Panorama

Fataler Coronavirus-Ausbruch 98 Pflegeheim-Bewohner sterben in New York

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Zahlreiche mit dem Coronavirus infizierte Bewohner des Altersheims "Isabella" verloren ihr Leben.

(Foto: AP)

Bewohner von Alters- und Pflegeheimen gehören zu den Risikogruppen, die besonders vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt werden sollten. In einer New Yorker Einrichtung gelingt dies nicht. Knapp 100 Menschen sterben.

"Es ist absolut schrecklich." Mit diesen Worten kommentierte der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio die Situation in einem Pflegeheim der Stadt. Innerhalb weniger Tage sind in dem Altersheim "Isabella" in Manhattan 98 Menschen ums Leben kommen, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Bei allen Opfern wird ein Zusammenhang mit dem Coronavirus vermutet. "Es ist ein unschätzbarer Verlust und es ist einfach unmöglich sich vorzustellen, dass so viele Menschen an einem Ort ums Leben kamen", sagte de Blasio.

Ob es sich bei dem Coronavirus-Ausbruch in dem Altersheim um den schlimmsten in den USA handelt, lässt sich aufgrund der lückenhaften Datenlage nicht sagen. Fest steht, dass in der 705 Betten zählenden Einrichtung bis Mitte der Woche 46 nachweislich mit dem Coronavirus Infizierte gestorben sind. Bei 52 weiteren Toten wird ein Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 "vermutet". Einige Opfer starben demnach im Pflegeheim, andere waren zur Behandlung in Krankenhäuser eingeliefert worden.

Weil die Zahl der Toten in relativ kurzer Zeit so rapide stieg und die Bestattungsinstitute nicht hinterher kamen, sahen sich die Verantwortlichen dem Bericht zufolge gezwungen, einen Kühllaster für die Aufbewahrung der Leichen zu bestellen.

*Datenschutz

Wenige Tests und Personalmangel

Eine Sprecherin des "Isabella" gab an, dass die Einrichtung - wie andere auch - am Anfang der Pandemie mit limitierten Test-Ressourcen zu kämpfen hatte. "Das schränkte unsere Fähigkeit ein, diejenigen zu identifizieren, die infiziert und asymptomatisch waren, entgegen unserer Bemühungen, jeden mit Symptomen schnell von anderen zu separieren", zitiert AP aus einem Statement. Das Altersheim habe zudem unter Personalmangel gelitten, sodass Pflegekräfte von außen engagiert wurden. Darüber hinaus habe es zu Beginn des Ausbruchs Schwierigkeiten gegeben, den Mitarbeitern die nötige Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen. Inzwischen bekomme das Heim besseren Zugangs zu Tests, teilte die Sprecherin mit.

In ganz New York gibt es dem Bericht zufolge mehr als 3000 registrierte Todesfälle in Pflegeeinrichtungen, die in Verbindung mit dem Coronavirus stehen. Von den 239 betroffenen Heimen sind demnach in mindestens sechs Opferzahlen von 40 und mehr zu beklagen. Bürgermeister de Blasio machte deutlich, dass die jetzige Situation so nicht bleiben könne. "Etwas ganz anderes muss passieren." Die Stadt versuche, so gut es geht, zu helfen. Tausende Atemschutzmasken seien allein an das "Isabella" geliefert worden.

Quelle: ntv.de, fzö