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Normalbetrieb läuft wieder Alarm legt Frankfurter Flughafen lahm

Mehrere Stunden lang legt ein Einsatz der Bundespolizei Teile des Frankfurter Flughafens lahm. Eine vierköpfige Familie gelangt durch die Sicherheitsabsperrungen, obwohl ein Sprengstofftest postiv war. Am frühen Nachmittag geht der Betrieb weiter, doch viele Flüge fallen aus.

Am Frankfurter Flughafen ist ein Abfertigungsgebäude für mehrere Stunden gesperrt und geräumt worden. Am frühen Nachmittag meldete die Bundespolizei dann, dass der Einsatz abgeschlossen und der Betrieb wieder aufgenommen worden sei. Sie hatte Teile des Terminal eins geräumt, weil eine vierköpfige französische Familie bei der Sicherheitskontrolle nicht komplett kontrolliert worden war. Eine Kontrolleurin hatte eine französische Familie trotz eines positiven Sprengstofftests weiter geschickt. Die vier Personen seien festgestellt und identifiziert worden und würden derzeit befragt, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei. Drei Stunden nach der Sperrung konnte die Bundespolizei das Terminal wieder freigeben.

Die Evakuierung führte zu Verspätungen und Flugstreichungen. Bis um etwa 17 Uhr wurden 95 Flüge annulliert, wie ein Fraport-Sprecher sagte. An einem Tag starten und landen planmäßig 1500 Maschinen in Frankfurt. Die Deutsche Lufthansa teilte mit, rund 7000 ihrer Fluggäste seien aktuell von den Flugstreichungen betroffen. Einzelne Flüge hätten Frankfurt ohne Fluggäste verlassen müssen, um Flugzeuge und Crews möglichst schnell wieder an Abflughäfen außerhalb Frankfurts zu positionieren und so den Flugplan zu stabilisieren. Die Auswirkungen würden bis in die Abendstunden anhalten. Die Lufthansa habe vorsorglich 2000 Hotelzimmer für die heutige Nacht gebucht.

Keine Panik

Am Vormittag hatte die Bundespolizei die Räumung von Bereich A des Terminal 1 per Twitter bekanntgegeben. Dazu gehörte ein Boardingstopp. Geräumt wurden die Sicherheitsbereiche in den Ebenen 2 und 3. Die Lufthansa stoppte daraufhin große Teile ihrer Abfertigung. In den Bereichen A und Z konnten Passagiere nicht mehr ein- oder aussteigen, teilte das Unternehmen mit. Ankommende Flugzeuge mussten auf dem Vorfeld mit den Passagieren an Bord warten.

"Wir haben in den Terminals zusätzliches Personal unterwegs, das Snacks und Getränke verteilt. Auch medizinische Dienste sind vor Ort", sagte ein Fraport-Sprecher. Die Bundespolizei zog Absperrbänder auf und drängte die Fluggäste zurück in den vorderen Bereich der Halle. Passagiere wurden von den Gates zurück in die Halle gebracht. Augenzeugen zufolge herrschte keine Panik, aber großes Gedränge in den wetterbedingt heißen Hallen. Passagiere beklagten sich, dass sie sich nicht ausreichend informiert fühlen. Wegen der Teilräumung des Frankfurter Flughafens stoppte die Lufthansa große Teile ihrer Abfertigung. In den Bereichen A und Z können Passagiere nicht mehr ein- oder aussteigen, teilte das Unternehmen mit. Am Frankfurter Flughafen gibt es zudem ein zweites, von der Sperrung nicht betroffenes Terminal.

Ähnlicher Fall wie in München

Am Münchner Flughafen war im Juli ein Terminal geräumt worden, weil eine Frau ohne Kontrolle in den Sicherheitsbereich gelangt war. Mindestens 200 Flüge fielen aus, bei rund 60 Flügen kam es zu Verspätungen. Erst rund zwei Stunden nach dem Vorfall wurde der Sicherheitsbereich wieder freigegeben. Vor fast genau zwei Jahren kam es am Terminal 1 des Frankfurter Flughafens zu einer ähnlichen Situation. Damals war eine Frau nach der Kontrolle ihres Handgepäcks in den Sicherheitsbereich weitergegangen, obwohl ihre Kontrolle nicht abgeschlossen war.

Von der Evakuierung des Terminals waren damals rund 5000 Passagiere betroffen. Sämtliche Passagiere der Flugsteige 1 und 1A mussten sich daraufhin einer weiteren Sicherheitskontrolle unterziehen. Rund 100 Flüge fielen aus, auch nach der Wiederaufnahme des Terminalbetriebs kam es noch stundenlang zu Verzögerungen.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/AFP

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