Panorama

"Eine gezielte Tötung"44-Jähriger am Steuer eines Transporters in Berlin erschossen

31.01.2026, 15:28 Uhr
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Die Mordkommission ermittelt in alle Richtungen. (Foto: picture alliance/dpa)

Am frühen Morgen wird ein Mann in Berlin-Weißensee auf dem Fahrersitz eines Transporters von Schüssen getroffen und stirbt. Die Polizei schließt einen Bezug zur organisierten Kriminalität offenbar nicht aus. Der oder die Täter sind auf der Flucht.

Ein 44-jähriger Mann ist in Berlin-Weißensee nach mehreren Schüssen auf ihn an seinen schweren Verletzungen gestorben. Er saß auf dem Fahrersitz eines Transporters, als er mehrfach getroffen wurde, wie ein Sprecher der Berliner Polizei sagte. Die Beamten waren am frühen Morgen kurz nach 6.00 Uhr alarmiert worden. Nach ersten Erkenntnissen fielen die Schüsse aus einem Fahrzeug, das direkt neben dem geparkten Transporter gehalten hatte.

"Es ist davon auszugehen, dass gezielt auf ihn geschossen wurde", sagte der Polizeisprecher. Unter dem Fenster an der Fahrerseite des Transporters waren mehrere Einschusslöcher sichtbar. Trotz der Versuche, ihn zu reanimieren, starb der Mann. Der oder die Täter flüchteten mit dem mutmaßlichen Tatfahrzeug.

Die Ermittlungen am Tatort liefen am frühen Nachmittag noch. Auch die Mitarbeiter des Kriminaltechnischen Instituts waren zur Spurensicherung und zum Fotografieren des Tatorts noch vor Ort in Weißensee. Die Hintergründe sind noch unklar. "Wir haben derzeit noch keinen Bezug zu einem Phänomen der Organisierten Kriminalität." Wie der Sprecher weiter sagte, sei der aber nicht auszuschließen. Die Mordkommission ermittle aber gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft in alle Richtungen.

GdP: "Das war keine schief gegangene Warnung"

Auch, ob die Schüsse auf den 44-Jährigen im Zusammenhang mit ähnlichen früheren Gewalttaten stehen, lässt sich noch nicht sagen. Von dem oder den Tatverdächtigen fehlt noch jede Spur.

Wie der Tagesspiegel unter Berufung auf Polizeiangaben berichtet, war der Tote türkischer Staatsbürger. Demnach fallen seit rund einem Jahr in Berlin vermehrt Schüsse, häufig würden die Spuren zu türkischen Gangs reichen. Hintergrund seien meist Schutzgeldforderungen oder Bandenrivalitäten.

Für Stephan Weh von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist zumindest klar: "Das war keine schief gegangene Warnung, sondern eine gezielte Tötung", betonte er. Wer mehrfach auf die Fahrertür eines geparkten Fahrzeugs schieße, nehme nicht nur billigend in Kauf, dass ein Mensch stirbt, sondern wolle diesen töten. "Eine solche Tat zeugt von einer extremen Gewaltbereitschaft, grenzenlosem Hass und kompletter Skrupellosigkeit."

Quelle: ntv.de, are/dpa

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