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"Pablo Escobar des Balkans" Albanischer Drogenboss stellt sich Polizei

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Balili soll einer der wichtigsten Drahtzieher des Drogenhandels von Lateinamerika nach Europa sein (Archivbild).

(Foto: picture alliance/dpa)

Zwei Jahre wird er von albanischen Behörden gesucht, nun stellt sich Mafiaboss Klement Balili freiwillig. Der "Pablo Escobar des Balkans" war früher jahrelang als Beamter tätig und ist bestens in der Politik vernetzt. Er wird vom Polizeichef persönlich in U-Haft gebracht.

Der mutmaßliche Kopf der albanischen Drogenmafia, Klement Balili, hat sich nahe der südalbanischen Stadt Saranda der Polizei gestellt. Seine Festnahme erfolgte nach wochenlangen Verhandlungen mit ihm und seiner Familie, berichtete die Webseite der Wochenzeitung "Tirana Times". Der Chef der albanischen Polizei, Ardi Veliu, nahm ihn persönlich in Empfang und fuhr ihn in die Hauptstadt Tirana. Dort wurde er in Untersuchungshaft genommen.

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Der auch "Pablo Escobar des Balkans" genannte Mann gilt als einer der wichtigsten Drahtzieher des Drogenhandels von Lateinamerika über den Balkan nach West- und Nordeuropa. Die albanischen Behörden suchten ihn seit zwei Jahren nach einem Auslieferungsersuchen der Behörden in Griechenland per Haftbefehl.

Balili gilt als bestens in der albanischen Politik vernetzt, denn er war selbst jahrelang als Beamter in der staatlichen Verwaltung tätig. Das ermöglichte es ihm lange Zeit, seine Geschäfte ungehindert zu betreiben und Festnahmeversuchen durch die Polizei zu entgehen.

Ins internationale Scheinwerferlicht rückte er im Mai 2016, als die griechische Polizei in Zusammenarbeit mit der US-Antidrogen-Behörde DEA auf der Insel Zakynthos 670 Kilogramm Cannabis sicherstellte. Balili gelang es damals knapp, zu entkommen. Mehrere Mitglieder seiner Bande wurden verhaftet. Seitdem fahndet Griechenland nach ihm.

Die USA hatten über ihren Botschafter in Tirana gefordert, dass die albanischen Behörden Balili festnehmen. Albanien ist Mitglied der Nato und Anwärter auf eine EU-Mitgliedschaft. Der mutmaßliche Drogenboss sieht nun einem Strafverfahren in Albanien entgegen, berichteten Medien in Tirana. Zwischen Griechenland und Albanien besteht nämlich kein Auslieferungsabkommen.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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