Panorama
Diesen Campingbus steuerte Jens R. in Münster in eine Menschenmenge.
Diesen Campingbus steuerte Jens R. in Münster in eine Menschenmenge.(Foto: picture alliance / Marius Becker)
Donnerstag, 19. April 2018

NRW-Minister über Tat in Münster: Amokfahrer hatte keinen rechten Hintergrund

Ein 48-Jähriger fährt mit einem Campingbus in eine Menschenmenge in Münster. Er tötet zwei Menschen und anschließend sich selbst. Nun gibt es neue Erkenntnisse zum Motiv des Täters.

Die nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden schließen einen rechtsextremistischen Hintergrund der Amokfahrt von Münster aus. Das berichtete NRW-Innenminister Herbert Reul dem Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags. Die Nachrichtendienste hätten keinerlei Kontakte des Täters zu rechtsextremistischen Organisationen oder Hinweise auf entsprechende Texte bei ihm gefunden.

Am 7. April war ein 48-Jähriger mit einem Campingbus in eine Menschenmenge in der Münsteraner Innenstadt gerast. Dabei wurden zwei Menschen getötet, mehr als 20 wurden verletzt. Anschließend erschoss sich der Mann. "Das hat viel mit seinem eigenen Leben zu tun und Schuldzuweisungen, warum das so verlaufen ist. Ein Gefühl von Verschwörung stand im Raum", sagte Reul.

Ein Schreiben des Amokfahrers an den sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Münster werde noch ausgewertet. Neun Tage vor der Tat hatte Jens R. am 29. März den Dienst aufgesucht und das Schreiben übergeben. Nach Angaben von Polizeisprecher Andreas Bode vom Mittwoch gibt es bislang keine Hinweise, dass städtische Mitarbeiter Fehler gemacht hätten und die Amokfahrt durch ihr Eingreifen hätte verhindert werden können.

Weitere Projektile gefunden

Wie der vorgestellte Bericht von Innenminister Reul offenbart, fand die Polizei im Tatfahrzeug des Amokfahrers drei weitere Projektile. Demnach hat die Spurensicherung in dem Fahrzeug drei Schusslöcher in der Lehne und Sitzfläche der Rückbank entdeckt. Polizeisprecher Bode teilte am Mittwoch mit, dass die Untersuchung des Landeskriminalamtes noch nicht abgeschlossen sei. Deshalb sei noch offen, ob die Projektile aus der Waffe des Amokfahrers Jens R. stammen.

Der Staatsschutz sei von Anfang an in die Aufklärung der Hintergründe eingebunden gewesen, sagte Reul. Inzwischen sei eine 19-köpfige Mordkommission mit weiteren Ermittlungen beschäftigt. Ohne einen Hinweis werde vermutlich niemals die Herkunft der Pistole geklärt werden können, mit der sich der Täter erschossen habe, räumte Reul ein. Dies sei bei illegal beschafften Waffen grundsätzlich schwierig.

Quelle: n-tv.de