Panorama

Erneuter Vorfall in Österreich 38 Flüchtlinge befreien sich aus Kühllaster

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Der mutmaßliche Fahrer des Lastwagens wurde von der Polizei festgenommen.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Österreich sind Dutzende Migranten aus einem unbelüfteten Kühllaster entkommen. Der Vorfall weckt Erinnerungen an eine ähnliche Situation vor fünf Jahren ganz in der Nähe. Damals kam für die blinden Passagiere jede Hilfe zu spät.

In Österreich sind mindestens 38 Migranten aus einem Kühllastwagen gerettet worden, nachdem sie durch laute Rufe auf sich aufmerksam gemacht hatten. Wie die Polizei berichtete, waren die von Schleppern nach Österreich gebrachten Menschen aus Syrien, dem Irak und der Türkei in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Der Kühllastwagen habe keine Möglichkeit zur Belüftung gehabt.

Die Betroffenen berichteten nach Polizeiangaben von Todesangst und Sauerstoffmangel während der Fahrt. Zahlreiche Menschen seien demnach zeitweise ohnmächtig gewesen, eine Person sei kollabiert. Es sei ihnen gelungen, so laut auf sich aufmerksam zu machen, dass der Transporter kurz angehalten habe.

Nach Angaben der Polizei stand der Lastwagen nahe Bruck an der Leitha. Durch Anzeigen mehrerer Bürger war die Polizei bereits vor einer Woche auf den Lastwagen am Rande der Autobahn aufmerksam geworden. Die Zeugen hatten Menschen beobachtet, die von der Ladefläche des Transportes sprangen und in angrenzende Felder flüchteten.

Migranten stiegen über eine Falltür in den Laster

Die Migranten gaben laut Polizei an, dass sie auf verschiedenen Routen von der Türkei nach Rumänien gekommen seien. Dort seien sie für längere Zeit in einem ruinenähnlichen Haus untergebracht gewesen. Für die Fahrt bezahlten die Migranten den Angaben zufolge Beträge zwischen 6000 und 8000 Euro.

Die Fahrt in dem Lkw-Anhänger sei von einem Waldstück nahe der ungarischen Grenze aus erfolgt, der Einstieg über eine Falltür des Kühllasters. Insgesamt hätten sich nach Angaben der Migranten 43 Personen, unter ihnen sechs minderjährige Kinder, in dem Fahrzeug befunden. Der mutmaßliche Fahrer des Lastwagens konnte von der Polizei festgenommen werden.

Der Vorfall erinnert an eine ähnliche Situation mit 71 Toten im Jahr 2015 ganz in der Nähe. Damals hatten österreichische Polizisten einen Kühllaster in einer Autobahnbucht bei der Ortschaft Parndorf nahe der Grenze zu Ungarn gefunden. Der Fahrer hatte sich zuvor im Begleitfahrzeug abgesetzt. Der Lastwagen hätte die Flüchtlinge von der ungarisch-serbischen Grenze nach Österreich bringen sollen. Sie waren, wie Untersuchungen ergaben, noch auf ungarischem Gebiet qualvoll erstickt. Die Schlepper wurden als Mitglieder einer internationalen Bande in Ungarn ermittelt, verhaftet und vor Gericht gestellt.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa