Panorama

Polizei dementiert Verantwortung Aktivistin stürzt im Dannenröder Forst ab

Die Polizei geht bei der bevorstehenden Räumung des Dannenröder Forstes von massiver Gegenwehr aus.

Immer wieder versuchen Aktivisten die Rodung des Dannenröder Forsts aufzuhalten, indem sie auf sogenannten Dreibeinern ausharren.

(Foto: dpa)

Immer wieder kommt es im Dannenröder Forst zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Rodungsgegnern. Ob die Polizei aber schuld ist am Absturz einer Aktivistin, ist zunächst unklar. Auch über den Gesundheitszustand der Frau gibt es widersprüchliche Informationen.

Bei den Protesten gegen die Rodungen im Dannenröder Forst in Mittelhessen ist am Morgen eine Aktivistin aus etwa drei bis vier Metern Höhe auf den Waldboden gestürzt. Die Frau sei ansprechbar und werde medizinisch versorgt, sagte ein Polizeisprecher. Zur Schwere der Verletzungen konnte der Sprecher zunächst nichts sagen.

Vertreter der Rodungsgegner erklärten, die Aktivistin sei aus fünf Metern abgestürzt und schwer verletzt worden. Sie warfen der Polizei vor, für den Absturz verantwortlich zu sein. Sie habe ein Sicherungsseil eines aus Baumstämmen gebauten Dreibeins durchtrennt, woraufhin es zu dem Absturz gekommen sei. Ein Polizeisprecher widersprach dem.

Baumhaus-Camps und Barrikaden

Die Polizei erklärte die Absturzstelle zum Tatort und sperrte sie ab, es seien Ermittlungen zur Absturzursache eingeleitet worden. Nach Angaben der Polizei beobachteten Beamte den Sturz der Frau aus der Distanz und sorgten sofort für Erste Hilfe.

Die Polizei räumt seit mehreren Tagen den Dannenröder Forst. Dort protestieren seit über einem Jahr Umweltschützer in Hessen gegen den Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel, die Autobahn soll durch das Waldgebiet führen. Der Bau soll im September 2021 beginnen, bis Februar sollen zunächst 27 Hektar Wald gerodet werden. Umwelt- und Klimaschützer protestieren, weil sie das Projekt angesichts der Klimakrise für verfehlt halten.

Befürworter versprechen sich von dem Autobahnbau weniger Verkehrs- und Lärmbelastung in den Dörfern und eine bessere Anbindung ans Straßennetz. Seit mehr als einem Jahr halten Aktivisten den Dannenröder Forst besetzt, sie haben sich in mehreren Baumhaus-Camps eingerichtet und zahlreiche Barrikaden aufgebaut.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa/AFP