Panorama

Busunglück auf Madeira Alle Todesopfer kommen aus Deutschland

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Die meisten Opfer hatten ihre Reise bei dem hessischen Unternehmen Trendtours Touristik aus Frankfurt am Main gebucht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das portugiesische Außenministerium hat bestätigt, dass es sich bei den 29 tödlich Verunglückten auf Madeira um deutsche Staatsangehörige handelt. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern an.

Den verheerenden Busunfall auf der Insel Madeira haben 29 Deutsche nicht überlebt. Das hat das portugiesische Außenministerium bestätigt. Mindestens vier der Schwerverletzten unter den insgesamt 27 im Krankenhaus liegenden Verletzten haben vermutlich die deutsche Staatsangehörigkeit, wie es bei einer Pressekonferenz der Nélio-Mendonça-Klinik hieß. Insgesamt waren 57 Menschen an Bord.

Unter den 29 Todesopfern sind den Angaben zufolge 17 Männer und zwölf Frauen zwischen 40 und 60 Jahren. Zuvor hatten die Inselbehörden von 18 Frauen und elf Männern gesprochen. Zahlreiche deutsche Insassen des Busses waren nach dem Unfall im Dorf Caniço zur Behandlung in das Krankenhaus der Inselhauptstadt Funchal gebracht worden. Neun Verletzte wurden nach Klinikangaben inzwischen entlassen, vier befinden sich weiterhin auf der Intensivstation. In Portugal ist derweil eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen worden.

Augenzeugen des Unfalls sind geschockt

Alle Businsassen waren in der Hotelanlage Quinta Splendida in Caniço untergebracht. Nach portugiesischen Medienberichten liegt die Unfallstelle nur etwa 50 Meter von der Unterkunft entfernt. Eine Hotelmitarbeiterin sagte, die Verunglückten seien auf dem Weg zu einem Abendessen in Funchal gewesen. Der Unfall habe sich "Sekunden" nach Abfahrt des Busses ereignet, sagte eine deutsche Überlebende dem portugiesischen Fernsehsender TVI. Die Menschen seien "durch die Fenster geflogen". Ihr Begleiter erzählte, der Bus habe bei hoher Geschwindigkeit eine Mauer gestreift und sich dann überschlagen. Die Hilfskräfte seien sehr schnell dagewesen.

Ein leicht verletzter Passagier berichtete von seinen Eindrücken. "Ich denke, die Bremsen funktionierten nicht. Ich kann mir keine andere Ursache vorstellen. Der Bus fuhr von der Quinta Splendida los, nach einigen Sekunden wurde er immer schneller. Er schlug gegen die Mauer, wir glaubten sofort, dass er außer Kontrolle geraten war. Er wurde immer schneller, und dann überschlug er sich", sagte der Mann nach einem Bericht der Online-Zeitung "Observador".

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Das Auswärtige Amt richtete unter der Rufnummer 030-50003000 eine Krisenhotline ein, die Angehörige anrufen können.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine weitere Augenzeugin des Unglücks berichtet einem Reporter: "Ich habe nur etwas Schmerzen im Nacken. Und mein Mann hat sich eine Rippe gebrochen. Aber das ist nicht so schlimm. Wir leben, wir sind zusammen. Viele andere haben ihre Frau oder ihren Mann verloren. Viele wissen nicht einmal, ob die Ehefrau oder der Ehemann noch lebt."

Die Leiterin des Krankenhauses, Tomasia Alves, sagte bei der Pressekonferenz, die Zahl der Mitarbeiter in der Rechtsmedizin sei nach dem Busunglück aufgestockt worden. Sie hoffe daher, dass die Toten spätestens bis Samstag freigegeben werden können. Dann könnten sie nach Deutschland gebracht werden.

Nach Angaben aus dem Kanzleramt in Berlin ist derzeit bereits ein deutscher Beamter vor Ort, der bei der Identifikation der Opfer helfen soll. Am Flughafen von Funchal wurde eine provisorische Leichenhalle eingerichtet, in der ortsansässige und aus Lissabon eingeflogene Ärzte die Toten obduzieren sollen.

Maas ist auf dem Weg nach Madeira

Bundesaußenminister Heiko Maas ist auf dem Weg nach Madeira. Er will sich vor Ort einen Überblick verschaffen und wird im Laufe des Tages auf der Insel eintreffen. Ein Ärzte-Team und weitere Beamte begleiten ihn.

Der Vizepräsident der Regionalregierung von Madeira, Pedro Calado, sagte, es sei noch zu früh für Aussagen zur Unfallursache. Der Bus sei fünf Jahre alt und noch vor kurzem zur Inspektion gewesen. Die Staatsanwaltschaft lässt den Unfall untersuchen, am Flughafen von Funchal wurde eine provisorische Leichenhalle eingerichtet.

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Quelle: n-tv.de, joh/dpa/AFP

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