Panorama

Leichte Bewegung bei Freilegung Ägypten bereitet "Ever Given"-Entladung vor

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Die "Ever Given" ist in etwa so Groß wie das Empire State Building.

(Foto: picture alliance/dpa/Suez Canal Press Service)

Seit fast einer Woche steckt die "Ever Given" im Suezkanal fest und bringt den Schifffahrtsverkehr zum Erliegen. Die Kanalbehörde versucht zunächst Sand unter dem Schiff weg zu pumpen - mit einem ersten kleinen Erfolg. Nun steht zusätzlich eine Teilentladung des Container-Riesen im Raum.

Nach tagelangen Bemühungen zur Freilegung des Containerschiffs im Suezkanal bereiten sich Arbeiter auf eine mögliche Teilentladung der "Ever Given" vor. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi habe entsprechende Vorbereitungen angeordnet. Das sagte Admiral Usama Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde (SCA), dem Fernsehsender Extra News.

Gleichzeitig hofft Rabi, dass die "Ever Given" bis Sonntagnacht wieder flottgemacht werden kann. Dank der bereits unter dem Bug entfernten 27.000 Kubikmeter Sand und mithilfe von rund einem Dutzend Schleppern habe sich das Schiff am späten Samstag zum ersten Mal "um 30 Grad nach links und rechts bewegt", sagte er im ägyptischen Fernsehen. Optimistisch zeigte sich auch der Chef des japanischen Schiffseigners Shoei Kisen, Yukito Higaki. Es gebe keine Probleme mit Steuerung und Antrieb, sagte er am Freitag: "Sobald sich das Schiff wieder bewegt, sollte es operationsfähig sein".

Der Druck auf die Verantwortlichen am Suezkanal steigt, weil inzwischen mehr als 300 Schiffe auf Durchfahrt warten und der wirtschaftliche Schaden immer weiter wächst. Dem Dienstleister Inchcape Shipping Services zufolge konnte das Schiff mithilfe von Schleppern bisher 29 Meter bewegt werden. Die Arbeiten zur Freilegung des 400 Meter langen Schiffs, das seit Dienstag den Suezkanal blockiert, liefen weiter.

Am Sonntag wurden zur Unterstützung zwei weitere Schlepper erwartet, die in den Niederlanden beziehungsweise Italien registriert sind. Das teilte das Unternehmen Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) mit, das für die technische Leitung der "Ever Given" verantwortlich ist. Das Ruder des Containerschiffs konnte demnach bereits befreit werden.

"Starker Wind" als Ursache identifiziert

Das Schiff eines japanischen Eigentümers, das etwa der Größe des Empire State Buildings in New York entspricht, war in Richtung Rotterdam unterwegs, als es bei der Durchfahrt des Kanals mit zwei Lotsen an Bord auf Grund lief. Die Ursache sei ersten Ermittlungen zufolge "starker Wind" gewesen, teilte BSM mit. Admiral Usama Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde, schloss am Samstag allerdings aus, dass allein der Wind und der Sandsturm zum Unfall führten. Auch "menschliches Versagen" könne nicht ausgeschlossen werden.

Die 25 Crewmitglieder, die alle aus Indien stammen, sind wohlauf und weiterhin an Bord. Über mögliche Schäden an der Ladung oder eine Verschmutzung des Wassers gibt es bisher keine Informationen. Jeder Tag, an dem der Suezkanal blockiert bleibt, kostet den Welthandel nach einem Bericht des Versicherers Allianz zwischen sechs und zehn Milliarden Dollar. Nach Angaben der Kanalbehörde SCA verliert Ägypten pro Tag der Schließung zwischen zwölf und 14 Millionen Dollar. Die Kanalbehörde nahm 2020 bei Durchfahrten von 18.800 Schiffen rund 5,6 Milliarden Dollar ein.

Quelle: ntv.de, jru/dpa/AFP

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