Panorama

Drama in Italien 35 Tote bei Einsturz einer Autobahnbrücke

Im Nordwesten Italiens stürzt eine Brücke der Autobahn 10 ein. Mehrere Fahrzeuge fallen in die Tiefe. Die Unglücksstelle liegt im Stadtgebiet von Genua. Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot im Einsatz.

In der italienischen Hafenstadt Genua an der ligurischen Küste ist eine vierspurige Autobahnbrücke eingestürzt. Mindestens 35 Menschen kamen nach Angaben der Feuerwehr ums Leben. Der italienische Innenminister Matteo Salvini sagte, es gebe etwa "30 bestätigte Tote und viele Schwerverletzte". Leider werde diese Zahl noch steigen, sagte Staatssekretär Edoardo Rixi dem Fernsehsender SkyTG24. "Es ist inakzeptabel, dass eine so wichtige Brücke nicht in einer Art und Weise gebaut war, dass ein Einsturz ausgeschlossen ist."

Der Leiter der Rettungsstelle hatte zuvor bereits von "Dutzenden Opfern" gesprochen. Die Zahl der Verletzten ist noch unklar. Bei dem Vorfall brach ein größerer Abschnitt der Fahrbahn der Autostrada A10 komplett weg. Die Rettungsarbeiten dauern an.

Der Einsturz der Brücke riss mehrere Fahrzeuge mit in die Tiefe. "Zahlreiche Autos" seien zwischen den Trümmern eingequetscht, berichteten italienische Medien unter Berufung auf Polizeikreise. Mehrere Lastwagen seien im Fluss Polvecera gelandet, über den die Brücke der A10 führte. In der Nähe der Brücke seien nach dem Einsturz vorsichtshalber Häuser evakuiert worden.

Überlebende aus Trümmern gezogen

Die Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. Bislang wurden mindestens zwei Überlebende aus den Trümmern gezogen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Vier Schwerverletzte wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Die Regionen Piemont und Lombardei haben alle Kliniken zur Verfügung gestellt, wie die Zeitung "Repubblica" berichtet

Für die abgestürzten Autofahrer besteht indes wenig Hoffnung: Die Fahrbahn der Morandi-Brücke spannte sich an der Unglücksstelle in einer Höhe von mehr als 40 Metern quer über das Tal des Flusses Polcevera. Die Brücke brach auf einem Abschnitt von rund 200 Metern Länge ein.

Der Einsturz ereignete sich gegen 12 Uhr mittags. Zum Unglückszeitpunkt herrschte ein gewaltiges Unwetter, wie die Polizei mitteilte. Zur genauen Anzahl möglicher Opfer liegen noch keine belastbaren Angaben vor. Ein Zeuge berichtete, bereits am Morgen habe sich die Brücke ungewöhnlich bewegt.

"Entsetzliche Tragödie"

Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli bezeichnete den Einsturz in einer ersten Reaktion als "entsetzliche Tragödie". "Wir stehen in engem Kontakt mit den Autobahnbetreibern und werden mit Vizeminister (Edoardo) Rixi vor Ort sein", twitterte der Fünf-Sterne-Politiker. Er sprach der Stadt Genua seine Anteilnahme aus.

Die Feuerwehr veröffentlichte dramatische Bilder. Auf einer Aufnahme ist ein Lastwagen zu erkennen, der unmittelbar vor der abgerissenen Fahrbahn zum Halten kam. Bei der betroffenen Brücke handelt es sich um ein Autobahn-Viadukt, das in der Region auch als "Ponte Morandi" bekannt ist.

Die Strecke der italienischen Autobahn A10 quert an der Unglücksstelle die Gleise eines Rangierbahnhofs, ein Industriegebiet sowie die Fernverkehrsstrecke der Bahn. Ob dem Einsturz auch Menschen unterhalb der Brücke zum Opfer fielen, ist noch unklar.

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Quelle: n-tv.de, mmo/wne/jwu/dpa/AFP/rts

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