Opposition glaubt an einen ScherzAbbott schlägt Prinz Philip zum Ritter

Noch immer gehört Australien zum Königreich Großbritannien. Grund genug für Premierminister Abbott, dem Queengemahl Prinz Philip einen Ritterorden zu verleihen. Die Opposition fühlt sich veräppelt.
Australiens konservativer Premierminister Tony Abbott hat zum Nationalfeiertag den britischen Prinzen Philip in den Ritterstand erhoben - und sich damit den Spott der Opposition zugezogen. Abbott sei offenbar in einer "Zeitschleife" gefangen, wenn er ausgerechnet am Australien-Tag ein Mitglied der britischen Königsfamilie mit dem höchsten nationalen Orden auszeichne, sagte Oppositionsführer Bill Shorten dem Radiosender Fairfax.
Abbott hatte die Ritterorden im vergangenen Jahr wieder eingeführt. Der Monarchie-Fan begründete die Wahl Philips mit dem "Beitrag", den der Ehemann von Queen Elizabeth II. für Australien geleistet habe - so stehe er mehreren australischen Wohlfahrtsorganisationen vor.
Die oppositionelle Labor-Partei wirft Abbott vor, er sei einer kolonialen Nostalgie verhaftet, der Australien längst entwachsen sei. Regierungsmitglieder sagten dem Sender ABC, Abbott habe die Entscheidung nicht mit dem Kabinett abgesprochen. Ein Minister kritisierte sie laut ABC als "dumm", weil sie die Regierung ins Lächerliche ziehe. Zudem hätten sich die Minister nicht für die Ehrung ausgesprochen, wären sie gefragt worden. Einige hatten sogar an einen Scherz anlässlich des Nationalfeiertags geglaubt, sagte Shorten.
Abbott rechtfertigt Entscheidung
Auch in den sozialen Netzwerken hagelte es bissige Kommentare über die Auszeichnung für den 93-jährigen Duke of Edinburgh. Von dem Prinzen sind zahlreiche merkwürdige Äußerungen überliefert. So fragte er etwa 2002 einen Geschäftsmann der australischen Aborigines: "Werfen Sie noch mit Speeren aufeinander?"
Abbott selbst sagte, er sei "sehr zufrieden" mit seiner Entscheidung. Die Queen habe die Nominierung für den Ritterorden akzeptiert und der Duke habe diese Ehre nicht erwartet. Der Premierminister stehe zu seiner Entscheidung, denn "die Monarchie ist ein wichtiger Teil des australischen Lebens seit 1788", berichtet ABC. "Prinz Philip war ein großer Diener Australiens, er war ein großer Diener aller Staaten des Commonwealth.", so Abbott. Die Queen ist bis heute das australische Staatsoberhaupt.