Panorama

Nach umstrittenem Toiletten-Witz AKK wird Sonderbotschafterin des Karnevals

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Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist Karnevalsfan, geriet aber wegen närrischer Äußerungen in die Kritik.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Mitte Juli ist Annegret Kramp-Karrenbauer Verteidigungsministerin, bald hat sie aber noch eine weitere Aufgabe: Die CDU-Vorsitzende vertritt den deutschen Karneval künftig als Sonderbotschafterin. Und das, obwohl sie mit einem Toiletten-Witz im vergangenen Karneval für heftige Diskussionen sorgte.

Annegret Kramp-Karrenbauer liebt Närrisches und tritt im Karneval gerne als "Putzfrau Gretl" auf - nun wird die CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin vom Bund Deutscher Karneval (BDK) zur ersten Sonderbotschafterin ernannt. Bei einer Jubiläums-Gala zu 66 Jahren BDK am 21. September in Cottbus soll die Saarländerin den "Goldenen Ehrenring" erhalten, wie BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess sagte.

Kramp-Karrenbauer habe sich "als Inhaberin hoher und höchster politischer Ämter" für die öffentliche Anerkennung des Kulturgutes Fasching-Fastnacht-Karneval eingesetzt. Und das nicht zuletzt dadurch, "dass sie selbst über Jahre hinweg eine Rolle auf der närrischen Bühne übernommen hat. Mutig, ironisch, schlagfertig und sich selbst nicht schonend hat sie in bester karnevalistischer Manier Zeitkritik geübt", so die Begründung des Präsidiums. Die 56-Jährige werde den Preis persönlich entgegennehmen.

AKKs Toiletten-Witz schien vielen ein Griff ins Klo

"AKK" tritt seit 2009 regelmäßig als "Putzfrau" bei den Narren im Saarland mit Kittelschürze und Kehrbesen auf, um Politiker aller Couleur durch den Kakao zu ziehen. In diesem Frühjahr geriet sie wegen Karnevals-Äußerungen zur Einführung von Toiletten für das dritte Geschlecht in die Kritik, ihr wurde Diskriminierung vorgeworfen. In einer Fastnachtsrede in Stockach hatte sie gesagt: "Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist die Toilette."

Künftig soll alle drei Jahre ein Sonderbotschafter des BDK ernannt werden - und zwar abwechselnd aus den Bereichen Wirtschaft und Politik. Zudem gibt es noch den Kulturpreis der Deutschen Fastnacht, den der BDK ebenfalls alle drei Jahre verleiht - für Personen aus Kunst, Wissenschaft und Publizistik. Hier werde der nächste Preisträger im Juni 2020 in Frankfurt gekürt. Der BDK vertritt bundesweit gut 2,6 Millionen Karnevalisten und Fastnachter in mehr als 5300 Mitgliedsvereinen und Zünften.

Quelle: ntv.de, pvt/dpa