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Keine Dosen-Prothesen mehr Achtjährige kann endlich richtig laufen

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Maja und ihr Vater beim türkischen Arzt in Istanbul: Die Dosen-Prothesen gehören der Vergangenheit an.

(Foto: REUTERS)

Die kleine Maja wird wegen eines Gendefekts ohne Beine geboren - ihr Vater bastelt seiner Tochter jede Woche aus Konservendosen eine Gehilfe. Ein türkischer Arzt fasst sich nun ein Herz und schenkt der Achtjährigen richtige Prothesen.

Vor fünf Monaten kroch Maja Merhi auf Konservendosen mühsam durch das Flüchtlingslager Serdschilla. Ihr Vater improvisierte mit einer Gehilfe aus Konservendosen, damit sich die Kleine in dem Lager im Norden Syriens überhaupt fortbewegen konnte, in dem die Familie seit ihrer Flucht aus der Provinz Aleppo lebt. Nun läuft und tanzt die Achtjährige durch das Lager - dank richtiger Prothesen, die ihr in der Türkei angepasst wurden.

Wie ihr Vater Mohammed wurde Maja wegen eines Gendefekts ohne Beine geboren. Damit sie sich über den rauhen Boden des Lagers bewegen kann, improvisierte Mohammed für sie eine Art Prothesen aus Konservendosen und Plastikschläuchen. Jede Woche musste er neue basteln, da die Dosen rasch kaputt gingen.

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Im Juni waren Fotos um die Welt gegangen, wie Maja sich mühevoll auf ihren Dosen-Prothesen zwischen den Zelten bewegte. Die Reaktionen in den Online-Netzwerken ließen den türkischen Arzt auf das Schicksal der syrischen Flüchtlingsfamilie aufmerksam werden. Er lud sie nach Istanbul ein, um echte Prothesen anzufertigen und anzupassen. Auch Vater Mohammed Merhi erhielt welche. Die Kosten übernahm ein Arzt, der ein Video des Mädchens im Internet gesehen hatte.

Nach fünf Monaten ist Maja wieder zurück. In rosafarbenem Pullover und passenden Sneakern geht sie mit ruckartigen Schritten über die steinigen und sandigen Gassen. Als die anderen Kinder sich zu einem Tanz an den Händen fassen, gesellt sie sich dazu.

"Ich habe mich so gefreut, sie laufen zu sehen"

Vater Mohammed Merhi lächelt glücklich, auch wenn er selbst mit seinen Prothesen noch nicht klarkommt. Stolz und ein wenig schüchtern zeigt die Achtjährige derweil ihre künstlichen Beine, zieht sie aus und wieder an. Auf den Plastikoberschenkeln prangt die türkische Flagge.

"Am Anfang war es schwer, sich daran zu gewöhnen", erzählt ihr Onkel Hussein, der Bruder und Nichte an den Bosporus begleitet hatte. "Immer kroch sie auf ihren Konservendosen - und plötzlich ist sie so groß." Anfangs sei sie wie ein Kind, das Laufen lernt, immer wieder hingefallen, erzählt er. Manchmal nutzt Maja noch Krücken - aber meistens kommt sie ganz ohne Stützen klar.

Maja kennt nichts anderes als den Krieg. Das Leben im Lager dann war durch ihre Behinderung noch schwerer. Nur selten verließ sie früher das Zelt ihrer Familie. Nun ist sie oft draußen mit den anderen Kindern. Und auch wenn der Lageralltag für die Familie hart bleibt, die Prothesen und Majas neue Freiheit haben auch ihr etwas Freude geschenkt.

Quelle: n-tv.de, jsc/AFP

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