hat, haben viele Einwohner der Stadt kein Einkommen mehr. Tripoli gehörte bereits vor der Corona-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Auswirkungen zu den ärmsten Gegenden des Landes. Der Lockdown war ursprünglich bis zum 25. Januar angesetzt und wurde zuletzt bis zum 8. Februar verlängert. In dem Mittelmeerstaat mit sechs Millionen Einwohnern breitet sich das Coronavirus derzeit stark aus.
+++ 00:23 "Bild"-Zeitung: Seehofer soll Einreisesperren vorbereiten +++
Eine drastische Einschränkung des Flugverkehrs nach Deutschland könnte bereits nächste Woche umgesetzt werden. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hat das Kabinett Innenminister Horst Seehofer beauftragt, eine entsprechende Verfügung vorzubereiten. Einreisesperren soll es demnach für Flüge aus Risikoländern geben, in denen es bereits Virus-Mutanten gibt. Dazu gehören Großbritannien, Südafrika, Brasilien und Portugal. Ebenfalls treffen könnte es dem Bericht zufolge die Niederlande und Dänemark.
+++ 23:32 1,24 Prozent positiv bei Massentest in Slowakei +++
Die Slowakei hat erneut einen großen Teil der über zehn Jahre alten Bevölkerung einem Corona-Massentest unterzogen. 2,95 Millionen der insgesamt 5,5 Millionen Einwohner nahmen an den Antigen-Schnelltests teil, bilanzierte Ministerpräsident Igor Matovic. Von den Testergebnissen seien 1,24 Prozent positiv gewesen. Die innerhalb von neun Tagen im ganzen Land durchgeführten Testungen waren zwar formell freiwillig. Wer aber kein negatives Testergebnis vorweisen kann, darf bis 7. Februar nicht einmal mehr zur Arbeit gehen. Sogar für Spaziergänge in der Natur ist ein negativer Test nachzuweisen. Die Polizei hatte schon im Voraus strenge Kontrollen ab Mittwoch angekündigt.
+++ 22:15 Impfstoff-Streit: EU und Astrazeneca beenden Krisengespräch vorerst ohne Lösung +++
Ein Online-Krisengespräch am Abend hat keinen Durchbruch im verfahrenen Streit zwischen der EU und Astrazeneca gebracht. Große Mengen Impfstoff für Deutschland und andere EU-Länder werden somit wohl Wochen oder Monate später kommen. Astrazeneca teilte mit, es habe ein "konstruktives und offenes Gespräch" über die Komplexität der Erhöhung bei der Impfstoff-Produktion und die Schwierigkeiten stattgefunden. Das Unternehmen habe eine noch engere Zusammenarbeit zugesagt, "um gemeinsam einen Weg für die Auslieferung unseres Impfstoffs in den kommenden Monaten aufzuzeichnen". EU-Gesundheitskommissarin Kyriakides schrieb auf Twitter: "Wir werden mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden und die Impfstoffe rasch für die EU-Bürger zu liefern."
+++ 21:50 Bundeswehr schickt Erkundungsteam nach Portugal +++
Die Bundeswehr hat ein Erkundungsteam nach Portugal geschickt, um Hilfsmöglichkeiten im Kampf gegen die Pandemie zu auszuloten (Eintrag 17.43 Uhr). Die Experten sollten klären, welche Unterstützung vor Ort benötigt werde und machbar sei, bestätigt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin einen "Spiegel"-Bericht.
+++ 21:15 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 15.272 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 2.171.235 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 15.272 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 875 auf 54.519. Als aktuell infiziert gelten rund 240.833 Personen.
Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,76 angegeben (Vortag: 0,85). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 76 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,87 (Vortag: 0,88). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 4501 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2503 davon werden beatmet. Rund 4204 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.
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